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Leo Dickinson, Kurt Diemberger, Carl Diener, Walter & Brigitte Dolezal, Wolfgang Drechsel, Hans Dülfer, Günter Oskar & Norman Günter Dyhrenfurth …

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indexLeo Dickinson zählt zu den erfolgreichsten Abenteuer-Kameramännern und Regisseuren der Welt. 1946 in Lancashire (United Kingdom) geboren, begann er bereits während der Schulzeit im Lake District und in North Wales zu klettern, 1966 zum ersten Mal in den Dolomiten. Dabei entdeckte er seine Leidenschaft für Berge und Abenteuer. Er wollte dies auch dokumentieren. Nach dem Fotografie-Studium am Blackpool Technical College in den 60er Jahren wurde Dickinson zum waghalsigsten Abenteuer-filmer seiner Zeit mit Kameraeinstellungen, die als unmöglich gelten. Seine Dokumen-tationen zeigen die spektakulärsten Szenen und spannendsten Momente.
1970 filmte er als Erster eine komplette Durchsteigung der Eiger Nordwand „Out of the Shadows into the Sun“, damit gewann er als Zwanzigjähriger seinen ersten Preis. 1976 filmte er die zweite Kajak-Wildwasserexpedition im Everest-Gebiet: „Dudh Kosi: Relentless River of Everest“. Die britische Gruppe startete am Khumbu-Gletscher (auf ca. 5300 m). 1978 war er mit der Kamera dabei, als Reinhold Messner und Peter Habeler als erste ohne künstlichen Sauerstoff den Mount Everest bestiegen. Leo Dickinson filmte Eric Jones Solo-Besteigung der Eiger-Nordwand, er drehte auf der Großen Zinne, der Civetta, am Piz Badile, der Matterhorn-Nordwand, am Cerro Torre, Torre Egger und bei der Überquerung der Großen Eiskappe in Patagonien. Wie bei seinem berühmten ,Wave‘-Foto von „A Dream of White Horses“ hatte er die Kamera immer bereit, auch als Cliff Phillips 60 Meter über ein steiles Eisfeld stürzte – und überlebte.
Leo Dickinson drehte bisher über 70 Filme und gewann jeden wichtigen Berg- und Abenteuerfilmpreis (mehrfach!). Er war der Erste, der mit einem Heißluftballon über den Gipfel des höchsten Berges der Welt schwebte (1991). Mit 55 Jahren zog er sich einen Base-Jumping-Anzug über, um mit den Wanderfalken zu fliegen. Er ist ein begeisterter Skydiver und Fallschirmspringer mit 3500 Absprüngen, hält zahlreiche Weltrekorde wie den Fallschirmabsprung über dem Mount Everest oder jenen mit den meisten nackten Frauen gleichzeitig.

https://www.youtube.com/watch?v=FINqMIo-fbM
Dickinson schrieb bisher auch drei Bücher: Filming the Impossible, Anything is Possible and Ballooning over Everest.

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51zevzlylal-_sx355_bo1204203200_Kurt Diemberger gelang die Erstbesteigung von Broad Peak und Dhaulagiri: Es gibt dazu eine Formulierung, die kann Kurt Diemberger im Zusam-menhang mit seinem Namen so gar nicht leiden: „Bitte schreib net, der einzige noch lebende Erstbe-steiger von zwei Achttausendern.“ Für ihn klinge das „noch“ so, „als wär es bald aus mit mir„.
Also, ohne „noch“: Kurt Diemberger hat zwei der 14 Achttausender erstbestiegen, 1957 mit einer Salz-burger Expedition den Broad Peak (8051 m) und 1960 mit einer Schweizer Expedition den Dhaulagiri (8167 m). Neben Diemberger ist die Erstbesteigung zweier Achttausendern nur Hermann Buhl – Nanga Parbat und Broad Peak – gelungen. Hermann Buhl ist im Juni 1957 an der Chogolisa nach einem Wechtenbruch tödlich verunglückt.
Es hätte freilich auch ganz anders kommen können. Auf der Chogolisa im pakistani-schen Karakorum 1957 etwa, als Diemberger nur wenige Schritte hinter Buhl war und plötzlich der Boden zitterte: Eine große Wechte war gebrochen und riss Buhl mit in die Tiefe. Buhls Leichnam ist bis heute unauffindbar. Oder 1986, als Diemberger mit seiner Partnerin Julie Tullis und anderen Bergsteigern tagelang von einem Sturm auf dem K2 auf rund 8300 Meter Höhe festgehalten wurde. Tullis starb an Erschöpfung, Diemberger konnte sich gemeinsam mit dem Oberösterreicher Willi Bauer ins Tal retten. Mehrerer abgefrorene Finger an seiner rechten Hand zeugen bis heute von den dramatischen Ereignissen im „schwarzen Sommer“ auf dem K2.
Dass der in Villach Geborene aber überhaupt zur Himalaya-Legende mit rund 30 Expe- ditionen werden konnte, verdankt er einem alpinistischen Husarenstück in den Alpen. 1956 gelang Diemberger mit zwei weiteren Bergsteigern die Durchsteigung der „Schaumrolle“ genannten Riesenwechte über der Nordwand der Königspitze in der Ortlergruppe. Die rund 25 Meter über den Abgrund hinausragende Wechte ist längst dem Klimawandel zum Opfer gefallen. Für den heute in Salzburg und in der Nähe von Bologna lebenden Diemberger aber war sie damals der Schlüssel zum Expeditions-bergsteigen und zum Berufsbergsteigertum. Hermann Buhl sei nach der Durchsteigung der „Schaumrolle“ auf ihn aufmerksam geworden und habe ihn dann zum Broad Peak mitgenommen, errinnert sich Diemberger.
Und auf dem Broad Peak schrieb er dann mit Buhl, Marcus Schmuck und Fritz Wintersteller Alpingeschichte. Statt der bis dahin üblichen Materialschlacht an den höchsten Bergen der Welt wurde erstmals ein Achttausender im „Westalpenstil“ ohne künstlichen Sauerstoff oder Hochträger bezwungen. Eine Novität war übrigens auch die Dhaulagiri-Unternehmung. Zum ersten Mal wurde ein Gletscherflugzeug für den Materialtransport verwendet. Trotz dieses Erfolges und trotz der Erstbesteigung des Dhaulagiri drei Jahre später arbeitete der promovierte Betriebswirt noch bis Ende der 1960er-Jahre als Handelslehrer in Salzburg. Erst zehn Jahre nach dem Broad Peak konnte Diemberger darangehen, seinen Lebensunterhalt mit Büchern, Vorträgen und als Kameramann bei Expeditionen zu bestreiten. (Thomas Neuhold, DER STANDARD, 13.3.2012) http://derstandard.at/1331207111251/Kurt-Diemberger-Eine-Achttausender-Legende-wird-80

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Carl Diener, ÖAK-Präsident 1888-1893; Paläontologe,

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csm_p8290129_7d6b4f7becWalter & Brigitte Dolezal, viele wunderschöne Erstbegehungen auf der Hohen Wand, südl. von Wien, plaisirmäßig eingerichtet z.B. Kronjuwel 7-, Casablanca-Wandl bis 5-7, Jagd den Snark 6+, Almauftrieb 7, Elfenstaub 6+, Sonne-Mond-Sterne 7 …

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DrechselWolfgang Drechsel, geb. 29. 1. 1958 in Bamberg, lebt in der Schweiz, Maschinen-bautechniker, ab 13, als einer der Jüngsten,  in der Bergwacht tätig, leitete eine Klettergruppe in Landsberg am Lech, Leiter der Kletterhalle Freiburg/ Breisgau von 2002 bis 2004; im DAV-Ausbildungs- und Tourenreferat tätig …
Im Sommer und Winter in den Bergen unter-wegs, fast alle schwierigen Routem im Kaiser-gebirge geklettert, oft gleich mehrere hinter-einander an einem Tag; 18 Gipfel/Routen aus Pauses „Im extremen Fels“ erklettert. „Ich bin einer der letzten Überleben-den der wilden Zeit, war mit Kurt Albert unterwegs, mit Wolfgang Güllich, mit Flipper und Baetz Norbert, mit Sepp Gschwendner mit Porsche am Röthelfels, eben-so mit Andreas Kubin und Andrea Eisenhut. Es war irre viel Aktion in uns …. ich habe noch Postkarten von Kurtl und Wolfi aus Patagonien – unglaubliche Zeit. Bin auch oft mal traurig … vor allem Kurt fehlt mir. Er war ein feiner Mensch … plump im Umgang mit anderen … aber immer herzlich.“
Einige der zahlreichen Erstbegehungen (über 50 Eb. im Frankenjura, nachzulesen im Schwertner Kletterführer, Nördlich. Frankenjura, v.a. Würgau, Burglesau, Veilbronn, Oberngruber Wand usw.): V.M.-Weg VI, Muffensausen VIII, Ameisenplatte VIII-, Erlöster Pfeiler V, Hintere Goiner Halt – Infos dazu auf https://www.stadler-markus.de/alpinklettern/wilder-kaiser/kletterroute/erloester-pfeiler.html

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Hans_DülferHans Dülfer, Johannes Emil „Hans“ Dülfer am 23. Mai 1892 in Barmen (Wuppertal) geboren, gilt als bester Felskletterer vor dem Ersten Weltkrieg. 1910 unternahm er seine ersten Bergfahrten, drei Jahre später kletterte er bereits schwierigste Routen im Alleingang, wie die Erstbegehung des Risses zw. Fleischbankspitze und Christaturm („Dülferriß„), die erste freie Begehung des Torre del Diavolo, auch im Alleingang, und die Ersbegehung der Gr. Zinne Westwand.
1911 übersiedelte Dülfer von Dortmund nach München und begann Medizin zu studieren, wechselte dann zu Jura und später zu Philosophie.  Durch die Alpennähe gelangen dem jungen Dülfer innerhalb von 4 Jahren rund 50 Erstbesteigungen. Er kletterte im Wilden Kaiser und in den Dolomiten Routen, die zu Marksteinen des Alpinismus wurden. Z.B. durchstieg er als Erster berühmt-berüchtigte Wände wie die Fleischbank-Ostwand und Totenkirchl-Westwand. Beide Routen zählen heute noch zu den großen alpinen Klettereien der Ostalpen. Mit seinem Seilgefährten Werner Schaarschmidt  bestieg er 37 Gipfel im Rosengarten, darunter die 1. Beg. der Valbonkante im Tschamintal, die 2. Begehung der Delagoturm-Nordwestkante und die Südostwand des Cront di Mezzo in der Larsecgruppe. 1913 gelang ihm sein Meisterstück mit der 1. Beg. der Direkten Totenkirchl-Westwand. Im Winter 1913 schaffte Dülfer mit seiner Freundin Hanne Franz  im Rosengarten die 1. Winterbest. und die 1. Winterüberschr. der südlichen Vajolett-Türme sowie die Winterbeg. der Fehrmann-Kamine am Stablerturm.
Seine Eleganz und Leichtigkeit, mit denen er kletterte, sind legendär. Der Pianist und Bergsteiger war „eine Klasse für sich“. Ein Meister am Fels und bahnbrechend auf dem Gebiet der Sicherungs-, Seil und Klettertechnik. Sein Bestreben war der stilreine Durchstieg zum Gipfel. Dazu war ihm aber jedes Mittel recht und er stellte sich in bewussten Gegensatz zu den Verächtern künstlicher Hilfsmittel. Hans Dülfer erfand das Schrägabseilen, seine „Dülfer-Quergänge“ waren ein Zaubermittel, mit dem er den Bann der „unersteiglichen“ Wände seiner Zeit brach. Er erfand den „Dülfersitz“, den bis in die 60er Jahre meistverwendeten Abseilsitz. „Dülfer war eine Klasse für sich. Er hat neue Wege mit neuen Mitteln im Fels eröffnet“, schrieb Franz Nieberl.
Dülfer war Mitglied im Akad. AV-München, betätigte sich als Tourenwart, organisierte Kletterkurse und verfasste mehrere Anstiegsblätter.  Seine ersten selbständigen Touren unternahm er im Wetterstein und in den Allgäuer Alpen. Er wurde in den Österr. Alpenklub aufbenommen und trat auch der Sektion Bayerland bei, wo er u.a. Hans Fiechtl und, die ihm in enger Freundschaft verbundene Hanne Franz kennenlernte. Sein bester Kletterpartner war aber stets sein Vater, Emil Dülfer, der den Tod des Sohnes nicht überwinden konnte und seit 1916 verschollen ist (vermutl. Selbstmord in einem unzugänglichen Winkel des Reichenhaller Lattengebirges). Hans Dülfer fiel als Soldat im Ersten Weltkrieg mit nur 23 Jahren am 15. Juni 1915 in der Lorettoschlacht bei Arras (Frankreich).
Ersbegehungen u.a.:
1911: Sonnjoch (Karwendelgeb.)/Nordostwand – Alte-„Dülfer/Fiechtl-Führe“, Guffert Hauptgipfel/Südkante – „Dülfer/Fiechtl“, Hochiß/N-Wand – „Alter Weg“ (Dülfer/Fiechtl-Weg), Mädelegabel/Nordostwand, Fallwand (Croda del Lago)/Südwand, Donaturm (Torre di Dona)/Nordflanke
1912: Totenkirchl/W-Wand – „Bernuthkamin u. Durchstieg zur 3. Terr.“ (dir. Ausstiegsvar. zur Piazführe); Fleischbank/O-Wand – „Dülferführe“, Predigtstuhl Hauptgipfel/Westwand – „Dülferführe“, Lärcheck/Hauptgipfel – O-Wand – „Dülferführe“, Rosengartenspitze (Catinaccio)/Westwand – „Dülfer“, Östl. Tschaminspitze (Croda Orientale del Ciamin) /Südostkante, Östliche Valbonspitze (Cima Orientale di Val Bona)/Nordwestkante – „Valbonkante“, Kesselkogel (Catinaccio d’Antermoia)/SO-Kamine und Südgrat, Seeturm und Seewand (Cresta della Torre del Lago)/Südwand des Seeturms – „Dülfer“, Cima delle Pòpe/Südwestkante des Südgipfels, Schwalbenkofel (Croda dei Róndoi)/Ostwand, Schwalbenkofel (Croda dei Róndoi)/Ostwand – „Originalausstieg“, Westl. Zinne (Cima Ovest di Lavaredo)/W-Wand, Punta Di Frida/N-Wand von der kleinsten Zinnenscharte;
1913: Totenkirchl/Ostwand – „Dülferführe“ , Nordostwand – „Kaminvariante zum Heroldweg“ – (2. Terrasse), Schneiderweg“ (2. Terrasse); Westwand – „Dülferführe“, „Fiechtlkamin“ zur 1. Terrasse, Fleischbank/Südostwand – „Dülferriß“; Kleine Halt/ Nordwand, Schwabenalpenkopf (Torre dei Scarperi)/Hauptturm – „Nordwand“, Westliche Zinne (Cima Ovest di Lavaredo)/Südwandkamin – „Linker“, Große Zinne (Cima Grande di Lavaredo)/Westwand, Torre Leo/von Nordosten (Kamin zurScharte), Torre del Diávolo/von Südosten , Cima Eötvös/Südkante (vom Campanile Dülfer), Dülfer Campanile/Südkante;
1914: Kleine Halt/Nordwestwand – „Dülferführe“, Cisleser Odla (Odla di Cisles) „Dülferriss“, Kesselkogel (Catinaccio d’Antermoia)/Südverschneidung – „Dülfer“;
1919: Totenkirchl/U-Weg („Dülfer-U“), Totenkirchl/Nordostwand – „Abgebrochener Kamin“ (1. Terrasse), „Schaarschmidtkamin“ (3. Terrasse);
Quellen: ÖAV, Neue Deutsche Biographie; Alpinwiki
Videos: https://www.br.de/mediathek/video/bergauf-bergab-12042020-der-wilde-kaiser-und-das-erbe-des-hans-duelfer-av:5e58f6ab1c6ffe001ab156fa
https://www.youtube.com/watch?v=ONOcugvhan0&t=6s

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510uodjgvjL._SX355_BO1,204,203,200_Günter Oskar & Norman Günter Dyhrenfurth:

G. Oskar: *12. 11. 1886 in Breslau (Schlesien); † 14. 4. 1975 in Ringgenberg, Schweiz, war ein deutsch-schweizer Geologe u. Bergsteiger, dem zahlreiche Erstbegehungen gelangen. 1930 u. 1934 leitete er Himalaya-Expeditionen. Dyhrenfurth war der Sohn des Arztes und Geheimrats Oskar Robert Dyhrenfurth (1850–1932) aus Breslau und seiner Frau Käthe.  Von 1904 bis 1909 studierte Günter Oskar Dyhrenfurth Geologie und Paläontologie an den Universitäten Freiburg im Breisgau, Wien und Breslau. 1909 erfolgte die Promotion, 1913 die Habilitation. Von 1907 bis 1914 arbeitete er an der Erstellung der Geologischen Karte der Schweiz in Graubünden mit. Von 1919 bis 1921 lehrte er als Titularprof., danach als außerordentl. Prof. für Geologie und Paläontologie an der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Breslau. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten legte Oskar Dyhrenfurth 1933 unter Protest gegen das Hitlerregime seine Professur in Deutschland nieder. Da er seit 1926 seinen Hauptwohnsitz in der Schweiz hatte, konnte er das schweizerische Bürgerrecht erwerben. Von 1939-1954 lehrte er Geographie und Naturwissenschaften am Institut auf dem Rosenberg in St. Gallen. 1956 wurde er als NS-Opfer anerkannt und rückwirkend als ordentlicher Professor rehabilitiert und emeritiert.
Günter Oskar heiratete 1911 Harriet Pauline, genannt Hettie, die auch aus Breslau stammte und jüdische Vorfahren hatte. Sie bekamen 1913, 1915 und 1918 drei Kinder: Harald, Hiltraut und Norman, der seinen Vater auf Bergtouren begleiten durfte. Von 1923 bis 1926 lebte die Familie in Salzburg und übersiedelte dann in die Schweiz (nahe Brienzer See,  Interlaken). Hettie Dyhrenfurth wurde ab 1935 auf Vortragsreisen in die USA eingeladen, um über ihre Erfahrungen bei den Himalaya-Expeditionen zu berichten. Als politisch Bedrohte blieb sie schließlich dort und versuchte ihre Familie zur Auswanderung in die USA zu bewegen. Doch Oskar blieb in der Schweiz; die Scheidung erfolgte 1948. Im selben Jahr heiratete Dyhrenfurth seine Lebensgefährtin, die Literaturwissenschaftlerin und Bergsteigerin Irene Dyhrenfurth, mit der er seit 1929 einen Sohn hatte.
1937 bestiegen Oskar Dyhrenfurth und sein damals 19-jähriger Sohn Norman bei einer gemeinsamen Tour im Mont-Blanc-Massiv sieben Viertausender. Anschließend besuchte der 19-jährige Norman mit seiner Schwester Hiltraut die Mutter und blieb ebenfalls in den USA. Er sah seinen Vater erst  wieder 1952, nach 15 Jahren.
In den 1930er-Jahren organisierte das Forscherehepaar Günter und Hettie Dyhrenfurth zwei Himalaya-Expeditionen. Die Kinder erlebten dies via Briefverkehr von der Schweiz aus mit. 1930 leitete Dyhrenfurth die Expedition zur Kangchendzönga-Gruppe im Ost-Himalaya (Höhenweltrekord Jongsong-Gipfel 7459 m). Dabei wurde erstmals in mehr als 6000 Meter Höhe gefilmt. Der Dokumentarfilm Himatschal, Thron der Götter, gefilmt von Charles Duvanel, wurde ein großer Erfolg. 1934 leitete Oskar die große „Internat. Himalaya-Expedition“ zum ob. Baltoro-Gletscher. Am SSO-Sporn, auf 6200 m, stellten sie fest, dass es unmöglich war, die Balti-Träger über den steilen Schneegrat zu führen. Daraufhin verlegten sie ihre Route an die beiden südlich angrenzenden Gipfel Sia Kangri (Queen-Mary-Peak) und Baltoro Kangri (Golden Throne) mit dem dazwischen liegenden Conway-Sattel. Der Expedition gelangen die ersten Besteigungen von Siebentausendern im Karakorum. Mit Albert Höcht und Hans Ertl standen Hettie und Oskar Dyhrenfurth am 3. Aug. 1934 auf dem Sia Kangri I (7422 m). Hettie Dyhrenfurth übertraf dabei den, seit 1906 unangetasteten Frauen-Höhenrekord von Fanny Bullock Workman (Pinnacle Peak, 6932 m, Nun Kun-Gruppe). Hetties  Rekord wurde erst 1955 überboten. Der Ostgipfel des Baltoro Kangri (7260 m) wurde von James Belaieff, Piero Ghiglione und André Roch erstmals bestiegen. Ein Teil der Expeditionsmannschaft besuchte auf dem Rückweg das Kloster Lamayuru im westlichen Ladakh. Damit wurden alle vier Gipfel des Sia Kangri bestiegen. Die photographischen Aufnahmen – zum Großteil von Oskar  Dyhrenfurth und Vittorio Sella – sind von hervorragender Qualität. Bei der Expedition 1934 wurde der Film Der Dämon des Himalaya gedreht (Kamera u.a. Richard Angst und Hans Ertl).Die Expeditionen brachten erste wissenschaftl. fundierte Erkenntnisse über die Tektonik im Himalaya und Dyhrenfurths Reisebericht enthält neben umfassenden  wissenschaftl. Erkenntnissen (Geologie, Gletscherkunde etc.) viel Wissenswertes zu Land und Leuten.
60 Erstbegehungen in europäischen Gebirgen u.a.:
3 Gipfel über 7000 Meter, 2 Gipfel über 6000 Meter, 1 Gipfel über 5000 Meter, 63 Gipfel über 4000 Meter … Seine Gefährten waren: Oskar Schuster, Gustav Jahn, Emil Meletzky (1918: 1. Begeh. der Laaserwand über den Nordgrat  mit E. Meletzky und Alfons Kasseroler; 1. Beg. des Sellaturmes, 2688 m, von SW mit Gustav Jahn und E. Meletzky);
Vereinsmitgliedschaften: ab 1908 Deutsche Geolog. Ges., ab 1912 Paläontolog. Ges. und Schweizer Geolog. Ges.; dem Österr. Alpenklub hat Oskar Dyhrenfurth fast siebzig Jahre angehört.
Auszeichnungen: 1933: Leica-Kamera Nummer 125.000, 1936: Prix olympique d’alpinisme bei den Olymp. Sommerspielen 1936, gemeinsam mit seiner Frau Hettie, 1956: Großes Bundesverdienstkreuz …
Werke: Himalaya. Unsere Expedition 1930. Scherl, Berlin 1931; mit Hermann Hoerlin, Erwin Schneider und Ulrich Wieland Unsere Himalaja-Expedition 1930, Zeitschrift des Deutschen und Österr. AV 1931; Dämon Himalaya, Bericht der Internat. Karakoram-Expedition 1934, Schwabe, Basel 1935; Baltoro. Ein Himalaya-Buch, Schwabe, Basel 1939; Himalaya-Fahrt. Unsere Expedition 1930, Orell Füssli, Zürich 1942; Zum dritten Pol. Die Achttausender der Erde. Nymphenburger Verlag., 1952; Das Buch vom Nanga Parbat. Die Geschichte seiner Besteigung 1895–1953, Nymphenb. Verlag.,  1954. Das Buch vom Kantsch. Die Geschichte seiner Besteigung, Nymphenb. Verlag., 1955; Der dritte Pol. Die Achttausender und ihre Trabanten, Frankfurt am Main 1961.
Filme: Himatschal, der Thron der Götter, Deutschland 1930/1931, Dokumentarfilm; Der Dämon des Himalaya; Schweiz/Deutschland 1934/1935, Spielfilm;

3d704ed857aaf9b8_ffc17b197570416eNorman G. Dyhrenfurth: (*7. Mai 1918 in Breslau; † 24. Sept. 2017 in Salzburg) folgte mit 19 seiner Mutter nach Amerika und arbeitete dort als Skilehrer, Bergführer und Kameramann. Schon sein Vater hatte seine Himalaya-Expeditionen durch Filme finanziert und das Interesse seines Sohnes am Filmen geweckt.
Während des Zweiten Weltkriegs nahm Norman auf der Seite der amerikanischen Truppen am Kampf um die Aleuten teil. Nach dem Krieg wurde er Leiter einer Filmproduktionsgesellschaft und als Lektor an die University of California in Los Angeles berufen, wo er Leiter der UCLA Film School wurde und mit berühmten Regisseuren wie Alfred Hitchcock und Fred Zinnemann in Kontakt kam.
Himalaya-Expeditionen: Durch die Vermittlung seines Vaters wurde Norman 1952 Kameramann der 2. Schweizer Mt. Everest-Expedition und konnte (trotz verspäteter Ankunft und einer unangenehmen Erkältung) eindrucksvolle Panoramaaufnahmen zum Expeditionsfilm beisteuern. Die Schweizer erreichten den Gipfel nicht, lieferten jedoch mit ihrer Expedition die Grundlage für die Erstbesteigung durch Edmund Hillary und Tenzing Norgay im folgenden Jahr. Nach der Rückkehr in die USA legte Norman Dyhrenfurth die Leitung der UCLA Film School nieder, um sich nur noch dem Himalaya zu widmen.
1955 leitete er eine Internationale Himalaya-Expedition zum Lhotse. 1958 war er stellvertretender Leiter einer wissenschaftlichen Gruppe auf der Suche nach dem „Yeti“. Video: https://www.youtube.com/watch?v=0GetjllTdkY
1960 begleitete er ein Schweizer Bergsteigerteam als Kameramann zum Dhaulagiri, dessen Erstbesteigung bei dieser Expedition gelang (u.a. Kurt Diemberger).
1963 überzeugte er die National Geographic Society, die American Mt. Everest- Expedition zu finanzieren und bekam den Auftrag, diese Expedition zu leiten. Mit Inseraten in Magazinen amerikanischer Bergsteigervereine suchte er nach Teilnehmern. Zahlreiche Wissenschaftler schlossen sich der Expedition an, darunter ein Soziologe und ein Psychologe, die im Auftrag der NASA die Reaktion und die Zusammenarbeit der Gruppe unter Stressbedingungen untersuchten. Für die NASA waren die Ergebnisse in der Vorbereitung des Apollo-Programms zur ersten Mondlandung wichtig. Finanziert wurde die Expedition durch Fundraising. „Eine halbe Million Dollar habe ich zusammengebracht“, erzählte Dyhrenfurth.
Bei dieser Expedition erreichte James Whittaker als erster Amerikaner den Everest-Gipfel, zusammen mit dem Sherpa Nawang Gombu, dem Neffen von Tenzing Norgay,  über den Südostgrat, die 1952 von den Schweizern geplante und 1953 von den Erstbesteigern begangene Route. Drei Wochen später gelang zwei weiteren Seilschaften die Besteigung des Mt. Everest über verschiedene Routen. Tom Hornbein und Willi Unsoeld folgten dem Westgrat, mussten dann aber in die Nordwand ausweichen und stiegen in der seither „Hornbein-Couloir“ genannten Schlucht zum Gipfel. „Als ich Tom Hornbein vor der Expedition in San Diego besuchte, erwähnte ich meinen Traum, den Mount Everest zu überschreiten. Anfänglich war Tom skeptisch, aber im Lauf der Zeit wurde er zu einem Westgrat-Fanatiker, der am liebsten die Route über den Südsattel aufgegeben hätte“, erzählte Norman. Hornbein und Unsoeld führten dann die erste Überschreitung des Mt. Everest durch und folgten dem auf der Südroute aufgestiegenen Team beim Abstieg. Dies war zugleich die erste Überschreitung eines Achttausenders überhaupt. „Sie haben etwas vollkommen Wahnwitziges gemacht“, kommentierte die Himalaya-Chronistin Elizabeth Hawley.Dyhrenfurth und sein Expeditionsteam erhielten nach der Rückkehr bei einem Empfang im Weißen Haus die selten verliehene Hubbard-Medaille der National Geographic Society von Präsident John F. Kennedy. Dyhrenfurth setzte sich dabei auch erfolgreich für die Auszeichnung der Sherpas ein. Video: https://www.youtube.com/watch?v=wUqp-SbPy4k; https://www.youtube.com/watch?v=tVMWu4hmPzI;
1971 organisierte Dyhrenfurth eine weitere Expedition. Wie sein Vater, der im Namen des Völkerbundes Bergsteiger in den Himalaya geführt hatte, wollte er eine internat. Gruppe ohne Nationalitätenstreit auf dem Everest versammeln. Dreißig Bergsteiger aus dreizehn verschiedenen Nationen nahmen daran teil, darunter Chris Bonington, Don Whillans, Dougal Haston, Naomi Uemura, Toni Hiebeler, die Österreicher Wolfgang Axt und Leo Schlömmer, der franz. Parlamentsabgeordnete Pierre Mazeaud, der Italiener Carlo Mauri und das Genfer Ehepaar Yvette und Michel Vaucher. Die prominenten Bergsteiger benahmen sich allerdings: „Wie Primadonnen“ – so Chris Bonington später. Mazeaud und Mauri hatten vor allem das Ziel, als erste ihrer Nation auf dem Gipfel zu stehen, ebenso Yvette Vaucher als erste Frau. Da der Gipfel bereits von Briten, US-Amerikanern und Japanern bestiegen worden war, galt deren und Normans Interesse den schwierigeren Routen über den Westgrat und die SW-Flanke. Die von Axt, der Vegetarier war, organisierte Verpflegung stieß bei den anderen Bergsteigern auf wenig Gegenliebe. Bonington, der als Führungsfigur vorgesehen war, zog sich schon in der Planungsphase zurück, weil er Bedenken hatte, dass seine Autorität bei Bergsteigern dieses Kalibers und Selbstbewusstseins nicht ausreichen würde. Er reiste dann zwar doch an, kurze Zeit danach aber gleich wieder ab, weil sich seine Vorahnung zu bestätigen schien. Zum Beginn einer zehntägigen Schlechtwetter-Periode erfror dann der Inder Harsh Bahuguna  im Schneesturm. Eine Abstimmung über das weitere Vorgehen wurde zu Ungunsten der „Latins“ manipuliert, da die üblicherweise nicht stimmberechtigten Sherpas miteinbezogen wurden. Sie lehnten ein Umplanen von den bereits angelegten Routen auf die Normalroute durch den zwar technisch leichteren, aber objektiv gefährlichen Khumbu-Eisbruch ab. Mazeaud weigerte sich, beim Tragen des Gepäcks von Angelsachsen und Japanern mitzuhelfen, und bezeichnete dieses Ansinnen als Beleidigung für Frankreich. Yvette Vaucher bewarf Norman mit Schneebällen und bezeichnete ihn als „Salaud“ (Dreckskerl). Auf Grund der Ansage „Fuck off, Mazeaud“ des Briten James Roberts  verließen die vier „Latins“ die Expedition. Nach einem weiteren vergeblichen Versuch über die Südwestflanke brach Norman die Expedition schließlich vorzeitig ab. Video: https://www.youtube.com/watch?v=CSTkwMwRMi8
Literatur
Andreas Nickel: Himalaya. Norman Dyhrenfurth: Expeditionen und Filme 1952–1971. AS Verlag, 2007;
Peter Steele: Als Arzt am Everest. Internationale Himalaya-Expedition geleitet von Norman G. Dyhrenfurth und James O. M. Roberts. Nymphenb. Verlag., 1974;
Norman G. Dyhrenfurth: Wozu ein Himmel sonst? Erinnerungen an meine Zeit im Himalaya. Tyrolia-Verlag, 2018
Filme
André Roth, Norman Dyhrenfurth: Mount Everest 1952. Condor Film SA, Zürich 1952;
Youtube: Mount Everst 1952 mit Raymond Lambert, Tenzing Norgay, Historische Filme der Condor Films Zürich;
Später drehte Norman preisgekrönte Dokumentarfilme über Tibet und den Buddhismus sowie Bergfilme wie „Am Rande des Abgrunds“ (Five Days One Summer) mit Sean Connery unter der Regie von Fred Zinnemann und „Im Auftrag des Drachen“ (The Eiger Sanction) unter Mitwirkung und Regie von Clint Eastwood.
Andreas Nickel und Jürgen Czwienk: Zum dritten Pol. Dokumentarfilm über die Familie Dyhrenfurth, Deutschland, 2007;
Quellen: Wikipedia, Alpinwiki; Archiv Proksch (Österr. Alpenklub); Stephanie Geiger: Bergsteiger Norman Dyhrenfurth gestorben, FAZ v. 27. Sept. 2017;  Abenteuerlust ist etwas anderes. FAZ, 7. Mai 2013;