H

Peter Habeler, Heinrich Harrer, Klaus Haselböck, Josef Hasitschka, Dietrich Hasse, Rupert Hauer, Gundula Hauser, Anderl Heckmair, Hedda Heim, Harald Herzog, Heinrich Heß, Sepp Hinding, Dr. Barbara Hinterstoisser, Heinz Höllebauer, Peter Holl, Andy Holzer, Alfred Horeschowsky, Silvia, Franz & Ewald Huber, Hermann Hudecek, Matthias Hutter …

____________________________________________________________________________

Peter-Habeler-1Prof. Peter Habeler, geb. am 22. Juli 1942 in Mayrhofen, Zillertal); dem Zillertaler gelangen spektakuläre Erstbegehungen in den amerikanischen Rocky Mountains. Er war der erste Europäer an den Big Walls im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien (USA) und kletterte in kürzester Zeit durch die El-Capitan-Südwestwand, die damals als die schwierigste bekannte Klettertour der Welt galt. 1969 schloss er sich mit Reinhold Messner zu einer erfolgreichen Seilschaft zusammen. Habeler gelangen unter anderen die Yerupajá-Ostwand in den peruanischen Anden, die Eiger-Nordwand in knapp neun Stunden, die Matterhorn- Nordwand in vier Stunden. Mit Reinhold Messner gelang ihm 1975 die erste Besteigung eines Achttausenders im Alpinstil – des Hidden Peak (8068 m) – ohne künstlichen Sauerstoff. Sein größter Erfolg war 1978 die zum ersten Mal ohne künstlichen Sauerstoff durchgeführte Besteigung des Mount Everest mit Reinhold Messner. Außerdem bestieg er den Cho Oyu (8188 m), den Nanga Parbat (8125 m) und den Kangchendzönga (8598 m).
„Es gilt in unserem Bewusstsein Berge zu versetzen. Wer mit sich selbst zurecht kommt, ist auch anderen zumutbar …“ Peter Habeler.                                                         www.habeler.com

_______________________________________________________________________

Heinrich Harrer, Klaus Haselböck, Josef Hasitschka, Dietrich Hasse, Rupert Hauer,

_______________________________________________________________________

Gundula Hauser, Urenkelin von Johann Stüdl, Heilpädagogin, Physiotherapeutin, Lebens- u. Sozialberaterin. „Ich hatte einen Lieblingsonkel, den Bruder meiner Mutter, von uns „Onkel Pieps“ genannt, weil immer, wenn er zu uns kam, steckte er zuerst den Kopf bei der Tür herein und sagte „pieps“. Dann erst ging die Tür ganz auf und Onkel Wolfgang¹ , wie er richtig hieß, mühte sich hereinzukommen. Es war nicht einfach für ihn, denn nach einer Blutvergiftung in Kinderjahren war er linksseitig gelähmt und nach einer Knochen-TBC war sein rechtes Knie versteift worden. Aber dann war er da und erzählte uns spannende Geschichten, das war einfach toll! Als ich ein Volksschulkind war, erzählte er einmal von seiner Volksschulzeit und dass ihn keine Schule haben wollte, weil er ja „so behindert“ sei. Bis dahin hatte ich seine körperliche Beeinträchtigung gar nicht wirklich wahrgenommen, weil seine Geschichten das Wichtigste für mich waren, aber von da an hatte ich großes Mitleid, da die Volksschuldirektoren so „grauslich“ zu ihm gewesen waren.
Ich absolvierte die Matura und wollte Physiotherapeutin werden. Das war aus familiären Gründen nicht gleich möglich und so besuchte ich den Maturantenlehrgang für Volksschullehrer und wurde Lehrerin in Leogang. Schon in meiner Gymnasiumzeit begann ich mit dem Bergsteigen in der Jugendgruppe des Salzburger Alpenvereins und machte noch die Jugendführerausbildung bevor ich mit dem Beruf anfing. Das erfuhr die soeben gegründete Sektion Leogang und der Obmann ersuchte mich, beim Aufbau der Jugendarbeit mitzuhelfen. Es war ein Vergnügen, da ich damit auch einen schnelleren Kontakt zu den „Leogangern“ bekam. „Zufällig“ arbeitete Onkel Wolfgang in der Nähe als Portier und ich konnte ihn sogar mit dem Fahrrad besuchen.
Viele schöne Gespräche festigten meinen Plan, dass in Österreich mehr für Kinder mit besonderen Lebensaufgaben getan werden sollte – und – ich hatte meinen Wunsch Physiotherapeutin zu werden nicht aufgegeben. Nach zwei Jahren in Leogang zog ich nach Innsbruck und machte die Ausbildung dafür. Die nächsten Jahre arbeitete ich – zuerst in Tirol (Mils), dann in Niederösterreich und weiter in Wien – als Lehrerin und Physiotherapeutin an Sonderschulen bis ich eines Tages von der Therapie mit Pferden hörte. Ich war keine Reiterin! Hatte es mir als Kind oft gewünscht, reiten zu dürfen und war in Tirol ein paar Mal ausgeritten, ohne jemals Reitunterricht bekommen zu haben. Ich war also ziemlich „blank“ was Pferde betrifft. Aber es war wie eine Vision, ein Traum, zunächst vor allem Kindern mit körperlichen Beeinträchtigungen mit Hilfe des Pferdes eine bessere Lebensqualität zu geben.
Die Behörden hielten gar nichts davon! Ich war inzwischen verheiratet, hatte zwei Kinder, aber das hielt mich nicht ab, „natürlich“ in meiner Freizeit und auf eigene Kosten, die Ausbildung für „Hippotherapie“² (das ist der medizinisch-physiotherapeutische Bereich im „Therapeutischen Reiten), zu machen. Aber dann – woher ein Pferd nehmen, wenn nicht stehlen? Ich konnte die Mütterrunde meiner Pfarre, in der ich beheimatet war, überzeugen, dass der Ertrag aus dem nächsten Adventmarkt für ein Pferd zur Verfügung stehen sollte. Wir bastelten unsere Finger wund, damit genügend zusammenkam – und es war genug, fast ein Wunder!
Die nächste große Herausforderung war die Erhaltung des Pferdes und das nächste „Wunder“ geschah. Die Allianz Versicherung übernahm (1983) die Kosten für die Einstellgebühr für ein Pferd, dann für zwei … jetzt sind es 18! Aber fragen Sie lieber nicht, wie viele Stunden ich bei der Allianz mit erklären, überzeugen … verbracht habe! Nach sieben Jahren stellten sich dann die Allianz-Mitarbeiter in den Dienst der Sache und verkaufen, nun seit über 30 Jahren in der Adventzeit, in einem Stand Punsch und die Allianz-Leitung verdoppelt den Reinerlös. Auch da verbrachte und verbringe ich Unmengen an Stunden, aber nur so kann die Therapie auch für Kinder angeboten werden, deren Eltern sich den offiziellen Preis nicht leisten können.
Nach sieben Jahren Hippotherapie an einer Sonderschule für körperbehinderte Kinder wurde ich Direktorin an einem Sonderpädagogischen Zentrum für mental beeinträchtigte Kinder und wechselte ein bisschen die „Gangart“. Schon bei der Hippotherapie (Heilgymnastik auf dem Pferd) war es offensichtlich, dass die Kinder nicht nur körperliche Fortschritte machten, sondern sich auch die schulischen Leistungen eindeutig verbesserten und sie sich psychisch entfalten konnten. Sie wurden fröhlicher, mitteilsamer, auch wenn die Sprache kaum vorhanden war, lernten sie sich gut auszudrücken!
Mit diesen „neuen“ Schülern begann ich mit Voltigieren (=eine heilpädagogisch therapeutische Förderung mit dem Pferd³ , die ich in Österreich aufbauen konnte), weil das Voltigieren dem Körper mehr Selbstwahrnehmung vermitteln kann, eine Grundvoraussetzung für verbesserte Gehirnleistungen (im Sinne der „Sensorischen Integration“) und es auch eine solide Basis für das Selbstbewusstsein gibt. In dieser Zeit wurden in Österreich auch die „Special Olympics“ aufgebaut und ich wurde gebeten, den Bereich „Reiten“ zu übernehmen. Schon bei der ersten Teilnahme an internationalen S.O. in Minneapolis kehrten wir mit einer Goldmedaille zurück! Inzwischen hat sich noch ein „Wunder“ ereignet! Die Behörden hatten ihre Meinung geändert und es wurde erlassmäßig festgelegt, dass Therapeutisches Reiten für Kinder mit Sonderpädagogischem Förderbedarf als Unterricht angeboten werden darf und Lehrpersonen (mit Zusatzausbildung) es in ihrer Dienstzeit anbieten dürfen – ein großer Sprung.
Auch in der Hippotherapie tat sich einiges. Sie wurde vom Obersten Sanitätsrat als medizinische Methode anerkannt! Das Therapeutische Reiten entwickelte sich für mich zu einem Schnellzug, aus dem man nur mehr schwer abspringen kann. Durch viele Veröffentlichungen und Vorträge, auch bei dem inzwischen gegründeten Weltverband für Therapeutisches Reiten, war ich keine Unbekannte mehr und wurde 2003 zur Präsidentin gewählt – „natürlich“ auch eine ehrenamtliche Tätigkeit! – mit der ideellen Verpflichtung Therapeutisches Reiten weltweit zu fördern, vor allem die Qualität zu optimieren, wo es diese Therapie schon gibt, bzw. die heilende Wirkung des Pferdes dort bekannt zu machen und beim Aufbau zu helfen, wo es noch unbekannt ist.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA Kurz nach meiner Nominierung reisten mein Mann und ich nach Kenia/Watamu. Wir hatten dort Verwandte und so kam es, dass ich die Special School for the Physically Handicapped Children besuchen konnte. Die Grundversorgung dieser Kinder erschütterte mich, aber alles auf einmal kann man nicht ändern! ABER! Es waren Pferde in der Nähe! Ich stellte dem ansässigen Arzt die Hippotherapie per Video vor, der Besitzer der Pferde war auch schnell zu überzeugen, seine Pferde zur Verfügung zu stellen und eine Hotelmanagerin erklärte sich bereit, alle weiteren anfallenden Kosten (auch mit Hilfe der Gäste) zu übernehmen. In Österreich überließ mir der ÖAMTC ohne Berechnung Autokindersitze, damit die behandelten Kinder nicht auf dem Rücksitz im Auto „kugelten“ und eine Fluglinie nahm die Sitze – ebenfalls ohne Berechnung – mit nach Mombasa, wo sie vom Arzt abgeholt werden konnten. Das sind nur Details, aber der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail und nur mit gemeinsamer Hilfe kann ein Projekt klappen.
Aber ich denke mir, man muss oft gar nicht weit reisen, um berührende Erlebnisse zu erfahren. Die Salzburger Kinderklinik veranstaltete in dieser Zeit Sommer-Therapielager und da ich mich mit meinem Pferd zur Verfügung stellte, konnte ich drei Rollstuhlkinder aus meiner Klasse mitnehmen. Am Ende des Lagers fragte ich die Kinder, was für sie das Schönste gewesen sei und alle drei waren sich einig. Das Schönste war im Regen ausreiten zu können, denn sie hatten noch nie Regen gespürt! Rollstuhlkinder bleiben bei Regen im Heim!
In all diesen Jahren habe ich viel Unterstützung erlebt und dadurch ist es gelungen, zwei Reittherapiezentren in Wien (mit Halle) aufzubauen, die jetzt in jüngeren Händen gut aufgehoben sind. Zehn Pferde wurden in ganz Österreich als Starthilfe für engagierte Therapeutinnen vermittelt, ein Pferd wurde sogar als Geschenk nach Griechenland/Serres „geschickt“, wo durch diese Initialzündung dort ein Reittherapiezentrum entstanden ist. Die vielen Mühen und Querschläge sind vergessen und ich blicke zufrieden zurück, vermittle mein Wissen noch in der Aus-und Fortbildung und schaue mit Sicherheit in die Zukunft, dass diese Therapieform einen bleibenden Platz gefunden hat, um Kinder zu heilen aber sie auch
gleichzeitig glücklich zu machen!

¹ Wolfgang Stüdl, Enkel von Johann Stüdl
² Hippotherapie: Pferde übertragen ein gangtypisches Bewegungsmuster auf das Becken des Patienten und das in einer natürlichen Vorwärtsbewegung. Das Gehirn bekommt so den richtigen Input für „Gehen“ und kann, soweit es die körperliche Beeinträchtigung zulässt, einen besseren Output geben.
³ HTFP (Heilpädagogische u. therapeutische Förderung mit dem Pferd): Pferde sind Koryphäen im Körpersprache lesen und darauf reagieren. Pferde kommunizieren analog, mit Mimik und Gestik, was vielen Kindern mit mentalen Beeinträchtigungen od. schweren Traumen entspricht.

______________________________________________________________________

Anderl Heckmair,

_______________________________________________________________________

Hedda Heim (rechts am Foto ) hatte das Studium für Welthandel abgeschlossen und entwickelte sich zur begeisterten Allround-bergsteigerin trotz aller Wiederstände ihres Elternhauses, die dem damas herrschenden Zeitgeist entsprachen. Dazu begleitete sie Helena Graf bei den Reisen zu ihren Entwicklungshilfeprojekten, wo immer auch der eine oder andere hohe Berg bestiegen wurde. So gut Leo Graf allen Klubmitgliedern bekannt ist, auch wenn er nicht gerade ein Lauter ist, so wenige kennen Helena Graf, seine erste Frau, die gelegentlich im Klub auftaucht – aber sehr leise und zurückhaltend eben. Dabei war einiges los in ihrem abenteuerlichen Leben, so wohl am Berg (sehr gute Bergsteigerin z.B. Fleischbank geklettert und selbst noch im höheren Alter die Predigtstuhl Nordkante) als auch bei ihren vielen Entwicklungshilfeprojekten, die sie rund um den Erdball führten und mehrere Bücher füllen könnten. Doch Helena redet nicht viel, sondern agierte lieber, wo es notwendig war und oft unterstützt von Hedda Heim. Beide Frauen konnten sich gut auf Englisch und Spanisch verständigen. Helena hatte auf der Boku studiert und verstand etwas von Landwirtschaft.
Im Auftrag des Entwicklungshilfeklubs reisten sie meist an Orte, die auf keiner Tourismus-Agenda aufscheinen, um bestehende Projekte zu dokumentieren, mit den Leuten vor Ort zu kommunizieren und mit ihnen weitere notwenige Hilfsprojekte zu planen und vorzubereiten. – Das war oft recht spannend, wie das selbst organisierte Reisen mit Rucksack, sparsamst und auf eigene Kosten, um unabhängig zu sein und die betreffenden Länder auch privat zu erkunden – mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Doch nicht immer gab es Bahn und Busse oder überfüllte Sammeltaxis, dann suchten sie sich eben Leute, die sie auf dem Motorrad, mit dem Pferdefuhrwerk oder auf einem Fahrradtaxi mitnahmen, wie alle anderen Einheimischen auch. Helena blieb meist gleich für mehrere Monate und half mit, wo sie konnte. So standen in Kenia, Uganda und Tansania landwirtschaftliche Projekte am Programm. Eine Vier-Damen-Tour auf den Kilimanjaro ging sich auch noch aus. Weitere Projekte gab es in Madagaskar und Senegal. Ein anderes Mal ging es kreuz und quer durch Indien, zwecks Unterstützung der Dalit, der ärmsten Kaste. Krankenschwestern und Hebammen wurden ausgebildet, Biogasanlagen gebaut.
In Ecuador mussten Wasserleitungen errichtet und Aufforstung betrieben werden, auch Schul- und Kinderprojekte waren umzusetzen. „Einmal essen pro Tag“ lautete die Devise des ersten Projekts des Entwicklungshilfeklubs in Quetzaltenango in Guatemala. 100 Kinder aus sozial schwachen Familien konnten mit Unterstützung des Entwickungshilfeklubs drei Jahre lang betreut und ernährt werden. Lesen, Schreiben und Rechnen war wichtig. Schulen wurden gebaut, auch ein landwirtschaftliches und ein Lernprogramm im Radio gesendet …
In Kambodscha gab es keine alten Leute, sie waren von Pol Pots Regime hingerichtet worden oder hatten die Arbeitslager nicht überlebt. Kinder und Jugendliche hatten durch Landminen Gliedmaßen verloren. Sie brauchten behindertengerechte Schulen und Lehrwerkstätten, in denen auch sie arbeiten konnten (z.B. Holz- und Steinarbeiten), um ihre Kenntnisse später im Heimatdorf weiterzuvermitteln.
Diese Liste ließe sich noch lang fortsetzen. Über jede Reise lieferte Helena einen Bericht mit vielen Dias und hielt Vorträge, um Spendengelder für den Entwicklungshilfeklub zu sammeln. Man kann doch etwas tun: „Sandkörner machen den Berg, Minuten das Jahr, flüchtige Gedanken große Taten. Es gibt keine Kleinigkeiten“, heißt es in einer alten Lebensweisheit. „Die Saat, die im Garten oder am Feld aufgeht, die Schuhe und die Bücher für den Schulbesuch oder neue Zuversicht sind auch keine Kleinigkeiten. Und daher ist es auch nicht in Zahlen messbar, was es schließlich am Ende für den Lebensweg und das weitere Schicksal der Menschen bedeutet, für die unsere Sandkörner ein Berg werden.“ (Zitat Entwicklungshilfeklub)
Der Entwicklungshilfeklub: Neun Jahre, von 1962 bis 1971, war Gerhard Dorffner bei Entwicklungsprojekten in verschiedenen Ländern Afrikas im Einsatz. Zurück in Wien gründete er 1973 mit einigen Freunden den Entwicklungshilfeklub. Ohne finanzielle Ressour-cen, aber mit viel persönlichem Einsatz, bemühte sich eine Handvoll Idealisten, neue Wege in der Entwicklungshilfe zu gehen und überzeugte mit der Aufforderung, sich als SpenderIn oder konkret an der Realisierung eines bestimmten Projekts zu beteiligen. Die Türen des Klubs standen und stehen offen für alle Menschen, die bereit sind, sich für eine gerechtere Welt einzusetzen. Der Entwicklungshilfeklub versteht sich bis heute als Sprachrohr der Menschen im Süden, die mit eigenen Ideen, Einfallsreichtum und großem persönlichen Einsatz ihre schwierigen Lebensbedingungen selbst verändern wollen – wenn ihnen die Möglichkeiten dazu gegeben werden. 2019 konnten 1,8 Millionen Euro an Projektspenden für Projekte in 38 Ländern lukriert werden. Etwa 3.500 Gruppen und Einzelpersonen unterstützen die Projekt- und Informationsarbeit des Entwicklungshilfeklubs – sechs Hauptamtliche und rund 80 Ehrenamtliche leisten derzeit die anfallenden Arbeiten – darunter auch Helena Graf, die selbst nach ihrem 90. Geburtstag immer noch voller Energie mitwirkt beim Entwicklungshilfeklub, der damals wie heute Menschen sucht und findet, die sich für eine lebenswerte Welt für ALLE einsetzen.
Hilfsprojekte: z.B. Betreuung v. Straßenkindern, Wasserversorgung für Familien, Saatgut für Bauern, Errichtung von Gemeinschaftsküchen, Bau v. Brunnen, Schulen & Wasserleitungen, Waldgärten in Haiti, Versorgung v. Obdachlosen in Indien, landwirtschaftl. Ausbildung von Jungbauern in Kongo, Grundschulbildung, warme Mahlzeiten u. medizinische Versorgung für 6- bis 14-jährige Kinderarbeiter in Ziegelfabriken in Indien; Hygienepakete für die Ärmsten in Afrika, Asien, Lateinamerika (z.B. in Slums, Flüchtlingslagern, Krisengebieten …).
Infos: Klubbüro, Böcklinstraße 44, 1020 Wien, https://entwicklungshilfeklub.at/;

_______________________________________________________________________

Harald Herzog, Heinrich Heß, Sepp Hinding,

______________________________________________________________________

Univ. Prof. Mag. Dr. Barbara Hinterstoisser: geb. 30. 1. 1959 in Salzburg, aufgew. in Zell am See, 1969-1977 Bundesrealgym. Zell am See, 1977-1991 ges. Studium Univ. Wien: Lehramt Chemie u. Physik (beides Hauptfach) inkl. einj. Unterrichtspraktikum, 1977-1986  Diplom-studium Chemie (Studienzweig Biochemie), 1986-1989 Doktoratsstudium Chemie;
1978 und 1979 Ferialpraktika: Biochemie Kundl, Tirol und Institut für Mikrobiologie, Salzburg; 1985-1987 Tutorin am Inst. f. Physikalische Chemie, Univ. Wien;  1987-1988 Vertragsass. am Inst. f. Chemie, BOKU; 1988-1997 Univ.-Assistentin am Inst. f. Chemie, BOK, 1993 Gastforscherin: Holzforschungsinst. d. Univ. München, 1997-1998 PostDoc: Schwed. Papierforschungsinst. (STFI) Stockholm; 1997-2003 Assistenzprof., Inst. f. Chemie, BOKU; 2000-2004 Area-Managerin f. „Höher-wertige Holzverbundwerkstoffe“ im Kompetenzzentrum WOOD kplus, Austria; habil. für Fachgeb. Holzchemie 2000-2007 Key Researcherin im Kompetenzzentrum WOOD kplus Austria; seit 2007 Leiterin des Zentrums f. Lehre d. BOKU, seit 2004 a.o. Univ. Prof. am Department für Materialwissensch.;  
31755209_10155990939649733_1741438350369226752_nSeit 1977 alpine und hochalpine (Schi)Touren, Höhenbergsteigen; 1984 Landesschilehrer-prüfung Salzburg; 1995 Aufnahme in den Österr. Alpenklub; 2005 endlich eine eigene Hündin (Australian Shepard); seit 2007 jährl. Teilnahme an den ARGE-Schnee-Kursen; seit 2007 Mitglied der Johanniter Rettungshunde-gruppe Wien; 2008-2013 Prüf. f. Flächen-, Trümmer- und Lawinensuche,  2014 erstmals in die Ausbildung der ARGE-Schnee Kurse eingebunden;
Rettungshunde in Nepal – Hilfe für vermisste und verschüttete Personen „Eine Rettungshundeeinheit vor Ort zu haben, hat sich bewährt. Nur so ist ein rascher Einsatz möglich„, sagt mir Daniela Neika, als ich sie das erste Mal bei einem Rettungshundetraining in Deutschland treffe. Daniela ist Tierärztin, Rettungshundeführerin seit 1987 und „Mutter“ der SARDOGS (Search And Rescue Dogs) Nepal – zumindest würde ich sie so bezeichnen, denn sie hat die Gruppe in Nepal in mühevoller Arbeit wieder aufgebaut. SARDOGS Nepal ist eine private gemeinnützige Firma in Pokhara und wurde 2011 gegründet. Nach dem Bürgerkrieg in Nepal war die Vorläuferorganisation der Gruppe praktisch nicht mehr existent. Daniela reist immer wieder nach Nepal, um die Teams dort auszubilden, die Hunde zu betreuen, nach dem Rechten zu sehen und rundum alles zu organisieren – ehrenamtlich und auf eigene Kosten!
Als wir einander treffen, ist der sympathische, meist fröhliche Karna Bahadur Dura aus Nepal bei ihr auf Besuch. Er ist der Einsatzleiter der Gruppe in Nepal – es gibt nur die eine im ganzen Land, aber gebraucht wird sie überall. SARDOGs Nepal – das sind Rettungshundeführer mit ihren Hunden, die nach vermissten und verschütteten Personen suchen. Die Hunde haben gelernt, nach menschlichem Geruch (was auch immer das ist, hier rätselt die Wissenschaft heute noch) zu suchen, sowohl nach lebenden, als auch nach toten verschütteten Personen unter Schnee, Geröll, Schlamm oder Trümmern. Die Ausbildung ist speziell auf die Bedingungen in Nepal abgestimmt. Nach den gegebenen Umständen können die Hunde mit Hilfe eines Referenzgeruchs des Vermissten angeleint dessen Spur folgen oder freilaufend das Gelände nach seiner Witterung oder ihm gehörenden Gegenständen absuchen. Das funktioniert allerdings auch ohne Referenzgeruch. Diese Ausbildungskombination, die den Hunden wie auch ihren Hundeführern viel abverlangt, findet man auf unseren Breiten nicht – für die großen, weitläufigen Areale in Nepal ist sie aber die einzig sinnvolle Variante.SONY DSC

Ihren wahrscheinlich bisher größten Einsatz hatten SARDOGS Nepal nach dem schweren Erdbeben 2015. „Die Teams haben einen ziemlich guten Job gemacht, trotz schwierigster Umstände und obwohl sie längst nicht auf dem Level waren, den ich gerne gehabt hätte“, berichtet Daniela. „Da sämtliche Hubschrauber blockiert waren, mussten die Rettungshundeteams in der akuten Phase auf dem Landweg ins Gebiet des Epizentrums: Ein Tag LKW-Fahrt und dann eineinhalb Tage Fußmarsch. Zur gleichen Zeit arbeiteten sie mit der Armee zusammen, die drei schwere Transporthubschrauber-ladungen mit Matratzen, Decken, Seilen, Planen und anderen Hilfsgütern in die am meisten betroffenen Dörfer transportierte. Zeitgleich fanden SARDOGS-Teams 4 Personen noch lebend, aber schwer verletzt unter den Trümmern.
Die Teams halfen, sie zum Hubschrauber zu transportieren und richteten ein med. Camp für kranke und leicht verletzte Einwohner ein, während die Schwerverletzten ausgeflogen wurden. Die SARDOGS-Teams gaben dem zerstörten lokalen Polizeiposten einiges an Werkzeug und Equipment und halfen, Medizin und medizinische Ausrüstung aus einem zerstörten Gesundheitsposten und einer Apotheke zu bergen. Als die Teams das Gebiet nach ein paar Tagen verließen, überließen sie das medizinische Equipment ihres Medical Camps dem lokalen Health Worker.“
Im unwegsamen, gebirgigen Gelände Nepals kommen die Rettungshundeteams oft zum Einsatz, um vermisste Personen zu suchen – nicht selten sind dies Trekking-Touristen, die sich beziehungsweise die Abgeschiedenheit, die Wetterverhältnisse oder das Terrain falsch einschätzen. Häufig werden auch Personen nach Erdrutschen, Überschwemmun-gen oder auch wegen Suizid vermisst. Die tage- bis wochenlang dauernden Einsätze bis auf 6000 m Höhe verlangen den Teams unglaublich viel ab. Unter dem Zeitdruck, die vermissten Personen lebend zu finden, nahmen sie manchmal das Risiko in Kauf, zu schnell aufzusteigen und bekamen gesundheitliche Probleme. Mensch wie auch Hund sind nicht vor der Höhenkrankheit gefeit. „Um Höhenkrankheit zu verhindern und sofort in großen Höhen einsatzfähig zu sein, sollten unsere Teams idealerweise einmal im Monat für eine Woche hinauf in die Berge gehen, aber das ist aus finanziellen Gründen unmöglich„, bedauert Daniela.
Wer Nepal kennt, kann sich vorstellen, wie schwierig es ist, hier einen verschollenen Menschen zu suchen und zu finden. Erfolg und Misserfolg liegen oft sehr knapp beieinander. So erzählt mir Karna, als er mich im Pinzgau besucht, von einer tage-langen, verzweifelten Suche nach einem einzelnen Touristen, den sie schließlich an einem Abhang finden konnten – aber leider knapp zu spät. Solche erschütternden Erlebnisse prägen sich tief ein. Die große Traurigkeit ist Karna, den ich sonst immer nur fröhlich und lächelnd kenne, anzusehen, als er mir auf Fotos zeigt, wie das Gelände beschaffen war. Das war auch unser Anknüpfungspunkt: Eine Gebirgsausbildung sei für
die Gruppe dringend notwendig – und auch eine Aufbesserung der alpinen Ausrüstung. So bekam Karna eine Bergrettungstechnik-Einschulung vom Ortsgruppenleiter der Bergrettung Zell am See und anschließend eine spannende Praxis-Woche mit einer großartigen, hilfsbereiten Bergsteigerfamilie aus Kaprun. Angesagt war Gehen am Gletscher, Handhabung von Pickel und Steigeisen, Klettern auf Fels mit allen Sicherungstechniken, Abseilen, Schluchten überwinden … Es war ein Kurzkurs, aber hoffentlich ein Anfang. Anschließend sammelten bzw. kauften wir dann Equipment wie Seil, Karabiner, Bergschuhe, Steigeisen, um nicht nur Karna ausgerüstet zu wissen, sondern auch seine Teamkollegen. Wobei der Transport des Materials nicht ganz einfach war, aber Dank eines BOKU-Kollegen zusammen mit Forschungsequipment nach Nepal möglich wurde.
Derzeit studiert Karna an der Akkon Hochschule Berlin „Internationale Not-und Katastrophenhilfe“, um eine zusätzliche Qualifizierung für die Leitung der SARDOGS Gruppe zu erwerben. Bislang konnten alle anfallenden Kosten (Visa, Flug, Versicherun-gen, Deutschkurs, Studiengebühren usw.) durch zweckgebundene Spenden aus dem Freundeskreis abgedeckt werden. Die Finanzierung des nächsten Semesters steht aller-dings noch in den Sternen. Spenden sind herzlich willkommen!
Natürlich fehlen Karna und seine Expertise bei Einsätzen in Nepal, aber mit dem Studienabschluss wird er ein Rettungsexperte mit international anerkannter akadem. Ausbildung sein – und bestens gerüstet, organisatorisch und operativ die Rettungs-hundestaffel in eine erheblich professionellere Zukunft zu führen, und ebenso bei der Vernetzung und Integration mit bestehenden Katastrophenschutzstrukturen im Land und der internationalen Zusammenarbeit zu unterstützen. Dadurch wird sich SARDOGS Nepal als Ausbildungsbetrieb für Rettungskräfte etablieren können.
SARDOGS Nepal finanziert sich bisher aus Spenden sowie aus dem Betrieb einer Hundepension und dem Hundetraining für Privatpersonen. Durch den Corona-Lockdown in Nepal ist alles zum Erliegen gekommen und die finanzielle Lage der Gruppe derzeit fatal. Einige Mitglieder zog es in die Golfstaaten, da sie dort viel mehr Geld verdienen können. Um die Staffel weiterhin über Wasser und die verbliebenen Mitglieder bei der Stange zu halten, werden dringend Spenden oder Patenschaften nötig sein. Im Fall von lokalen Katastrophen, die von der internationalen Presse nicht beachtet werden, ist es praktisch unmöglich, für eine Such- und Rettungsmission Spenden zu sammeln. Dasselbe gilt, wenn nach Toten gesucht werden muss, denn Spender sind für gewöhnlich nicht daran interessiert, Geld zu geben, „nur“ um Leichen zu finden. Auch von der Nepalesischen Regierung oder von einheimischen Spendern in Nepal gibt es keinerlei Unterstützung für SARDOGS-Nepal. Die gesamten Spenden-gelder kommen aus dem Ausland – und diese blieben 2020 aufgrund von Corona aus.
indexKontakt: Daniela Neika, Rettungshunde für Nepal www.facebook.com/rettungshundenepal; freunde@rettungshunde-nepal.de; sardogsnepal@sardogsnepal.asia;             www.sardogsnepal.asia;
Spendenkonto: Rettungshunde f. Nepal, Sparkasse Giessen, BIC/SWIFT-CODE: SKGIDE5
IBAN: DE48513500250205006825;

______________________________________________________________________

Heinz Höllebauer, Peter Holl, Andy Holzer, Alfred Horeschowsky,

_______________________________________________________________________

Silvia, Franz & Ewald Huber,

_______________________________________________________________________

Hermann Hudecek,

_______________________________________________________________________

Matthias Hutter: betreut seit Jänner 2016 eine Gruppe afghanischer Flüchtlinge (Deutschkurs, Jobsuche, Amtswege, Ausflüge). Im geschichtsträchtigen Jahr 2015 kamen knapp 100.000 Flüchtlinge nach Österreich und suchten hier um Asyl an. Mehr als 1.000 davon waren zunächst in leerstehenden Pavillons im Krankenhaus Hietzing untergebracht, keine 15 Minuten von meinem Wohnort entfernt. Zahlreiche Menschen aus der Nachbarschaft beteiligten sich in den ersten Wochen und Monaten an Hilfsmaßnahmen aller Art. Da mich andere Sprachen immer schon interessiert haben, schaute ich im Jänner 2016 in einem der frisch besiedelten Pavillons vorbei und startete gemeinsam mit meiner Frau und einigen anderen Leuten einen Deutschkurs. Die Teilnahme daran war recht groß, wechselte aber ständig. Geblieben ist eine Gruppe von knapp zehn Afghanen, Angehörigen der benachteiligten ethnischen Minderheit der Hazara. Neben den Deutschstunden unternahmen wir mit ihnen auch Ausflüge und andere Aktivitäten (Wienerwald,
Schneeschuhtour am Schneeberg, Tiergarten Schönbrunn, Konzert- und Theaterbesuche). Mittlerweile haben sie uns ein paar Worte Farsi beigebracht und die tolle afghanische Küche kosten lassen. Fast alle bekamen Asyl, besuchten weitere „offizielle“ Kurse, erhielten Sprachzertifikate und fanden Jobs (Lebensmitteleinzelhandel, Tischlerhandwerk, Bau, Gastro). Bei dreien davon durfte die Familie nachkommen.
Unsere afghanischen Freunde sind das Gegenteil von dem, was häufig mit Flüchtlingen aus diesem Land assoziiert wird. Sie sind freundlich, höflich, sportlich und wissbegierig. Einer studiert im dritten Semester Bauingenieurwesen und jobbt an der Kassa eines Lebensmitteldiskonters, ein anderer war beim Alpine Peace Crossing (alljährliche Friedenswanderung entlang einer Fluchtroute von mehr als 5.000 Juden 1947) dabei. Auch Humor ist ihnen nicht fremd. Als Abdul gefragt wurde, ob seine mittlerweile nachgekommene Frau ein Kopftuch trage, antwortete er dem Fragesteller mit todernster Miene: „Nein, sie braucht kein Kopftuch, sie trägt eine Burka“. In Wahrheit ist seine Frau kleidungsmäßig von einer Österreicherin nicht zu unterscheiden.
Was im Kleinen ansatzweise funktioniert, soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass das weltweite Flüchtlings-und Migrationsthema eine riesige Herausforderung darstellt und auch eine erhebliche politische Sprengkraft beinhaltet. Aufgrund der Komplexität gibt es – so wie ich es sehe – keine einfachen Antworten, schon gar keine Antwort schlechthin im Sinne von „alle sollen kommen“ oder „alle abschieben“. Natürlich müssen Menschen, die aus fernen Ländern nach Mitteleuropa kommen, Normen und Werte der Aufnahmeländer akzeptieren und Engagement für ihre Ausbildung und ihr Fortkommen zeigen, und natürlich kann Österreich nicht alle Probleme dieser Welt lösen, klar. Andererseits ist es jedoch sehr bereichernd und horizonterweiternd, sich nicht nur auf Zeitungsmeldungen und populäre Vorurteile zu verlassen, sondern auf geflüchtete Menschen zuzugehen und sie näher kennen-zulernen. Wenn Integration funktionieren soll, dann wohl nur durch Begegnungen auf Augenhöhe.
Buchtipp: Franz Paul Horn – Über die Grenzen, Abenteuer & Flucht – Mit dem Fahrrad von Wien nach Teheran, zu Fuß über die kurdischen Berge, mit dem Schlauchboot übers Mittelmeer; Verlag Kremayr & Scheriau.