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Wolfgang Ladenbauer, Alexis Thiard Laforest, Eugen Guido Lammer, Otto Langl, Sepp Larch, Vera Marie Lindenberg, Fritzi Lukan, Alek Lwow …

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Wolfgang Ladenbauer,

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Alexis Thiard Laforest, ÖAK-Präsident 1878-1879;

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Lammer um 1890Eugen Guido Lammer, 1863 – 1945 (ÖAK-Mitglied ab 1884)
Er ist der wohl am meisten missverstandene und fehlinter-pretierte Bergsteiger der Epoche an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. „Jessas – das ist ja der mit dem ‚Durst nach Todesgefahr‘!“ – wird er vielfach auf einen einzigen seiner Aussprüche reduziert. Dabei war der Vordenker und die Leit- figur der „Führerlosen“ nur ein wenig der Zeit voraus, als Gymnasialprofessor gefüllt mit deutscher Literatur, sprach-mächtig und zuweilen übersteigert formulierend: „Rot glühend lohte in meinem Busen die Sehnsucht nach alpiner Tat, unlöschbar der Durst nach Todesgefahr. Ich war entschlossen, das Höchste zu wagen, das Leben jederzeit hinzuwerfen wie einen zerbrochenen Bergstock“. Unter seiner geisti- gen Schirmherrschaft hat sich das führerlose Bergsteigen – eine Revolte in einer Epo- che, in der man meist mit Bergführern unterwegs „zu sein hatte“ – zur alpinen Welt- anschauung ausgewachsen. Darüber hinaus propagierte er noch eine Steigerung: das Alleingehen. Selbst auf Gletschern sei eine Art Über-Bergsteiger (Zeitgenossen Nietzsche und Freud lassen grüßen!), durch entsprechendes körperliches und mentales Training in der Lage, mit allen Gefährdungen fertig zu werden. Ein überlebter 200-Meter-Sturz im Penhall-Couloir der Matterhorn-Westwand und die vom Glück be- günstigte Selbstrettung nach einem bösen Spaltensturz im Ortlergebiet mögen ihn be- stätigt haben. Der exzellente Stil, in dem er die Gefahr als „Nervenpfeffer“ verherrlichte, weckte die jugendliche Begeisterungsfähigkeit mehrerer Bergsteigergenerationen. Ganze Heerscharen von Physiologen, Psychologen und Molekularbiologen, die derzeit bis in den letzten Sporthauskatalog herumgeistern, bezeichnen dies als „ultimativen Adrenalinkick“ und meinen im Grund genau dasselbe – nur selbstverständlich auf höherem wissenschaftlichen Niveau.
Auf Grund mancher seiner zeitbezogen pathetischen, nun überdreht wirkenden Formu-lierungen wollte man ihn später als Guru einer nationalistischen Opferreligion verein-nahmen. „Übermenschentum“ Männlichkeits- und Elitekult sowie ähnliche äußerliche Komponenten seiner Schreibe mögen auch oberflächlich dazu verleiten, ihn als einen geistigen Wegbereiter einer totalitären Ideologie zu sehen, was jedoch gänzlich falsch ist. Er war im Gegenteil von tiefem Humanismus erfüllt, ein Querdenker, Oppositionel- ler und Streiter für Gerechtigkeit. Aus Ekel über die Einführung des „Arierparagrafen“ verließ er den Alpenverein und trat demonstrativ der aus dem AV ausgeschlossenen Sektion „Donauland“ bei, die hauptsächlich aus jüdischen Mitgliedern bestand. Als scharfsinniger Denker hat er auch manchen Irrweg des Alpinismus vorausgeahnt und bekämpft. Sein Kulturpessimismus nahm die Ansichten mancher Grün-Fundamenta-listen um siebzig Jahre vorweg und wirkt oft bestürzend prophetisch.
Buchtipp für jüngere Alpinisten: Ruhig einmal ausprobieren, seine alte Schwarte „Jungborn“ (1923)! Und lest gleich darauf Mark Twight’s „Steig oder stirb“ aus dem Jahr 2011 – da habt ihr hundert Jahre später den gesamten Lammer wieder, eins zu eins: Den wütenden jungen Mann und alpinistischen Grenzgänger, der auf alle Her- kömmlichkeiten und Konventionen pfeift, wie etwa Plaisir-Routen oder Katalogberg-steigen, der in neue psychische Räume vordringt, Steigerungen der Dimensionen des Alpinismus nur mehr im mentalen Bereich erkennt.
Übriges – der oft als „selbstmörderischer Gefahrenbergsteiger“ geschmähte Lammer war in diesem Metier eigentlich nicht erfolgreich: er starb zweiundachtzigjährig fried- lich im Bett.
Neutouren u.a.:
Wiesbachhorn SW-Wand 1889, allein
Großvenediger NW-Wand 1891, allein
Thurwieserspitze N-Wand 1893, allein
Großglockner, Glocknerkamp 1893, allein
a.m.

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Otto Langl, ÖAK-Präsident 1932-1938;

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Sepp Larch, 

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veraVera Marie Lindenberg † 30.12.2014, lebte in Wien und Großau an der Rax, bestieg hohe Berge auf allen Kontinen- ten, u. a. Kibo und Ruwenzori, Sajama, Osorno etc., nahm 1994 an der 1. Österr. Frauenexpedition teil, wobei sie das 2. Hochlager auf 7.000 m erreichte.
Am 10. Okt. 1940 geb. und aufgewachsen in Bielefeld/Deutschland, einen Sohn und eine Enkeltochter. Vera lebte und arbeitete sechs Jahre in der Ostschweiz und bereits zehn Jahre in Wien, bis sie die Liebe zu den Bergen entdeckte. Zuerst war Vera mit der Wandergruppe der Wirtschaftskammer Wien unterwegs, bald folgten Kletterkurse beim ÖTK und Expeditionen nach Peru und Ecuador mit Besteigungen von Huascaran und Chimborazo, dann die Ausbildung zum Lehrwart Alpin – sie war über 20 Jahre als Kletterlehre rin für den ÖTK tätig.
Im 62. Lebensjahr kletterte sie auf das Matterhorn und stieg auf den Biancograt, mit 65 auf den Montblanc mit Zeltnächtigung … Ein weiteres Hobby wurde für Vera das Laufen – 11 Marathons. Seit ihrer Pensionierung (sie arbeitete 30 Jahre in der Landesinnung Druck) hatte sie ein „Basislager“ auf einem Bauernhof angemietet mit Blick auf ihren Lieblingsberg RAX, auf dem sie mehrmals in der Woche unterwegs war. Vera ist tragi-scherweise am 30. Dezember 2014 nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Unbe- greiflich für alle, die noch im Sommer bei den Grenzgängen 2014 mit ihr unterwegs waren.

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Fritzi Lukan,

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Alek Lwow;