G: Hofrat Prof. Dr. Karl Gabl … Richard Gerin …

Karl Gabl, Erich Gatt, Stephanie Geiger, Christl Gensthaler, Richard Gerin, Klaus Gerosa, Georg Geyer, Simon Gietl, Viktor Wolf v. Glanvell, Hans Goger, Leo Graf, Robert und Brigitte Grasnek, Helmut Graupner, Martin Gratz, Heinz Grill, Ingrid & Franz Grohmann, Harry Grün, Josef Gwiggner …

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Gabl_smallHofrat Prof. Dr. Karl Gabl, geb. am 21. 12. 1946 in St. Anton am Arlberg, lebt in Innsbruck. Er ist Präsident des Kuratoriums für Alpine Sicherheit und Leiter der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Innsbruck (i.R.). Der staatl. gepr. Berg- und Skiführer, Landesschilehrer, sowie zertifizierte Sachverständige für Meteorologie leitete zahlreiche Expeditionen. Bekannt wurde er mit seinen Wetterprognosen für Höhenbergsteiger auf der ganzen Welt. Er wird auch die „Grenzgänge“ wettermäßig beraten und mit seiner Freundin Stephanie ein Stück begleiten. http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Gabl

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Erich Gatt, Stephanie Geiger,

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gensthalerChristl Gensthaler,

Bücher: «Frech genug musst’ auch noch sein – Über den Watzmann zum Matterhorn», AS-Verlag Zürich; Die Geschichte des Xaver Unterharrer, Eigenverlag.

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Gerin, RichardRichard Gerin 1884 – 1952, ÖAK-Mitglied seit 1905
Hätte zu seiner Zeit bereits die Bezeichnung „Playboy“ existiert – Gerin hätte ein Prototyp sein können für einen Mann, der hauptsächlich zu seinem Vergnügen lebt. Der Wiener, aufgewachsen im großbürgerlichen Wohlstand der Gründerzeit (Druckereibesitzer), war ein Allround-Sportler: Bob oder Skeleton am Semmering, Einser oder Achter auf der Donau, Pferderennen, Parforceritt, Motorrad- oder Autorennen, Athletiksport jeder Art … Dass der „schöne Richard“ selbstverständlich auch bei Frauen Erfolg hatte, liegt nahe. Doch vor allem verstand er sich auch auf abenteuerlichen Pfaden sicher zu bewegen, hoch über Zeitmessung und Siegerehrung: im Hochgebirge. Über 200 Neutouren hat er unternommen, unter anderem sind drei große Anstiege auf den Großglockner – Nordostgrat, Südwand sowie Glocknerwand-Nordwand – Beweise seines alpinen Könnens. Am Grimming tragen sieben Aufstiege seine Handschrift. Unter seinen Seilpartnern finden wir Namen wie Gams, Zimmer, Pichl, Plaichinger, Wieder, Friedl, Pitschmann, Szalay, Awerzger u. a.
Nach dem Ersten Weltkrieg, als sein Draufgängertum in eine andere Richtung kanalisiert wurde (für tollkühne Aktionen an der Ortlerfront mehrfach dekoriert und schließlich als Alpin-Referent eingesetzt), widmete er sich in der Folge wieder dem Aufbau seines Druckereiunternehmens, mit sichtlichem Erfolg. Wobei der Hauptverdienst daran seinem Bruder zugeschrieben wird – einer weniger flamboyanten Persönlichkeit, jedoch mit mehr Bodenhaftung … Otto Langl (ÖAZ 1953, S. 26): „Im Sommer 1932 begegnete ich dem noch immer smarten Richard bei den Salzburger Festspielen auf der Stadtbrücke, einen riesigen Rennwagen steuernd – lässig zurückgelehnt, die Pfeife im Mundwinkel, eine original schottische Hochländermütze betont schief auf dem Scheitel, zur Seite eine schicke Weiblichkeit, jeder Zoll eine köstliche Kopie ‚Seiner Lordschaft‘, dem Verkehrsposten gnädig zuwinkend – so was machte ihm, dem Spötter aus Vergnügen, ungeheuren Spaß!“ – Schließlich hat der hartgesottene Junggeselle doch noch eine Familie gegründet – aber er dürfte offenbar in zu schnellem Tempo gelebt haben: dieser sportliche, dabei trinkfeste, humorgeladene Mann starb mit achtundsechzig Jahren an einem Herzschlag. Seine Witwe erfüllte ihm den Wunsch, „zu Füßen des Glockners“ ruhen zu dürfen – auf dem Friedhof von Heiligenblut.
Gerins rastlosem, lebenslangem alpinistischen Eifer steht aber bedauerlicherweise eine ausgesprochene Schreibfaulheit gegenüber – ganze drei alpine Aufsätze hat er im Lauf seines Lebens produziert, überwiegend beließ er es bei knappen Routenbeschreibungen (z.B. ÖAZ 1932)
Große Touren und Erstbegehungen:
1904 Ödsteinkarturm-Nordgrat, 1. Erst.; Dachstein-Südwand; Ödstein-Nordwand.
1905 Watzmann-Ostwand.
1906 Hochthron-Ostwand, 1. Erst.; Scheiblingstein-Ostwand, 1. Erst.
1907 Ortler-Marltgrat, 1. Überschr. Großer Eiskogel-Thurwieserspitze-Trafoier Eiswand-Schneeglocke, Mörchnergrat; Barthgrat des Hohen Göll; Erschließung der Manndlwand des Hochkönigs.
1908 Hochseiler-Westgrat; Hochkönig, Wetterwand: Prisojnik-Ostwand, 1. Erst. Hochtenn-Nordwand.
1909 bis 1910 Breithorn-Südgrat; Großer Pyhrgas-Nordostwand; 1. Erst. Grimmig-Nordwand; 1. West-Ost-Überschreitung des Krimmler Tauernkamms; Triglav-Nordwand; 1. Erst. Klockerin-Westgrat,
1911 Großglockner-Nordostgrat und Südwand; Glocknerwand-Nordwand; „Kastengrat“ (Hoher Kasten-Ödenwinkelwand), 1. Erst.“Totenkopfgrat“ (Hohe Riffl“), 1. Erst.
1923 Hocheiser-Westgrat, Kitzsteinhorn-Südwestwand,
1932 Großglockner-Südwestgrat
A. Mokrejs, in „Der Grimming“, Schall-Verlag 2011

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Klaus Gerosa: Wie man Gruppen von 18jährigen Abiturienten quer durch die Alpen zu 34.108 Höhenmetern bewegt, und wie nachfolgende 68jährige dann diese 551 Kilometer mit ‚Seniorenvarianten‘ entschärfen! Man nehme: einen Sportlehrer aus einem Gymnasium, eine lernunlustige Abiturientengruppe mit der Drohkulisse ‚Abiturarbeit Praxis-Seminar, Thema irgendwas‘, dazu den Zufall, dass ich anno 2015 bei einem Einwickel-Zeitungspapier las: Schüler des Sebastian-Finsterwalder Gymnasiums wollen einen Weg zwischen den Europäischen Partnerstädten Rosenheim (Oberbayern) und Lazise (Gardasee) finden … Das hat mich damals spontan elektrisiert, denn Tage zuvor hatte ich mit zwei smarten 18jährigen Münchnern einen Disput, nachdem sie mir eine Stunde mit wohlwollender Nachsicht meinen PC und zusätzlich noch die Welt erklärt hatten.
Kurz und bündig: nach einem Treffen mit dem Lehrer André Hamann des Gymnasiums war aus dem P-Seminar der Schüler die Vision eines mehrjährigen Projekts mit ‚Forschungsanspruch‘ geworden, denn meine Frage lautete: „Wie könnte man 18jährige Jugendliche, die in ihrem Stadtbiotop nur mit Handy, Apps, Smartphone und Familien-SUV überleben, auf noch nie so begangenen Wegen dazu bringen, dass sie etwas von der Begeisterung ihrer Großeltern oder Eltern für die Natur der Berge erfahren, indem sie selbst etwas bewusst wahrnehmen und erleben?“
Das erste Treffen 2015 mit den 14 Schülern war ernüchternd. Manche von ihnen waren noch nie in den Alpen gewandert. Bergschuhe, Rucksackerfahrung, Kartenlesen: Fehlanzeige! Meine Hochachtung für die Pädagogen wuchs von Jahr zu Jahr, denn 2019 war es vollbracht: Vier Etappen, vier aktive Abiturientengruppen, insgesamt 35 Tagesetappen durch drei Länder mit einer ‚Wanderzeit von 206,6 Stunden‘ und Tausende von Daten, die alle ‚Alpendurchquerer‘ täglich für sich in Fragebögen eintrugen: 10 Fragen zu sich selbst, 10 Fragen zur Gruppe, 10 Fragen zur Umwelt und Natur und 10 Fragen zur Kultur! Bei 10 Teilnehmern an 10 Tagen sind das schon 4000 Antworten.
_DSC2418cUnsere Forschungs-Hypothese war: die Jugend ist ‚besser als ihr Ruf‘, wenn man sie nur mündig macht und fordert – und das ist auch mit untrainierten ‚Mach‘ ich nie!‘-Youngstern möglich, wie nun die Erfahrung zeigte! Denn oft gab es auch nach Tagen mit Regen, Kälte und großen Entbehrungen auf den Fotos glücklich fröhliche Gesichter zu sehen – und am Schluss auch gute Abiturnoten!
Zusammengefasst: die direkte ‚Wege-Verbindungslinie Rosenheim-Lazise‘ wurde in vier Jahren durch die Arbeit von 50 Abiturient(inn)en erforscht und dokumentiert. Mein Ansprechpartner, der StR André Hamann: „Eine komplett neue Transalp wurde gestaltet, die Jugendlichen haben selbst geplant und organisiert, sind mit ihrem Gepäck losgelaufen – ohne Chance auf Fremdtransport! Mit einem Leistungsanspruch zwischen ‚einfach bis fordernd‘, mit Besteigung der unbekannten Gipfel, die auf den jeweiligen Routen lagen, des Öfteren weglos und querbeet mit teils unbekanntem alpinen Gelände – rund 180 Kilometer pro Abschnitt.“
Die Umsetzung dieser versponnenen Idee insgesamt: Es gab vier tolle Berichtsabende in der gefüllten Aula des Gymnasiums! An einem der Abende beispielsweise waren Norman Dyhrenfurth zusammen mit Anderl Mannhardt (Erstbeg. Diamirflanke, Nanga Parbat) und Maik Beek am Podium und motivierten die Schüler(inn)en, die Eltern und Lehrer für kommende Etappen!
Die letzte Abiturientengruppe drehte bis zum Empfang in Lazise einen tollen Film ihrer Abschlussetappe – und alle Beteiligten zusammen schufen mit ihren Berichten die Grundlagen für einen Reiseführer ‚Fernwanderweg Rosenheim-Lazise‘: Das Buch wurde pünktlich zum 40sten Jubiläum der Städtepartnerschaft Rosenheim-Lazise von der Herrligkoffer-Stiftung herausgegeben (München, gerosa@herrligkoffer-stiftung.de; € 19,00 zzgl. Mwst und Porto).
Der Grund: Karl Maria Herrligkoffer hatte anno 1935 im Altbau des Sebastian-Finsterwalder-Gymnasiums sein Abitur bestanden, als Bester des Jahrgangs. Und Dr. Richard Finsterwalder, Sohn des berühmten Vaters Sebastian Finsterwalder, war überlebender Teilnehmer der Nanga-Parbat-Expedition von 1934, bei der Expeditionsleiter Willy Merkl starb – und dieser war der Halbbruder von Karl Maria Herrligkoffer. Dessen Sohn Dr. med. Klaus M. Herrligkoffer sagte 2019: „Diese Wegesuche der Abiturienten stand zum einen für ein Erproben erlernter Wissensbereiche und Fähigkeiten, zum anderen für eine Wegebewältigung, die sich gerade bei alpin Unerfahrenen oft als noch nicht erlebte physisch-psychische Herausforderung mit persönlichem Entscheidungsdruck stellt!“
Tja, das Abitur als echte Reifeprüfung – wer hätte das gedacht! Mit einem durchgängig erfreulichen Ergebnis, dass alle ‚Abi-Prüflinge‘ auf ihr ‚Ergebnis im Fach Sport‘ – wie unterschiedlich auch immer – darauf stolz waren. Wie auch staunende Eltern von ihren oft verwandelten Sprösslingen höchst erfreut waren – da machten die Jungen im Nachhinein mit ihren Berichten und Bildern so manche Besorgten sprachlos!
Von der Elbe nach Lazise über Rosenheim Wie sind Wegebeschreibungen zu gewichten, zu interpretieren und umzusetzen, wenn zu den objektiven Gefahren im Gebirge der ‚Faktor 50-Plus‘ hinzukommt? Die aktuell attraktivste wissenschaftlich-empirische Fernwege-Version entstammt der Waterkant-Region Nordelbe-Nordheide-Hamburg. „Angelehnt an die 35 Etappen“ hatte mich Karl-Michael Kaufmann (DAV-Sektion Hamburg) angefragt, ob er nicht gleich die GPX-Files haben könne: Es gebe da ein paar Hamburger, die seien bei diesem Abiturientenwege an einem ‚Nachschauen‘ interessiert, nicht nur an einem bloßen ‚Nachlaufen‘. Und dann klinge auch sein Titel „Alps Traverse Gemelatto“ doch viel melodischer, romantischer …
Ich dagegen hatte schon wieder eine Vision von ‚Vergleichs-Forschungsfragebogen 50-Plus‘ – doch Bergfreund Karl-Michael reduzierte mich gleich unprosaisch-nüchtern auf Realitäten: alle Norddeutschen seien ältere Bergsteiger, das bedeute: „Wenn eine Seilbahn fährt – nutze sie!“ Mit dem Hinweis, dass das ein Zitat von Michael Pause sei, erstickte er alle meine Umweltschutzgedanken! Dann wies er mich in den Gebrauch von Wanderstöcken, ‚Abkürzern im Gebirg‘, Hotels und Restaurants ein. Und schwärmte vom Genuss des Wanderns ohne irgendwelche Auflagen!
Inzwischen sind die ersten beiden Fernwanderwegabschnitte … pardon: der ‚Alp Traverse Gemellato‘ von den norddeutschen ‚Aktiv-Senioren‘ begangen. Zuforderst mit dem Start bei Flintsbach (Rosenheim) bis nach Maurach am Aachensee (acht Tagesetappen). Später folgte der zweite Abschnitt mit neun Tagesetappen von Fügen (Zillertal) nach Mühlbach, also ’Rio di Pusteria‘: Mamma mia … Ziel Brixen … Der dritte Abschnitt ist für 2021 geplant – aus Erfahrung mit Seniorenvarianten wie Talabstieg ins Hotel mit Taltraverse zur Gastronomie. Möglich, dass jetzt Covid-19 eine Neuplanung für eine Höhentour nahelegt, nachdem diese eine gewisse Virenfreiheit verspricht! Die sich selbst gestellten Beobachtungsthemen der Hamburger Gruppe betreffen den Schutz der natürlichen Umwelt, diesbezügliche Veränderungen in Siedlungsbereichen, und was man als Bergwanderer sinnvoll zu einem ganz kleingehaltenen ‚carbon-footprint‘ machen sollte … Ganz ohne Fragebogen können sich damit die Hamburger Senioren mit den Rosenheimer Gymnasiasten wissenschaftlich ‚korrelieren‘: sie sind ‚im Kopf gleich jung oder gleich alt‘ – und diese Erkenntnis ist doch ‚super‘! Das Projekt zeigt auf, dass die Abiturient(inn)en froh wären, wenn sie bereits vor der Arbeitsdurchführung als auch bei den Abschlussarbeiten die Expertise der Älteren nutzen könnten.
Gesucht: Senioren, die Zeit und Lust haben, am Telefon oder via Internet Abiturient(inn)en zu betreuen, die zu alpinen Themen ihre Arbeit schreiben. gerosa@herrligkoffer-stiftung, +49-89-64257490

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Georg Geyer, ÖAK-Präsident 1892; Geologe;

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fullsizerender-1-Simon Gietl, Luttach im Ahrntal, geb. 1984: „Erst mit 18 Jahren, während der Lehre zum Tischler, entdeckte ich meine Leidenschaft fürs Klettern. Noch nie zuvor übte eine Sportart eine derart große Intensität auf mich aus. Nach drei Jahren in der Welt der Vertikalen erkannte ich, dass Tischler zwar mein Beruf jedoch nicht meine Berufung war. Heute bin ich geprüfter Bergführer und werde von führenden Marken und Unternehmen unterstützt, um meine Projekte realisieren zu können. Ich habe das Privileg, meinen Traum zu leben. Am liebsten widme ich mich alpinen Fels- und Eisrouten, insbesondere solchen, die sowohl hohe Ansprüche an den Körper als auch an den Kopf stellen. Getreu Wolfgang Güllichs Aussage: ,Der Kopf ist der wichtigste Muskel beim Klettern‘, trainiere ich Körper und Geist auch mit dem Anspruch, eigene Spuren in alpinen Wänden zu hinterlassen. Wenn ich nicht in den Bergen unterwegs bin genieße ich die Zeit mit meiner Frau Sandra und meinen beiden Söhnen Iano und Iari.“

Zahlreiche extreme Erstbesteigungen und Erstbegehungen (z.B. am Shivling in Nordindien, in Patagonien, Peru und seiner Heimat, den Dolomiten) sind dem jungen Südtiroler Bergführer bereits gelungen. Infos auf www.simongietl.it

„Fühl dich stark, aber nicht unsterblich“

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Viktor Wolf v. Glanvell, 

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GogerHans Goger, Wolfau, südl. Burgenland, Jahrgang 1965, bewohnt einen alten Arkadenhof … verbrachte schon seine Kindheit und Schulzeit in Wolfau und Markt Allhau, Beginn einer Maurerlehre, Grundwehr-dienst und Verbleib als Orientierungsläufer bei der Heeressport- und Nahkampfschule;
3 Jahre als Profisportler im HSNS-Leistungszentrum Pinkafeld, Teilnahme an 2 Weltmeisterschaften in Dänemark und Norwegen sowie zahlreichen Auslandstrainingskursen (hier entstand die grenzenlose Reiseleidenschaft). Die sportliche Aktivitäten reichten aus für einen Vize-Staatsmeistertitel im Einzellauf und einer Bronzemedaillie im Staffelbewerb – auch bei Straßenläufen recht erfolgreich (beste Zeit für 10 km: 32 min. 58 sec.), zwischenzeitlich Ausbildung zum Heilmasseur, Beendigung der aktiven Wettlaufkarriere und Beginn von Expeditionen in die Wildnis und Touren auf die höchsten Berge der Erde, die nach wie vor das Leben bestimmen.
Als Burgenländer auf den höchsten Bergen der Welt? Das ist kein neuer Burgen-länderwitz, sondern schon seit Jahren Realität und beginnt mit der Besteigung des Mont Blanc (4805 m), des Cotopaxi (5897 m) und Chimborazo (6310 m)in Ecuador 1993. Darauf folgt der Pik Kommunizma (7495 m), die Schiüberquerung des Packeisgürtels vor Ellesmere-Island, Kanadische Northwest Territories …1997 gelingt der erste 8000er, der Cho-Oyu (8201 m), 1999 die Besteigung des Mount McKinley (6193 m) und die Überschreitung der Alaska-Range, 2002 die Überquerung des Aconcagua-Massivs (6962 m), 2003 der Khan-Tengri (7020 m), 2005 folgt der vorläufige Höhepunkt der burgen-ländischen Bergsteigergeschichte: Hans Goger steht auf dem Dach der Welt, dem Gipfel des Mount Everest (8850 m)! 2006 steigt Hans auf den Shisha Pangma (8046 m); 2009 gelingt eine neue Route auf den Nanga Parbat ( 8125 Meter ), 2010 die Carstensz Pyramide (Puncak Jaya, 4884m) in Neuguinea. 2011 klettert er über die 800 m hohe Nordwand auf den Mount Kenya (5199 m)… Beruflich ist Hans auch tätig – zur Zeit als Masseur in Bad Tatzmannsdorf und als Buchautor.                     www.hansgoger.com

Eine Burgenlandschule für Dhawa: Auch, wenn ich am Anfang ein wenig daran zweifelte, dass alle Einwohner meines schönen Heimatlandes mit diesem fernen Himalayastaat etwas anzufangen wissen und sich angesprochen fühlen. Erfreulicher-weise hatte ich mich aber getäuscht! „Burgenländer helfen Nepal“ ist ein Verein. Neben mir als Obmann gibt es noch den Kassier Maximilian und den Schriftführer Niklas. Wir hatten uns im Herbst 2018 zum Ziel gesetzt, in der Gorkha-Region eine Schule zu bauen. 2014 und 2016 war ich in diesem Teil Nepals unterwegs, um den Manaslu, einen der 14 Achttausender, zu besteigen. Beide Expeditionen standen unter keinem Glücksstern und ich blieb erfolglos. Doch lernte ich Buddhiman, den Vater meines Patenkindes Icha, kennen. Ich hatte dafür gesorgt, dass er als Träger die Tour mitmachen konnte. Nach dem Besteigungsversuch traf ich mich im Tal des Buddhi Ghandaki-Flusses im Zentrum Gorkhas mit Buddhiman, seiner Frau und Icha, dem reizenden Mädchen, für dessen Schulausgaben ich nach wie vor aufkomme, und freute mich über die Lernerfolge.
Am Weg durch die wildromantische Schlucht kam ich immer wieder an großen Erdrut-schen und zerstörten Gebäuden vorbei. Im April und Mai 2015 ereigneten sich in Nepal zwei verheerende Erdbeben, die an die 10.000 Todesopfer forderten und ganze Land-striche verwüsteten. Besonders betroffen war das ohnehin bitterarme Gorkha, wo auch das Bergmassiv des Manaslu liegt. – Und wo mein Patenkind mit seiner Familie lebt.
Gleich nach der Katastrophe hatte ich in Österreich mit befreundeten Bergsteigern einige Lichtbildervorträge gehalten und den Gesamterlös für den Wiederaufbau Nepals gespendet. Nun dachte ich daran, zusammen mit meinen jungen Freunden Nik und Max  für die Kinder der kleinen Ortschaft Dhawa, nicht weit von der Stadt Arughat entfernt, eine Schulezu bauen! Da wir alle drei eingefleischte Burgenländer sind und hauptsächlich in unserem Bundesland Spenden sammeln wollten, sollte in Nepal die Burgenlandschule entstehen! Wann, stand freilich vorerst einmal in den Sternen.
Im Herbst 2018 flossen die ersten Gelder auf das frisch angelegte Hilfskonto. Zuerst etwas zäh – doch dann ging es los! Plötzlich waren wir in aller Munde und von Landeshauptmann Doskozil abwärts interessierte sich das halbe Burgenland für unser Schulhaus! Ein im Advent mit zigtausenden Lichtern hell erleuchtetes Gebäude in Bad Tatzmannsdorf – das „Weihnachtshaus“ der Familie Gollnhuber – wurde zum ersten Großspender und sicherte sich damit eine Namenstafel an dem gesponserten Klassenraum. Auch die Rotarier spendeten einen größeren Betrag und bekamen dafür den „Rotary Club Oberwart-Hartberg Classroom“. Die Extrembergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner und ihr Team teilten den Erlös einer 24-Stundenwanderung mit uns … die Liste unserer Unterstützer wurde immer länger! Vergelt‘s Gott an alle Spender im Namen der Kinder Nepals!
Nach nur drei Jahren hatten wir die notwendige Summe beisammen. Ein einheimischer Bauunternehmer wurde beauftragt, die Admin. übernahm die Charity-Organisation „Children of the Mountain“, zu der mich mein Freund Ernst Dullnig brachte. Er ist der Chef der NÖ-Naturfreunde und war eine große Hilfe bei unserem Projekt.
Im Herbst 2019 bestieg ich mit zwei Freunden die Ama Dablam (6814 m) in Nepal. Anschließend fuhren wir von Arughat über eine holprige Schotterpis-te nach Dhawa, um den Spatenstich für unsere Burgenlandschule durchzuführen. Es war eine ergreifende Zeremonie, vom Säugling bis zum Greis kamen sämtliche Ortsbe-wohner. Die Schulkinder waren hübsch herausgeputzt. Alle trugen ihre Schuluniformen und freuten sich ganz offensichtlich darauf, dass der kilometerlange Schulweg bald wegfällt, wenn gleich um die Ecke unterrichtet wird. Die leuchtenden Kinderaugen gaben mir das befriedigende Gefühl, dass sich der Aufwand lohnt.
IMG-20200801-WA00002020 hätte das Schulgebäude offiziell eingeweiht werden sollen. Eine größere Gruppe Burgenländer wollte mitreisen und hatte sich schon auf das Abenteuer gefreut. Doch dann passierte Corona,  Reisen in den Himalaya waren von einem Tag auf den anderen nicht mehr möglich, die offizielle Eröffnung der Burgenland-schule wurde auf Herbst 2021 verscho-ben. Immerhin hat der Schulbetrieb in-zwischen begonnen. Gemäß dem Motto unseres kleinen Vereines: „Willst du die Welt ändern, dann beginne mit den Kindern. Lehre sie Achtsamkeit gegenüber den Mitmenschen und der Natur. Gib ihnen Schulhefte und Bleistifte anstatt Waffen. Gib ihnen Bildung!“
Spendenkonto: Burgenländer helfen Nepal (auch Nichtburgenländer dürfen spenden!)
IBAN AT79 3312 5000 0191 1890; BIC RLBBAT2E125

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Leo Graf, Robert und Brigitte Grasnek, ÖAK-Vizepräsidentin seit 2019, 

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Helmut Graupner, Martin Gratz, Heinz Grill, Ingrid & Franz Grohmann, Harry Grün, Josef Gwiggner …

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