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Christine Eberl, W. Eckerth, Robert Eckhardt, Franz Eggl, Franc Ekar, Willi End, Hans Ertl …

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Christine-EberlMag. Christine Eberl, Wiener Neustadt/Spital am Pyhrn, nahm an der 1. Österr. Frauenexpedition teil und unterstützte Gertrude Reinisch bei ihren Entwicklungshilfeprojekten mit Sherpas in Österreich und Nepal.
Abgeschl. Studium f. Anglistik u. Bildn. Erziehung, unter-richtet an der HTL Wr. Neustadt Englisch und 13 Jahre lang Bildn. Erziehung an der Pädagogischen Hochschule NÖ in Baden, Künstlerin, eine Tochter.
Geb. am 14. 7. 1957, aufgewachsen am Fuße der Hohen Wand in Niederösterreich. Über das Sportklettern kam Christine zum alpinen Klettern, Ausbildungen zum Lehrwart Alpin und für Langlauf; begeisterte Schitourengeherin und Mountainbikerin.
1994 nahm sie an der Ersten Österreichischen Frauenexpedition auf den Shisha Pangma, 8.046 m, in Tibet teil. Neben künstlerischer Arbeit (Malerei und Land Art) im und um das Basislager (5400 m) erreichte sie Lager 2 (7000 m). Weitere Trekking- und Kunstreisen nach Nepal folgten. 1995 Teilnahme am London Marathon und in den folgenden Jahren an diversen Lauf- und Langlaufveranstaltungen.
In letzter Zeit ist sie im Sommer und Winter vor allem in den Bergen rund um ihre „zweite Heimat“, Spital am Pyhrn, unterwegs. Sie besteigt aber auch höhere Berge, wie z. B. den Mount Kinabalu auf Borneo (2010), den Elbrus in Russland (2011) den Ararat in der Türkei (2012) und den Kilimanjaro in Afrika. 2014/15 radelte und wanderte sie mit Gertrude Reinisch-Indrich und Freunden in 143 Tagesetappen 3.800 km und 154.000 Höhenmeter rund um Österreich. www.grenzgaenge.com
Bei ihrer künstlerischen Arbeit konzentriert sich Christine Eberl vor allem auf die Darstellung von Hochgebirgslandschaften und kann zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland vorweisen. 2001 erhielt sie den Förderpreis der Stadt Wiener Neustadt. www.c-eberl.at

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  W. Eckerth, ÖAK-Präsident 1895;

________________________________________________________________________Portet Robert Robert Eckhardt ist einer der erfahrensten Alpinisten der Niederlande. Robert Eckhardt stand auf fast 1000 Gipfeln, darunter 69 Alpen-Viertausender, 16 Fünftausender und 12 Sechstausender. Höhepunkte waren 1985 der Peutereygrat auf den Mont Blanc (4810 m), der Droites-Nord-Pfeiler, Touren am Piz Badile, der Dru und in den Urner Alpen. Außerdem unternahm er Expeditionen auf den Rakaposhi und die Ama Dablam (6856 m) – 1995 war er der erste Niederländer am Gipfel. In den Anden bestieg er den Alpamayo und eine Erstbesteigung auf den Artesonraju (6025 m) gelang.  Auf Roberts Tourliste stehen neben alpinen Sportkletterrouten wie „Excalibur“ (Wendenstöcke) viele klassische, schwierige Touren auf berühmte Alpengipfel wie der Scheideggwetterhorn-Westpfeiler und die Voie du Bastion Central der Meije-Südwand. Zu Roberts Bergleidenschaft zählen auch Wanderungen und Trekkings, am liebsten so abenteuerlich wie möglich mit Biwaks auf aussichtsreichen Bergkämmen, unter dem funkelnden Sternenhimmel. 
Seit mehr als 30 Jahren hält er Vorträge mit beeindruckenden Multimedia-Präsenta-tionen über Himalaya und Nepal und „Die Entdeckung der Alpen“. Dabei setzt er sich auch mit den Themen Risiko und Verantwortung auseinander und zeigt seinem Publikum, dass man auch heute noch große Abenteuer in den Alpen erleben kann, wo man noch in vollständiger Autonomie und für sich selbst verantwortlich ist. 1993 wurde seine Multimedia-Präsentation „Passion for a Mountain“ bei einem Festival in Paris ausgezeichnet. 2012 war er Jurymitglied beim Internationalen Berg & Abenteuer Filmfestival in Graz, einem der wichtigsten Festivals auf diesem Gebiet. Robert ist Autor von fünf Büchern: „Passion for a Mountain“ (seine alpine Biografie), „Limitless Desire – zweihundert Jahre Bergsteigen“ (mit Mark van Hattem), „Handboek Bergwandelen“ und dem Bergwanderführer „Mit Blick auf die Écrins“ (mit seiner Frau Noes Lautier). 2015 wurde sein großformatiger Bildband „People of Nepal“ von Lecturis Publishers veröffentlicht. Darüber hinaus schreibt Robert für Zeitschriften im In- und Ausland, oft über spezielle Wanderziele in den Alpen.

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Eggl FranzFranz Eggl, ist seit 1992 Pächter der Neuen Seehütte, und somit in die Fußstapfen seines Vaters Josef getreten, der 1951 von der Sektion Höllentaler Holzknecht des ÖTK mit dem Bau der Neuen Seehütte beauftragt wurde, und diese bis 1964 bewirtschaftete. Die Neue Seehütte (1643 m) auf der Rax liegt am Fuße des Trinksteinsattels, westlich der Preinerwand im Quellschutzgebiet der Gemeinde Wien. „Ich liebe mein Leben hier am Berg und bin Hüttenwirt mit Leib und Seele. Dies versuche ich auch unseren Gästen zu vermitteln, und verwöhne sie mit selbstgemachten Mehlspeisen und deftiger Hausmannskost. Mit unseren Gerichten orientiere ich mich an saisonal verfügbaren Angeboten von regionalen Erzeugern und Produkten aus biologischem Anbau bzw. Zucht. So kommt zum Beispiel das Fleisch für unsere Wildgerichte aus meiner eigenen Landwirtschaft in der Prein mit der ich Mitglied bei Bio Austria bin. Auch Säfte (Holler, Zitronenmelisse) erzeuge ich selbst – natürlich BIO. Seit 2005 sind wir Träger des Österreichischen Umweltzeichens für Tourismusbetriebe, ein weiterer Garant für die hohe Qualität der verwendeten Lebensmittel und umweltgerechte Betriebsführung. Für mich ist ganz klar, dass ich auch privat in den Bergen und der Natur bin, und gerne wandere, bergsteige, klettere und Skitouren unternehme.“

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indexMag. Franc Ekar, geb. in Preddvor am 17. 10. 1942, lebt in Kranj, Slovenija; nach der Mittelschule für techn. Berufe 1957-1961 studierte Franc Ekar an d. Hochschule für Organ.-Wissenschaften 1965-1969, Univers. Maribor, Fak. f. Management 1970-1975, Magisterium an der Univers. Maribor 1991; Berufe: Betriebswirtsch., Importanalytiker, Kom-merzial-Dir. im Bereich Druckerei, Messe-direktor (Region Kranj), Bürgermeister von Preddvor), Vors. d. Wohngem. Kranj, Klein-Landwirtsch.;
Alpines, Vereine: Mitgl. des AV Kranj seit 1956, Kletteralpinist, Bergretter seit 1961,
Bergführer seit 1964, Schilehrer seit 1967,  Bergwachter, Vors. des AV Kranj 1972-2013, Vorst. d. Klettersektion 1963- 1967, PZS-Vizepräsid. (Alpenverb. Sloweniens), PZS-Präs. 2001- 2010, Vorsitzender im Olympischen Komitee 2002-2006, Mitglied in mehreren staatl. Kommissionen: Stiftung für Sport, Fachkomm. für das slow. Sport-Ministerium, Vorsitzender im Ausschuss „Sport für Alle“ im Rahmen d. Olymp.  Komitees, Mitarb. bei den Dreiländertätigkeiten im Bereich Berge, Bergrettungsdienst, Naturschutz   … aufgrund der freundschaftl. Zusammenarbeit (Österreich, Italien, Slowenien), Initiator zur Errichtung des Denkmals für den weltberühmten Alpinisten Nejc Zaplotnik, den ersten slow. Besteiger d. Mt. Everest 1979, Initiator u. Leiter des Aufbaus der Berghütte „Kranjska koča“ neben dem Skutagletscher, unter der Nordwand der Santhaler Alpen, Initiator für den Ausbau der Hütte Zaplata und SV. Jakob. Mit dem Aufbau der Kranjska koča (Hütte) wurden auf Ekars Initiative der Steig auf den Velike Koroške Babe und der Gratweg zwischen den Gipfeln Kokrška-Jezerska Kočna errichtet. Während Ekars PZS-Präsidentschaft wurde auch das slowen. Alpinmuseum in Mojstrana gebaut. 2006 erhielt der PZS die Registrierung  für Mountainbike-Touren und den Wettbewerbe im Tourenschilauf. Franc Ekar initiierte auch Themen-Bergwege (Žiga Zois, Storžič, Kranjski vrhovi), er ist ein Befürworter des Ausbaus der Kläranlagen von Berghütten. 2003 wurde in Nepal die Zusammenarbeit zwischen der NMA-Nepal Mountaineering Association und dem PZS-Alpenverband Slowenien unterzeichnet.
Franc Ekar ist auch Mitglied bei den alpinen Vereinen: Planinsko društvo (PD) Kranj (AV Kranj), Planinsko društvo Preddvor (AV Preddvor), Gorsko reševalno društvo (GRD) Kranj (Bergrettung), Vereinigung der Bergführer Sloweniens, Vereingung der Schilehrer Sloweniens …
Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH„Schon als Jugendlicher entdeckte ich meine Vorliebe für die Natur, die Berge und das Schifahren. Die Voraussetzung dafür ist bestimmt die Landschaft, wo ich geboren wurde und wo ich auch jetzt lebe, dasist die Bergwelt der Karawanken, der Julischen und der Sannthaler Alpen. Schon bald entwickelten sich enge, freundschaftliche Beziehungen mit gleichgesinnten jungen Leuten. Als 19-jähriger wurde ich Mitglied des Bergrettungsdienstes, als 23-jähriger Bergführer und Mitglied einer ersten internationalen alpinen Expedition. Als Bergretter war ich an vielen Rettungen beteiligt, selbst habe ich auch so manche Unfälle überlebt (z.B. den Hubschrauber-Absturz 1979). 1973 nahm ich am AKIA-Staatswettkampf teil (Rettung, Schnelligkeit, Erste Hilfe) und mein Team „Ekar-Jamnik errang den ersten Platz. Auch als Bergführer war ich sehr aktiv, brachte u.a. 100 Frauen auf den Triglav (ein nationales Ereignis), leitete individuelle Führungstouren, Schul- und Alpenvereinsgruppen, Schitouren in den Julischen- und Santhaler Alpen, auf den Mont Blanc …“
Um die 400 Kletterrouten und Gipfel wie
Großvenediger, Hochalmspitze, Dolomiten, Monte Rosa;
1962: Mont Blanc, Peutery, Aig. Noire, Dame Angless Aig Blanche, Mont Blanc-Gipfel, Aig. Noire, SW-Grat, IV-VI;
1963: Zentral Kaukasus, 1.slow. Expedition, Elbrus W-NW Gipfel, Dongusorn, Ulukara, Baškara,Gadyl, Ulu Kara:  1. Beg., IV-V;
1965: Großglockner, Pallavicini-Rinne V/-IV; Triglav, Čop Pfeiler, VI;
1966: Travnik N-Wand, Aschenbrenner Route;
1967: Pamir, Razdelnaja, Gipfel Pik Lenin, Kirilenko-Abstieg, O-Wand-Kirilenko; VI;
1969: Mont Blanc, Brenva Flanke, Sentinelle Rouge, V/VI;
1971: Pakistan/Hindukush, Istor O-Nal, 1. slow. Exped.;
1972: Afrika, Mawenzi, Kibo, 1.slow. Exped., Leiter Franc Ekar;                         
Erstbesteigungen u.a.: Santhaler Alpen: Zajeda Ekar-Jamnik IV/V+; Spominska plezalna smer, Križnar-Škerl, Dolgi hrbet, IV/V; Jubilejna smer, IV/V; Trojka Dolgi hrbet, III/IV; Smer nad ledenikom Skute, III/IV; Smer Kranjska Rinka III/IV, Kočna NW-Grat-Pfeiler, III-IV;
Winterklettern: Rinne Velika koroška Baba; Ledinski Vrh-Westwand; Kokrska Kočna, IV/V; Gratüberschreitung Gamsovec-Dimniki-Rjavinja-Kredarica, IV-V.
Medien: Für Tageszeitungen schreibe ich gelegentlich Artikel über die Natur in moderner- gefährlicher Zeit, Schäden in der Natur und Naturschutz im Allgemeinen, als Jäger bin ich auch diesbezüglich gut darüber informiert. Zu meiner Tätigkeit gehört auch das Fotografiern im Bereich Natur, Berge, alpine Ereignise … und deren Veröffentlichung in den Zeitungen, Bergliteratur (Planinski vestnik), Chroniken, Biografien …

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Foto Herbert Nowy

Willi End, viele Jahre haben ihm nicht gefehlt, das Alter von 100 Jahren zu erreichen. Geb. am 20. 3. 1921, starb er im Alter von 93 Jahren am 11. 12. 2013. Man sagt, dass die größte Kunst beim Berg-steigen ist, dabei alt zu werden. Und dass man dabei auch sehr viel Glück haben muss. Willi hatte das große Können und dazu sicherlich auch das Glück des Tüchtigen. Ich durfte ihn schon in jungen Jahren erleben, als er meinen drei Jahre älteren Bruder und mich mitnahm zu einer Führungstour in die Zillertaler. Es war Anfang Juli IMG_43711957, ich war damals 12 Jahre alt. Wir hatten von der Berliner-hütte aus den Großen Mörchner erstiegen und anschließend in einer Gletscherspalte Eisklettern geübt.
Dann wurde das Wetter schlecht. Willi wechselte mit uns das Gebiet, weil das Wetter beim Groß-glockner besser zu sein schien. Bei Jenbach über-nachteten wir in einem Heustadel. Am nächsten Tag ging es mit dem Zug weiter nach Zell/ See und mit dem Bus auf die Franz Josephs-Höhe, wo wir um 17 Uhr ankamen und noch zur Adlersruhe aufstiegen – bis 22 Uhr. Am nächsten Tag standen wir bei herr-lichem Wetter auf dem Gipfel des Großglockners. An diesem Tag fotografierte Willi nicht nur die Bilder unserer Tour, sondern auch das Bild des Stüdlgrates, das ein Pause-Buch ziert. Nach dem Gipfel stiegen wir wieder zur Franz Josephs-Höhe ab, fuhren mit dem Bus nach Zell/See und mit dem Nachtzug nach Wien.
IMG_4372So lernte ich den „Eisernen“ ein wenig besser kennen, den ich bisher nur als zweiten Sekretär des ÖGV (Österr. Gebirgsverein) kannte, als Pendant zur zweiten Größe des ÖGV, zu Hubert Peterka. Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern und wie schwierig es war, einen der beiden in der ÖGV-Kanzlei in ein Gespräch zu verwickeln. Gelang es doch, konnte die Zeit verfliegen, denn wenn Hubert oder Willi in Fahrt kamen, wenn sie aus dem Allerheiligsten, in dem sie arbeiteten, heraustraten, erzählten sie von ihren Kletterrouten viele Erlebnisse und Details, die sie immer auf Lager hatten.
1961 konnte ich eine Woche lang im Rahmen eines Kurses mit Hubert Peterka im Kaunergrat-Gebiet klettern. Dadurch wurden spätere Zusammenkünfte mit den beiden zu Treffen von Bergkameraden, auch wenn ich alpin vergleichsweise ein sehr kleines Licht war. Unsere Wege haben sich immer wieder gekreuzt. Willis Wege führten vor allem auf die Berge der Heimat, die er wie seine Westentasche kannte. Meine Wege führten auf die Berge der Welt. Aber bei den Bergsteigertreffen, in der Goferhütte, bei Weihnachts-feiern, im Alpenklub, trafen wir immer wieder zusammen und jede Begegnung war eine große Freude. Als Willi dann schon über Siebzig war, fasste er den Plan, mit mir die Nordwestkante des Großen Ödsteins zu klettern. Mit Hermi Kroyer, seiner späteren Frau, hatte er eine frühe Begehung der Kante durchgeführt. Aber dazu sollte es leider nicht mehr kommen.
Willi End – sein Weg: Verheiratet mit Hermi, zwei Kinder; nach Volks-und Hauptschule bei der Österreichischen Klassenlotterie Prokopp tätig, zuletzt als selbständiger Kontorist; Einberufung zum Arbeitsdienst, bis er von August 1940 bis 1945 als Gebirgsjäger an die Front musste. Aus der britischen Gefangenschaft wurde er im März 1946 entlassen. Am 1. 10. 1935 trat er mit 14 Jahren dem ÖGV bei. Als 18-Jähriger wurde er in die Bergsteigergruppe aufgenommen und gleichzeitig Mitglied des „Alpinen Rettungsausschuß Wien“, der späteren Bergrettung. Hubert Peterka war schon seit 1930 in der Kanzlei des ÖGV tätig, Willi kam als Verstärkung zu ihm. Die beiden wurden ein überaus fruchtbares Alpinduo. Als der 13 Jahre ältere Peterka 1964 in Pension ging, übernahm Willi End die Kanzleileitung des ÖGV, den er durch und durch kannte. Er hatte sich schon immer mit dem Geschick des ÖGV identifiziert. Willi End als Bergsteiger, Kletterer, Führerautor, ÖGV-Schriftleiter, Fotograf, Chronist, Grafiker und Vieles mehr. Für Willi Ends Leistungen dauert ein einziges Leben eigentlich gar nicht lang genug. Man geht heute davon aus, dass Willi als Bergsteiger, Kletterer und Schitourist mehr als 10.000 Touren unternommen und einige tausend Gipfel in den Ost- und Westalpen erstiegen hat. Dazu kommen noch etwa 100 Erstbegehungen bis zu den damals höchsten Schwierigkeiten und zahllose niedrigere Begehungen aller Schwierigkeitsgrade.
IMG_4375Bei fast allen dieser Unternehmen trug er seine großformatige Kameraausrüstung mit, die allein schon den Rucksack füllte. Über 60.000 Aufnah-men, fast alle in Schwarz/Weiß,füllten sein Archiv, das heute noch einen Schatz darstellt. Etwa 7.000 dieser Aufnahmen wurden bereits veröffentlicht – in Führerwerken, Zeitschriften und vielen Alpin-büchern. Besonders bekannt wurden seine Bilder in den Pause-Büchern.
Ab 1950 führte er die „Chronik der Erstbegehun-gen in den Ostalpen“ in der ÖAZ (Österr. Alpen-zeitung), anfangs gemeinsam mit Peterka, später allein. Den „Gebirgsfreund“ übernahm Willi End von 1964 bis 1982 als Schriftleiter, davor bekleide-te Hubert Peterka diese Funktion von 1949 bis 1964. Ab 1983 übernahm dann Erich Schuller bis 2003 diese Aufgabe, danach Robert Vondracek bis 2011, gefolgt von Philipp Gruber und Michael Hauke bis heute. Willi End bereicherte den „Gebirgsverein“ immer wieder mit seinen Bildern und Tourenvorschlägen. Von 1990 bis 2008 gestaltete er den Gebirgsvereinskalender, der bis heute ein gesuchtes Werk ist, akribisch im Stil seiner berühmt gewordenen Gesäuse- und Dachstein-Führer konzipiert.
Willi End war gläubig. Das Vorwort in seinem Gesäuseführer weist darauf hin. „In Gottes Hand ist, was unten in der Erde ist und die Höhen der Berge sind auch sein. Psalm 94.4“.
Der frühe Tod seines Sohnes Markus mag seinen Glauben verstärkt haben, andere hätten ihn dadurch möglicherweise verloren. Oft war Willi am Berg mit Pater Norbert Stigler unterwegs, einem besonders netten BG-Kameraden, der auch Willis Beerdigung als Priester begleitete, 2020 aber selbst durch Absturz ums Leben kam.
Willis literarische Werke Die Führer über das Gesäuse und den Dachstein (Ost und West) waren die Hauptwerke von Willi End. Dazu kam noch der Führer über die Glockner- und Granatspitzgruppe. Durch die enge Kooperation mit dem kongenialen Hubert Peterka wurden viele der Peterka-Führer nach dessen Tod im Jahr 1976, von Willi End übernom-men und ergänzt. Dazu zählen: Lienzer Dolomiten, Glockner-Granatspitz- und Vendedi-gergruppe und besonders das berühmt gewordene Werk: Wiener Hausberge.
Ehrungen: Träger der Päpstlichen Verdienstmedaille Benemerenti; 2001: Ehrenmitglied der ÖGV-Bergsteigergruppe, mit der er zeitlebens eng verbunden war, und Ehrenmit-glied des Österreichischen Alpenklubs.
Text & Fotos: Bruno Klausbruckner

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2144Hans Ertl – Individualist, Draufgänger, Kämpfernatur!  Autonomie und der Wille zum Erfolg waren zu Ertls Werte, mit denen er kompromisslos Herausforderungen als Filmer, Vortragsredner,  Buchautor und schließlich als Farmer in Bolivien annahm.
Geb. am 21.2.1908 in München, gest. am 23.10.2000 in Chiquintania (Bolivien); er stammte aus einer gutbür-gerlichen Familie, war Internatsschüler in Freising und hätte eigentlich Pfarrer werden sollen. Die Sommerferien verbrachte er seit frühester Kindheit mit den Eltern in den Bergen, auf der von der Familie gepachteten Almhütte am Brauneck, und lernte im Winter das Skilaufen. 1914 erster Berggipfel über Ruhpol-ding: der Rauschberg; Faltbootfahrten im „Hadernkahn“ auf Isar und Amper; 1925 bestieg Hans Ertl seinen ersten Dreitausender, das Schönbichlerhorn. 27 Mark hatten er und sein jüngerer Bruder für einen zehntägigen Zillertal-Aufenthalt zur Verfügung. Stolz trug er ins Hüttenbuch ein: „stud. real. und Alpinist“. Ertl gehörte zur wilden Münchner Zunft der Alpin-Radler. Im Frühsommer mit den Ski am Fahrradrahmen, im Sommer Zelt, Seil und Schlosserei im Rucksack auf dem Gepäckträger und manchmal sogar mit dem „Gigg“, einem Anhänger, unterwegs. Über seine Wochenendfahrten notierte er: „“100 Kilometer in sechs Stunden kosten 0,0 Pfennig. Ein bißl Wadenkrampf, ein bißl wundes Sitzfleisch aber schön war’s!“ Anschluss fand er bei den Wehrkraftlern (Pfadfinder), dem Wandervogel, schließlich beim Alpenverein (klettern im Wetterstein- und Kaiserge-birge). Als er  Leo Rittler, Franz Fischer, Hans Brehm, Franz und Toni Schmid, Anderl Heckmair und andere »Bergvagabunden« kennen lernte, wollte er auch dazu gehören. Die Ära der elitär-exklusiven akademischen Bergsteiger wurde Ende der 1920er, Anfang der 1930er Jahre von den »Bergvagabundenzeit« abgelöst, von Kletterern aus »einfa-chen« Kreisen, die sich zum Beispiel im Raum München im Club Hochempor und der Sektion Bayerland einfanden. In den Bergen zählten Status und Herkunft weniger als Mut und Draufgängertum, man konnte sich durch neue schwierigste Touren profilieren. Ein richtiger Bergvagabund liebte Lagerfeuer, Sternennächte und rauhe Gesänge, kletterte, weil er Spaß daran hatte, Freude an der eigenen Schneid, am Abenteuer, am Beisammensein mit Freunden. Hans Ertl beschrieb die Atmosphäre in einem Münchener Klettergarten: »An schönen Tagen, besonders in der gipfellosen Übergangs-zeit, sind sie alle da, die Spezialisten vom ›Marmorwandl‹, ›Sixt- und Herrenriss‹ und von der ›Fingerspitzltraverse‹, und üben, kritisieren, versuchen und entdecken immer wieder eine neue, noch schwerere Möglichkeit, eine noch nicht schweißpolierte Variante ›sechs-ten Grades‹. (…) Auch ich hatte schnell Anschluss an die Klettergartenmatadore gefunden und war dank meiner Ausmaße und meiner kräftigen Finger bald einer der ›Alleskönner‹, der die ›Große Traverse‹ und die ›Hannemann-Traverse‹ versuchte und sogar den großen Überhang hinauf und hinunter gleich sechsmal hintereinander machen konnte, sogar mit nacktem Oberkörper, und das dazu technisch so sauber, dass es der ehrenwerten Konkurrenz ›die Schusser bis zum letzten Gewindgang aus dem Kopf treibt‹, wie man in München so anschaulich sagt.«
Anderl Heckmair riet ihm, sich aufs kombinierte Gelände und auf Eiswände zu konzentrieren, welche die Facetten des Zeitgeistes in sich bündelten: abweisend, gefährlich, Einsatz bis zum Letzten fordernd! 1930 radelte er in die Dolomiten und anschließend mit Hans Brehm weiter zum Ortler. Hier gelang die fünfte Begehung des Rothböckgrates und eine Wiederholung des Minnigerode-Anstiegs durch die Nordost-wand der Königspitze. Dann reizte die beiden eine kühne direkte Route durch die Nordwand hinauf zur Gipfelwächte, zur „Schaumrolle“. Am 5. September glückte in elf Stunden die Durchsteigung der im unteren Teil höchst steinschlag-gefährlichen Wand.
ertl1931 war Hans Ertls erfolgreichstes Bergsteigerjahr in den Alpen. Franz Schmid, sein „Berggeist“ Klubkamerad, stram-pelte mit ihm über Fern- und Reschenpaß in 22 Stunden nach Sulden. Am 22. Juni 1931 wagten sich die beiden an die rund 1200 Meter hohe Ortler-Nordwand. In 17 Stunden gelang der riskante Anszieg – mit Zehnzackern an den Füßen und schweren Ring-Eishaken, die den beiden wohl auch nur phasenweise das Gefühl von Absicherung suggerierten. Sie schafften es, durchstiegen eine der schwierigsten Eiswände der Ostalpen. Die Ertl-Route in der Ortler-Nordwand blieb sein alpinhistorisches Meister-stück und ist noch heute ein Zeugnis für ganz großes Bergsteigen.
Fünf Wochen später war Ertl unterwegs ins Wallis. Mit von der Partie waren Friedl Brandt und die Brüder Schmid. In fünf Tagen radelten sie von München nach Zermatt  Während die Brüder Schmid die Matterhorn-Nordwand erstmals durchkletterten, stiegen Ertl und Brandt durch die Dent d‘ Hérens-Nordwand. Dann radelten Ertl und Toni Schmid weiter zur Nordwand der Grandes Jorasses, wo eben Brehm und Rittler tödlich abgestürzt waren.
Zu Pfingsten 1932 war Ertl mit Friedl List in den Zillertaler Alpen. Hier erfuhren sie, dass Toni Schmid in der Wiesbachhorn-Nordwestwand verunglückt war. Nach der Beerdigung des Freundes in München notierte Ertl: „„In den Tagen nach Tonis Tod ging in mir eine Wandlung vor sich: Ich haßte die Berge mit einem Mal.““ Nun büffelte er in der Techn. Hochschule wie nie zuvor.
Kameramann: Dr. Arnold Fanck, ein Pionier des alpinen Films, nahm Hans Ertl 1932 nach Grönland mit. Der Film „„SOS – Eisberg““ sollte hier gedreht werden. Dabei waren Leni Riefenstahl, das Flieger-As Udet, die Schweizer Bergführer David Zogg und Fritz Steuri sowie „Eskimos“ und Eisbären. Es gab wilde Abenteuer mit kippenden Eisbergen, eine stürmische Heimfahrt und von Dr. Fanck eine Anerkennungsprämie von 5000 Mark. Damit war Ertl, wie er selber sagte, „der Magie des Films verfallen“. 1934 konnten Hans Ertl und Bertl Höcht an Prof. Oskar Dyhrenfurths Karakorum-Expedition teilnehmen. Ein Versuch am Hidden Peak scheiterte, stattdessen konnten Siebentausender (die Gipfel des Sia Kangri, 7422 m) erstiegen werden.
1936 wirkte Ertl maßgeblich am offiziellen Olympiafilm mit und sprang mit einer Kamera über die große Skisprungschanze. 1938/39 arbeitete Ertl wieder mit Dr. Fanck  an einem Robinson-Film in Chile und Feuerland. Während des Krieges war er als P.K.-Mann in Nordafrika und im Kaukasus.
1950 konnte Ertl auf Expedition in die Anden Südamerikas ziehen. Im Alleingang erstieg er den Illimani-Südgipfel und mit Gerd Schröder erstmals der 6480 Meter hohen Nordgipfel. Mit Alfons Hundhammer führte Ertl die dritte Besteigung des schwierigen Condoriri (5920 m) durch. Die beiden schleppten in 30 Tagen zwei Zentner Gepäck über vier 5000 Meter hohe Pässe. Der 6427 Meter hohe Gipfel des Haukana wurde über den Nordwestgrat erreicht. Zusätzlich zu den Bergfahrten legte die Expedition in Fußmär-schen im südl. Amazonasgebiet 560 Kilometer zurück. Im Mai 1951 erfolgte die zweite Ersteigung des 6348 Meter hohen Illampu. 1953 drehte der fünfundvierzigjährige Hans Ertl den Expeditionsfilm am Nanga Parbat, schleppte die 25 Kilogramm, schwere Kamera bis in die 7000-Meter-Region und bildete mit Walter Frauenberger im Hochlager die Rückendeckung für Hermann Buhls grandiosen Alleingang zum Gipfel. 1954 bis 1957 folgten Anden- und Amazonas-Expeditionen mit nachfolgenden Filmen und Büchern: „Paititi“ und „Hitohito“.
Hans Ertl war ein kreativer Mensch, der mit Kopf und Händen hart arbeiten konnte, aber auch ein nicht unschwieriger Partner, der mitunter bewusst aneckte: in jungen Jahren mit dem „Eispapst“ Willo Welzenbach, später mit dem Expeditionsmanager Dr. Karl M. Herrligkoffer, mit Filmpreisrichtern und Verlagslektoren. Nach seinem letzten „Unter-nehmen Surazo“ stürzte sein schwer beladenes Fahrzeug von einer Brücke ins Wasser, und das unersetzliche Filmmaterial ging verloren. Damals vermisste er Hilfe aus der Heimat, und  blieb enttäuscht mit seiner zweiten Frau Burgl auf seinem Urwaldbesitz Dolores im Departamento Santa Cruz de la Sierra in Bolivien. Hier rodete er die Wildnis, pflanzte Bananenstauden und züchtete Rinder, brannte Ziegel für seine Behausung, werkelte an einer Landepiste für Kleinflugzeuge und schrieb an seinen Memoiren.
Im Sommer 1981 holte Reinhold Messner Hans Ertl und seine Frau aus Bolivien in die alte Heimat. In Sulden wurde das fünfzigjährige Jubiläum der Nordwandbegehun-gen am Ortler und an der Königspitze gefeiert und an der Hintergrathütte eine Gedenk-tafel angebracht. Hans Ertl erklärte, dass er dem Schicksal dankbar sei und im Urwald ein neues Zuhause gefunden habe, wo er autark in der Wildnis lebte.
Touren u.a.:
1914 Rauschberg, 1645 m, (Chiemgauer Alpen)
1925 Schönbichler Horn, 3132 m, (Zillertaler Alpen)
1928 1. Beg. Oberreintalturm-NO-Wand, „Ertl-Heckmair-Führe“, V-, 250 HM, 2027 m,
(Wetterstein)
1930 5. Beg. Ortler Rotböckgrat, IV, 3902 m, (Ortlergruppe)
1930 1. Beg. Ortler-Minnigeroderinne, 600 HM, 45°, 3902 m, (Ortlergruppe)
1930  1. Beg. Königspitze-NO-Wand, „Ertl-Brehm“, IV, Eis 60°, 1100 HM, 3859 m,
1931 1. Beg. Ortler-N-Wand „Ertl-Schmid-Führe“, bis 60°, 1200 HM, 3902 m,
1931 2. Beg. Dent d´Hérens-Nordwand, 4171 m (Walliser Alpen)
1934 1. Best. Sia Kangri-Westgipfel (Queen Mary Peak), 7422 m (Karakorum)
1950 Alleinbest. Illimani-Südgipfel, 6450 m (Anden, Cordillera Real, Bolivien)
1950 1. Best. Illimani-Hauptgipfel, 6480 m über Südgipfel
1950 3. Best. Cabeza de Condor (Condoriri), 5648 m (Anden, Cordillera Real, Bolivien)
1950 1. Best. Haucana-Nordwestgrat, 6427 m (Anden, Cordillera Real, Bolivien)
1951 2. Best. Illampu, 6368 m (Cordillera Real, Bolivien)
1953 Nanga Parbat-Expedition (Himalaya, Pakistan)
1955 Best. Cerro Paititi, 3150 m (Anden, Bolivien)
Quellen: Gerd Schauer, Isny in Alpinwiki, Uli Auffermann im „Bergsteiger“
Bücher: „Bergvagabunden“, Kriegsberichterstatter, Meine wilden dreissiger Jahre Videos: https://www.youtube.com/watch?v=PelF2JZa8_c;

https://www.youtube.com/watch?v=LD_DGPEt8Aw;
Nanga Pabat 1953: https://www.youtube.com/watch?v=Xz5kOQWg7Vs;
Monika Ertl: https://www.youtube.com/watch?v=4USJcUeE1Hs;