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Mag. Harald Fasching, Simone Findeis, Edmund Forster, Herwig Frisch, Theo Fritsche, Eduard Frosch …

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ÖAK Harald Fasching Portrait 2019.09.10.Mag. Harald Fasching, geb. am12.9.1956 in Lunz am See, lebt in Wien, VS in Lackenhof am Ötscher, HS in Lunz am See, HAK-Matura und Studium der Betriebswirtschaftslehre an der WU in Wien, Berater- und Trainertätigkeit in versch. Bereichen, seit 1999 Geschäftsführer der Kolpinghaus Wien-Zentral Betriebsges.m.b.H.
Warum Bergsteigen? „Vermutlich hat schon mein Vater die Fährten in diese Richtung gelegt, war er doch selbst aktiv und in Lackenhof am Ötscher viele Jahre lang aktiver Bergrettungsmann. Mit Freunden bin ich dann bald einmal durch heimatliche Berge gezogen. Das Klettern hat seine Quelle in der Freundschaft mit Walter Siebert und Walter Graf, mit denen ich alsbald unterwegs war.“
Vorträge & Publikationen: „Gemeinsam mit Günter Amesberger, Walter Siebert und Walter Graf arbeitete ich in den 1980er-Jahren an einer „neuen alpinen Führungs-methode“, die in vielen verschiedenen Vorträgen und Seminaren zum Besten gegeben wurde und letztendlich in die Publikation „Selbsterfahrung statt Fremdorientierung“ (1986, Uhlen-Verlag) mündete. Mit Walter Siebert verfasste ich 1989 das Buch „Lawinenkunde lebendig lernen – lustvoller und effektiver Lawinenkundeunterricht in Praxis & Theorie“, das im Verlag Schall erschienen ist, und mit Walter Graf 1991 einen Leitfaden für GruppenleiterInnen im alpinen Bereich „Wahrnehmen-Erkennen-Wissen-Handeln“, der vom VAVÖ herausgegeben wurde.
Unzählige Vorträge, Seminare und Workshops für Führungskräfte im alpinen Bereich (Bergführer, Bergrettung, Lehrwarte, Sektionsvorsitzende, …) zum Thema „Führen im alpinen Gelände“.
Berg- und Klettertouren u.a.: Im Vorstieg bis zum VI. Grad, darüber lieber im Nachstieg; bitte mir nachzusehen, dass ich hier „etwas oberflächlich“ vorgehe, doch eine wirklich detaillierte Auflistung würde in einer Diplomarbeit enden. ;—). Ich erinnere mich nicht mehr im Detail an meine Bergfahrten, doch ist einiges dabei im Wilden Kaiser (Predigtstuhl-Nordkante, Dülfer-Wandl‚ …), Dachstein-Südwand (Steiner Weg), Bischofsmütze (Jahnweg), Torstein-Eisrinne, Schneebergwand, Hochkesselkopf SW-Verschneidung, Koppenkarstein (Südwestpfeiler), Zillertaler Alpen (Turnerkamp-Ostgrat) …‚ Piz Bernina (Bianco-Grat) & Piz Palü-Überschreitung, Großer Buchstein (Westgrat), Gesäuse Überschreitung Hochtor-Ödstein, Kirchengrat, Rax, Schneeberg (Stadelwand, …) … Sportklettermäßig dann von Spanien bis Norwegen, von Südengland bis Griechenland …
Schitouren: Niedere & HoheTauern, Bergell, Silvretta, Piz Palü, Stubaier Alpen, 10 Jahre lang als Referent bei der staatl. Schitourenwarte-Ausbildung an der BAfL/Wien tätig.
Bergpartner: Walter Siebert, Walter Graf, Peter Ressl, Günter Amesberger, Michael Mayr, Brigitte & Kathrin Fasching, Heidemarie Müllner, Heinz-Lothar Stutte …“

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22136974_853380964824888_8501215304744834825_oSimone Findeis, geb. am 12. 1. 1978 in Wien, lebt in Möding; Studium an der Techn. Universität Wien (Archi-tektur, Kunst, Fotografie, Bauphysik); Arbeiten aus Vermessungstechnik u. Architektur – Konzeptueller, Umbau und Sanierung, Einzelanfertigungen; Div. Bergsport-Ausbildungen, Tauch- und Segelschein; Management und Vorstandsausbildung, Umwelt- und Naturschutzausbildung in der AV-Akademie,Schwerpunktausbildun-gen im Ber. Sportklettern, Gesund-heitsklettern und Klettertechnik; Routensetzerin, Erschließungen und Erstbegehungen von Neutouren; Vorsitzende AV-Landesleitung NÖ;  Stellvertr. Vors. AV-Mödling und Vors. Natur- u. Umweltschutzref. Mödling bis 2020, vorgeschl. als Bundesaus-schussmitglied für 2020, 2. Rech-nungsprüferin der AV-Reichenstei-ner; Tourenführerin und Ausbildne-rin, Gründerin des Zukunftsdialoges – Klimaschutz im Bergsport; Organi-sation Auto-freier-tag und Gesundheitstag in Mödling, Fotografin (Landschaft, Tiere, Bergsport), Autorin (Eigenverlag);
Warum Bergsteigen? „Ich komme „zur Hälfte“ aus Vorarlberg und denke, daher wurde es mir in die Wiege gelegt. Skifahren konnte ich bereits mit 4 Jahren, war vermutlich in Österreich eine der ersten Frauen im Snowboard-Sport die sich mit selbstgebastelten Steighilfen in den Steilrinnen der Alpen mit Pudelmütze austobte und davon nicht genug bekommen konnte. Erst viel später habe ich mich der klassischen Disziplin Skitourengehen gewidmet. Geklettert bin ich in jungen Jahren schon auf und um das Bauernhaus meiner Tante, später lernte ich über das Alpine Klettern die Seiltechnik, das Eisklettern, das Hochtourengehen, Mixed und Varianten. Sportklettern war damals nur ein Schlechtwetterprogramm. Die Alpen waren mein Gebiet mit viele Touren in Frankreich, der Schweiz und Italien. Über Gletscher und wegen der Kletterpatschen eine selten begangene Granitpyramide empor war ein Erlebnis der Sonderklasse. Oder einfach die Schönheit der Rax und des Schneeberges genießen, mir war alles recht und gut, ich liebte von klein auf schon die Berge.
Heute fühle ich mich wie ein Wolf, ich brauche die Luft – jeden Tag. Im Freien erhole ich mich und sammle Energie in der Natur. Auf der Hochgebirgsschule in Kaprun habe ich ausgeholfen, Gruppen geleitet und u.a. auf das Gr. Wiesbachhorn geführt. Hier entdeckte ich meine Vorliebe als Kletter- und Berglehrerin. Für eine Gruppe da zu sein und den Leuten etwas beizubringen gefiel mir sehr. Daraus entwickelte sich eine Leidenschaft und ich stellte fest, das bin ich – ich möchte Menschen zum Bergsteigen ausbilden.
Um 2009 entdeckte ich bei einer Inselreise das Sportklettern – neue Felsformationen, vor allem Überhänge und Dächer gefielen mir am besten. Im Monkeystyle schwingen und sehr dynamische Kletterei, hier begann meine Stilfindung – ich tüftelte an den Schwierigkeitsgraden und erweiterte mein Können um ein Vielfaches im nun tagesfüllenden Sportklettern. Die Eleganz in der Bewegungstechnik und die Leichtigkeit im Fluss zu sein freuten mich – etwas Neues zu lernen, wenn etwas nicht funktioniert, das Wiederkehren und Aufbauen einer Beziehung zu einzelnen Sedimenten, vor allem die Feinmotorik war jetzt gefragt. Und dies alles auf einer kurzen Distanz, die ein Maximum von 40 m nie überschritt. Eine Pause war ab jetzt immer möglich :) Das war Neu für mich und ich genoss es sehr.
Wo andere unter Leistungsdruck gerieten, erreichte ich meine Komfortzone und die Urlaubszeit begann. Schnell entdeckte ich, ab dem 8ten Grad bin ich Zuhause, umso schwerer die Route umso besser gefiel sie mir, umso mehr Spaß machte es mir, das Rätsel zu lösen. Kreativität war gefragt und ich begann die Körperarchitektur als Hybrid zu schaffen, sah den Raum der Bewegungstechnik als vorrangig und begann die Klettertechnik bis ins Detail aufzuschlüsseln.
Zu einem späteren Zeitpunkt kam dann die Architektin in mir wieder durch, ich wollte wieder etwas bauen, diesmal eine eigene Route. Zuerst begann ich mit Routensanierungen in Sardinien, wollte Sicherheit für die Allgemeinheit schaffen. Danach entstanden Schritt für Schritt die ersten Sportkletterrouten, die ersten eigenen Sektoren in Sizilien. Begann zu publizieren, entdeckte die Materie des Erschließens für mich. Sofort war der Heimflug storniert und ich blieb 4 Monate im Ausland – zum Erkunden neuer Wege in der Vertikalen Felswand und fühlte mich wie Indianer Jones beim Entdecken alter Kulturen, dachte mir wie spannend und aufregend zu gleich es ist, ein Stück Land zu berühren, wo vorher noch niemand war, entdeckte eine kleine versteinerte Schnecke. Anscheinend hatte diese Jahrmillionen auf mich gewartet. Ebenso faszinierten mich die unglaublichen Sinterformationen, welche im südlichen Europa zahlreich zu finden sind, die Energie und Schönheit der gewachsenen Skulpturen in ihren weichen Formen. – Architektur, Feldforschung, die Errichtung neuer Wege – so nenne ich meine Unternehmungen. Dann umgekehrt, das Erstbegehen dieser Wege und zu Lernen, die Schwierigkeitsgrade am Felsen schon frühzeitig lesen zu können.
Meine Suche nach der Traumlinie hatte begonnen. In so manchen Ländern habe ich als erste Frau diverse Wege im Alleingang von unten oder oben gebohrt, je nach Situation. Für mich waren dies immer die entspanntesten Reisen. In Wien versuchte ich mir etwas Geld zu verdienen, begann mit Boulder-Kletterkursen und im Zuge dessen schraubte ich die ersten farbreinen Boulder-Routen. Für mich war klar, ich werde für den Rest meines Lebens nur noch Klettern.
Nach einem schweren Bandscheibenvorfall, entdeckte ich das Gesundheitsklettern. Dabei geht es nicht um Leistung sondern um die Freude an der Natur. Das Klettern ist für mich eine Sprache, ein Spiegel der Seele der Menschen, ich kann über das Klettern mit den Leuten kommunizieren. Ich lese durch ihre Bewegungstechnik.
Mein derzeitiges Projekt ist auf Fotografieren und das Schreiben einer Publikationsreihe fokussiert, in der Ruhe im Erholen, im Dinge einmal anders zu machen als gewohnt. Das tut mir grad sehr gut und ich fühle mich sehr wohl damit. Was mir bis jetzt verwehrt blieb, sind Fernreisen. Nun wächst mein Interesse, mehr von der Welt zu sehen – natürlich auf dem Weg des Bergsteigens oder des Erschließens. Dazu überlege ich, mir meinen Lebenstraum zu erfüllen und eine innovative Kletterhalle zu bauen. Vielleicht sind Träume und Visionen ganz wichtig und nicht immer muss jedes Ziel umgesetzt werden, der Weg ist ja das Ziel wie wir es wissen. – Meinem Naturell entsprechend habe ich viele Ideen und verfolge stets neue Ziele voller Begeisterung!
Indoor: die ersten Farbreinen Boulder in Wien; die ersten Seilrouten mit Konzept zum autonomen Klettern, Seilcrux ist im Boulderbereich 1:1 nachgebaut.
Outdoor: viele Neu-Erschließungen & Erstbegehungen; als erste Frau, etliche Routen und das Einbohren im Alleingang – als erste Frau auf diversen Inseln in Europa.
KletterpartnerInnen u.a.: Andrea Maruna (Adlitzgräben und Niemandsland), Leo Graf (Kletterreise Leonidio, Peloponnes in Griechenland);

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Edmund Forster, ÖAK-Präsident 1896-1901;

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indexHerwig Frisch: Zur Jubiläumsfeier der 50 Jahre Erstbesteigung des Cho Oyu, 8201 m, durch eine österr. Kleinexpedition unter der Leitung von Herbert Tichy entstand im Herbst 2004 die Idee eines unabhängigen Vereins, um das Andenken an Herbert Tichy zu erhalten. Im März 2007 wurde „Menschenwege – Götterberge“ (ein Buchtitel Tichys) gegründet. Vier Alpenklub-Mitglieder sind im Vorstand (Bruno Klausbruckner, Walter Strauss, Roland Maruna und Herwig Frisch). Seither wird der umfangreiche Nachlass im Archiv der Österr. Akademie der Wissenschaften (ÖAW) verwaltet. Er besteht aus Dokumenten, ungeordneten Bildern, Schriften und Briefen, die systematisch erfasst und damit für Forschungs- und Publikationszwecke zugänglich gemacht werden. Diese Bestandsaufnahme ermöglicht – ergänzend zu Tichys Büchern – einen erweiterten Einblick in seine Lebens- und Denkhaltung: Von seiner Begeisterung für das Reisen, die Berge und die Menschen des Himalaya, über sein Leben in der Zeit des Nationalsozialismus und während des Zweiten Weltkriegs, das er ab 1941 für sieben Jahre überwiegend in China verbracht hat, seine Erstbesteigung des Cho Oyu im „Alpinstil“ und seine, an der asiatischen Philosophie orientierten Überlegungen über die Entwicklungen der Gesellschaft und das erfüllte Leben.
Für diese Arbeit akquiriert der Verein „Menschenwege – Götterberge. Erinnerung an Herbert Tichy“ Spenden und finanziert damit eine freie Mitarbeiterin der ÖAW, die diese Aufgabe mit größter Sorgfalt und Sachkunde wahrnimmt. Ein großer Teil des Nachlasses, zu welchem auch die Sammlungen von Helmut Heuberger und Wolfgang Friedl zählen, konnte schon erfasst und für die weitere wissenschaftliche Bearbeitung erschlossen werden. Ehrenmitglieder des Vereins sind unter anderen die Jöchler-Söhne Sepp und Peter, Kurt Diemberger, Peter Habeler; Mitglieder wie Lutz Maurer und Wolfgang Nairz unterstützen die Aktivitäten tatkräftig.
Infos & Spenden: Wir ersuchen ganz herzlich um Spenden und freuen uns auf Ideen und Anregungen! Herwig Frisch, Obmann, www.herbert-tichy.at; Erste Bank: Menschenwege-Götterberge-Herbert Tichy; IBAN: AT95 2011 1286 2993 8200; BIC GIBAATWWXXX;

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Theo Fritsche,

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dipl-ing-eduard-frosch-ehrenmitglied-gruender-und-obmann-i-r_500x500DI Eduard Frosch: Landeck, wohnh. in Wien, verh. 2 Töchter; Elektro- und Nachrichten-techniker. Nach dem Studium Assistent am Institut für elektrische Meßtechnik, nach dem Bundesheer im Kontrollamt d. Stadt Wien. Als die Reichsbrücke ein-stürzte, arbeitete er am Wiederaufbau mit. Nach zwei Jahren wechselte er zur Magistratsabt. 17, mit Prof. Dr. Stacher, Stadtrat f. Gesundheitswesen, gelang es, große gesundheitspolitische Projekte zu realisieren. 1989 ernannte man Frosch zum Techn. Dir. des Wiener AKHs. Er war für die Fertigstellung und Inbetriebnahme des neuen Komplexes  zuständig. 1993 wurde er zum Geschäftsführer der KMB Krankenhausmanagement und Betriebsführung GmbH bestellt.
Publikationen: Zahlreiche Fachpublikationen und Bücher über große Reisen, u.a. „Ausgangspunkt Antarktis“ (mit Prof. Bruno Klausbruckner), „Dolpo – Verborgenes, sagenhaftes Land am Dach der Welt“.
Hobbys: Lesen, Asiatika sammeln (besonders aus dem buddhistischen Kulturkreis), Musik, Mountainbiken, Joggen, Schwimmen, Bergsteigen, Schnaps brennen … Der Gründer und langj. Leiter der Vamed Krankenhausbetriebsges. in Wien lässt auch im Ruhestand nicht von der Materie Krankenhaus. Der passionierte Bergsteiger rettete ein Krankenhaus in Nepal vor dem Verfall und verschaffte den Einwohnern der Region Humla im Nordwesten Nepals damit Zugang zu medizinischer Versorgung. „Meine Liebe zu Nepal geht in die späten 1970iger Jahre zurück. Mit den passionierten Bergsteigern und Nepal-Liebhabern Helmut Schmied und Uwe Wobrovski habe ich dann 2002 Nepal Trust Austria gegründet, um eine nachhaltig bestehende medizinische Versorgung im Ver-waltungsbezirk Simikot in Humla, dem westlichsten Distrikt Nepals aufzubauen – damit auch die Ärmsten der Armen behandelt werden. Mit der lokalen Partnerorganisation NAPO-Nepal Austria haben wir das bestehende Krankenhaus in Simikot vor dem Verfall gerettet, renoviert, teilweise neu aufgebaut und mit wichtigen medizinischen Geräten ausgestattet.“
Haus_Frauen KopieNepal Trust Austria stellte mediz. Personal zur Verfügung, organisierte Healthcamps, bei denen ÄrztInnen und KrankenpflegerInnen aus aller Welt in die abgelegensten Distrikte gesandt wurden und mehrere tausend Menschen medizinisch behandelten. Die erste Geburtsstation der gesamten Region wurde errichtet, medizinische Geräte finanziert, Hebammen eingestellt. Mehrere hundert Neugeborene konnten mit best-möglicher Betreuung das Licht der Welt erblicken.
„Das Krankenhaus hat sich so toll entwickelt, dass es nun von der Regierung übernommen und sowohl personell als auch technisch weiter aufgerüstet wurde.“ Dank dem Zutun von Nepal Trust Austria sind nun fünf ÄrztInnen, sechs KrankenpflegerInnen, ein Zahnarzt sowie vier Sanitäter und fünf LabortechnikerInnen von der Regierung im Krankenhaus angestellt und garantieren eine umfassende Gesundheitsversorgung der Bevölkerung dieses abgelegenen Himalaya-Gebietes.
„Nach dem Erdbeben 2015 habe ich rund € 55.000 gesammelt u. über einen befreundeten Sherpa, der in Österreich studierte und ein Cousin von David Lama ist, in Nepal direkt bei betroffenen Erdbebenopfern zum Einsatz gebracht. Darüber gibt es eine Foto- und Videodokumentation.“ 
Helena Hinterecker, Projektkoordinatorin von Nepal Trust Austria hat mit großem Enthusiasmus ein Sozialprojekt in Simikot auf die Beine gestellt. Es soll Frauen und Mädchen vor Gewalt schützen und durch ganzheitliches Empowerment umfassend stärken. „Wir betreiben ein Mutter-Kind-Haus als Zufluchtsort vor Gewalt u. Verbannung. Durch Frauen- und Männergruppen zu sozialrechtlichen und gesundheitlichen Themen, partizipativem Frauenradioprogramm u. Aufklärungskampagnen vermitteln wir Wissen, stärken den Zusammenhalt der weiblichen Community u. sensibilisieren die Gesellschaft für misogyne Normen. Hier arbeiten wir z.B. mit den Familien an der Loslösung von Chhaupadi, einer Tradition, die hinduistische Frauen und Mädchen während der Menstruation und nach jeder Entbindung in kleine Hütten oder Höhlen verbannt, da sie als „unrein“ gelten.“ Obwohl die Regierung diesen Brauch bereits 2005 offiziell verboten hat und seit 2017 mit drei Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe von 3.000 Rupien (etwa 37 Euro) ahndet, praktizieren viele Familien diese Tradition noch immer – aus Angst, dass menstruierende Frauen und Mädchen ihren Familien „Unglück” bringen würden. 2019 erstickten die 35-jährige Amba Bohara und ihre beiden Söhne in einer Menstruationshütte in Bajura, im Westen Nepals, als sie versuchten, die Hütte mit einem Feuer zu wärmen.
„Außerdem unterstützen wir mehrere hundert Frauen und ihre Familien beim Aufbau kleiner ökologischer Landwirtschaften mit Gemüseanbau u. gemeinschaftlichen Gewächs-häusern, zwei Hühnerfarmen und einer Imkerei, um auch eine finanzielle Basis zu schaffen – auf dem langen Weg in eine Besserstellung/Gleichstellung. In Kombination mit unseren Workshops zu ökonomischer Basisbildung leisten wir damit einen wesentlichen Beitrag zur Erlangung wirtschaftlicher Unabhängigkeit und Ernährungssicherheit. Dieses Projekt wurde von der nepalesischen Zielgruppe selbst aufgebaut und mitgestaltet, denn Betroffene wissen selbst am besten, was sie brauchen.“
_MG_7022-Pano-Bearbeitet-BearbeitetEdi: „Ich freue mich und bin dankbar, dass wir für diese Menschen im Humla so viel erreichen konnten und dieses Projekt jetzt durch die Regierung weiter lebt. Auch Helena konnte ihre Projekte erfolgreich im männerdominierten Simikot umsetzen. Das macht uns stolz, auch stolz auf jene, die an uns geglaubt und uns dabei geholfen haben. Vergelts Gott.“
Infos & Spenden: Nepal Trust Austria – Mahila Avaz; IBAN: AT721200052069181001;   BIC: BKAUATWWXXX; www.womens-voice.at; www.nepaltrust.at;