Expeditionen-Erstbegehungen von Alpenklubmitgliedern

Mount Meru-Indien, Shivling-Indien, Devils Paw-Alaska,  Kokodak Dome-Westchina; La Esfinge (5325 m), Peru; 1. Österr. Antarktis-Expedition 1982/83, Heard Island;

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Simon Gietl,  Mathieu Maynadier & Roger Schäli:
Erstbesteigung am Mount Meru, 6.660 m
Große Träume brauchen mehr als einen Versuch! Der Mount Meru befindet sich neben dem Shivling (im Osten) in der Gangotri-Gruppe (Garhwal-Himal, im indischen Bundesstaat Uttarakhand). Neben dem südlichen Hauptgipfel dieses einzigartigen Granitriesen ragen drei Nebengipfel in den Himmel. Die bisher einzige Besteigung des Südgipfels gelang einer japanischen Expedition 1980 über den SO-Grat.
Der Mittelgipfel, auch Shark’s Fin („Haiflosse“), 6310 m, wurde 2001 von Waleri Babanow erstbestiegen. 2011 gelang den US-amerikanischen Kletterern Conrad Anker, Jimmy Chin und Renan Ozturk die spektakuläre Durchsteigung der Nordostwand zum Gipfel. Der Nordgipfel, 6.450 m, wurde 1980 von Norden erstbestiegen, der Westgipfel, 6.361 m, 1981 von Westen.
ÖAK-Mitglied Simon Gietl (Italien), Mathieu Maynadier (Frankreich) und ÖAK-Mitglied Roger Schäli (Schweiz) eröffneten nun die Route „Goldfish“, 800 m, M6+ A1, durch die Südwand des Hauptgipfels und erreichten am 13. Mai den Meru-Gipfel. Der Fotograf Daniel Hug (Deutschland) begleitete das Team.
„Hoi lieber Alpenklub,
komm gerade von der Indien Expedition zurück und sende euch schon mal die Infos dazu: Beim zweiten Anlauf hat es geklappt. Große Träume brauchen mehr als einen Versuch! Nachdem Mathieu, Sean Villanueva (Belgien) und Roger im Herbst 2019 wetterbedingt im oberen Wanddrittel umdrehen mussten, klappte es diesen Frühling.“
Trotz anhaltend widriger Wetterbedingungen blieben die drei Alpinisten fokussiert auf ihr Ziel. Viel Neuschnee brachte den Vorteil, dass sie ihren Zustieg mit Ski absolvieren konnten. Der Abschnitt von Camp 1 zu Camp 2 war jedoch zusehends lawinengefährdet und der stark zurück gegangene Gletscher hatte den Anstieg auf den Pass, der direkt unter Camp 2 liegt, in ein anspruchsvolles Spalten-Labyrinth verwandelt! Die
Wegfindung gestaltete sich äußerst anspruchsvoll.
Am 11. Mai nützte die Dreierseilschaft das lang ersehnte Schönwetterfenster und startete vom Basecamp Tapovan (4.300 m) direkt hinauf zu C2 (5.800 m). Mathieu hatte mit einer Durchfallerkrankung zu kämpfen, sodass der Aufstieg für ihn sehr kräftezehrend war. Simon und Roger stiegen mit der Kletterausrüstung zum ersten Felsband auf, deponierten dort die Seile und legten eine Aufstiegsspur durch das
steile Schneefeld.
Am 12. Mai startete das Trio um 3 Uhr Früh, Mathieu hatte sich erholt. Der Klettertag endete erst um 23 Uhr, auf einer exponierten Wechte in der Wand, die als Biwakplatz gewählt wurde. Nach einer kurzen Nacht zu dritt im Zweimannzelt brach die Seilschaft am 13. Mai Richtung Gipfel auf. Zunächst waren sich die Drei nicht sicher, ob sie bei einem Felsblock zum Ziel gelangen konnten.
Roger Schäli: „Nachdem wir ein Foto gemacht hatten, entdeckten wir darauf einen großen Eistunnel. Es war eines der originellsten Bilder, die man sich vorstellen kann. Die besondere Herausforderung dieser Route besteht in der Kombination aus
klettertechnischen Schwierigkeiten, anspruchsvoller Absicherung, großer Höhe und ständig drohenden alpinen Gefahren wie beispielsweise Lawinen oder Wechtenbrüchen. Schon der Zustieg zum Wandfuß durch anspruchsvolles und lawinengefährdetes Spaltengelände entspricht dem Aufstieg zum höchsten Berg der Alpen, dem 4807 Meter hohen Mont Blanc. Die Kletterei war dann sehr intensiv und zeitaufwändig. Zeitweise mussten wir bis zu einem halben Meter Neuschnee vom
Fels räumen, bevor wir eine Zwischensicherung legen konnten. – Und da war kein Eis, um gelegentlich auch mal eine Eisschraube zu setzen. Zudem wussten wir, dass das Wetterfenster sehr kurz sein würde.“
Bei eisigem Wind folgten drei weitere anspruchsvolle Seillängen im steilen Mixed-Gelände und schließlich die finale Schlüsselstelle auf die Gratwechte. Nach 200 Metern über eine steile Schnee-Eis-Flanke stand das europäische Trio auf dem Gipfel des Meru.
Im Anschluss seilten sie über die gleiche Route hinunter, bauten C2 und C1 ab und feierten ihre neue Route gebührend.
„Bereits die Bergkante der Südostwand sticht ins Auge. Die Route ist eine wunderschöne klassische Linie“, freut sich Simon Gietl. „Der Name ,Goldfish‘ kam mir wegen der genia-len vorletzten Seillänge (10 Meter Schneetunnel) in den Sinn – in Kombination zur Nachbarroute „Shark’s Fin“ passend.“
„Ein großes Abenteuer mit erfolgreichem Ausgang liegt hinter Schäli, Maynadier und Gietl – ein weiteres Beispiel dafür, dass es jenseits der Bergtourismus-Industrie im Himalaya noch unglaublich viele Spielwiesen für echte Alpinisten gibt“, Stefan Nestler auf https://abenteuer-berg.de.
Mehr Fotos dazu auf: http://www.daniel-hug.com/

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Simon Gietl und Vittorio Messini erfolgreich am Shivling, 6543 m
Der Shivling im indischen Garhwal-Himalaya zählt zu den schönsten Bergen. Seit seiner Erstbesteigung 1974 wurden sehr anspruchsvolle Routen eröffnet, wie der „Kammerlan-der-Hainz Pfeiler“ und die „Shiva’s Line“ von Huber und Wolf, die 2000 mit dem Piolet d’Or ausgezeichnet wurde. Unser Südtiroler Alpenklubmitglied Simon Gietl und der Ost-tiroler Bergführer Vittorio Messini starteten Ende September 2017 zur heiligen Ganges-Quelle . Starker Schneefall erschwerte den Zustieg und umhüllteden Shivling mit der unnahbaren Pracht. Dadurch entstanden jedoch kletterbare Eis- und Schneelinien, die Simon und Vittorio für eine Neutour links der „Shiva’s Line“ nützten. Die beißende Kälte war ihr ständiger Begleiter. Am 11. Oktober erreichten Simon um Vittorio den Gipfel. Der Abstieg erfolgte durch Abseilen über die gleiche Tour. Ihre größtenteils erstbegan-gene Route nannten sie „Shiva’s Ice“.
Länge: 1500 m
Schwierigkeit: WI5, M6
Erstbegehung: drei volle Tage Kletterzeit
Infos: www.simongietl.it

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Devils Paw 2015/16, Alaska
Mit Roger Schäli, Heli Putz und Christian Gamsjäger reist Simon Gietl wieder für eine neues Projekt nach Alaska, wo ihm und Roger bereits 2015 die Route „Black Roses” an der unbestiegenen Nordwest-Kante des „Devils Paw” gelang.
Info Route: „Black Roses“
Erstbegeher: Roger Schäli und Simon Gietl am 18./19. Mai 2015
Charakter/Schwierigkeit: Riss- und Verschneidungskletterei 6c/A1 M4
Absicherung: die Route wurde bis auf 2 Haken, welche in der Wand be lassen wurden, ausschließlich mit mobilen Sicherungen abgesichert.
Kletterzeit der Erstbegeher: 19 h + 5 h                                                            http://www.simongietl.it/2015-alaska/

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Erstbesteigung des 7129 m hohen Kokodak Dome,                                                           Kuen-Lun-Gebirge in Xinjang/Westchina
Unter der Leitung von Luis Stitzinger erreichte die Amical Alpin Expedition am 24.7. 2014  den unbestiegenen Gipfel des Kokodak Dome (Kokodak II), den Nachbargipfels des etwas höheren Kokodak Peak, 7210 m (Kokodak I) mit allen 13 Teilnehmern aus Deutschland und Österreich sowie zwei Climbing Sherpas aus Nepal. Josef Kirchner, Johannes Strohmaier, André Günzel, Eva-Maria Ramsebner, Ursula Teichmann, Jan Wienands, Jürgen Schütz, Manuel Möller, Stefan Nestler, Sven Deutschmann, Volker Schuhmann, Edith und Richard Goldeband, Singi Lama, Chhongba Sherpa und Luis Stitzinger kamen bei zunehmender Bewölkung und starkem Wind zwischen 9.00 Uhr und 11.30 Uhr am höchsten Punkt des Berges an. Im unteren Bereich des Berges musste ein exponierter „Biancograt“ überwunden werden. Zwei Hochlager (5525 m,  6300 m) wurden auf der Route errichtet. Die 800 Höhenmeter und mehrere Kilometer lange Gipfeletappe war durch tiefen Schnee über den langgezogenen Rücken zu spuren.            http://www.bergsteigen.com/news/erstbesteigung-des-kokodak-dome-7129-m-in-china

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„Chappie“, 7b+, La Esfinge (5325 m), Peru
Jede Seillänge wurde mindestens von einem der beiden Erstbegeher Rotpunkt geklettert, die Schlüssellänge kletterten beide Rotpunkt.                                                                Erstbegeher: Roger Schäli und Simon Gietl – Juli 2015                                                 Charakter: schöne anstrengende Kletterei                                                                       Wandhöhe: 600 Meter Süd-Ost Ausrichtung                                                                       Schwierigkeit: 7b+                                                                                                                 Absicherung: jeder Stand ist mit 28 mm Spit ausgestattet, 9 Haken, 4 Spit und 3 Keile wurden als Zwischensicherungen belassen.                                                                                 Abstieg: Normalweg oder über die Tour abseilen.                                                                        Topo: http://www.simongietl.it/chappie/

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Peter Wörgötters Weltrekord 1981:
1. Skiabfahrt von einem Achttausender: Manaslu, 8163 m!
Achttausender-WoergoetterDen Manaslu musst mit die Ski machen!“ Diesen Tipp und eine genaue Einschätzung des Berges bekam der Saalfeldner Peter Wörgötter von seinem Bruder Wastl, der 1973 bei einer Manaslu-Expedition dabei war und mit dem er 1977 den Lhotse bestiegen hatte. Die Skiabfahrt von einem 8000er schien zwar logisch, aber auch sehr waghalsig. Der Franzose Yves Morin, der 1979 von der Annapurna abfahren wollte, war dabei ums Leben gekommen. Doch mit dem langen, flachen Plateau und dem weiten Zustieg am Rande des Gletschers eignet sich der Manaslu tatsächlich für eine Skiabfahrt.
„Wir haben nicht genau gewusst, worauf wir uns einlassen.“ Wenn sich Peter Wörgötter 40 Jahre später daran erinnert, klingt das gar nicht heroisch. Zu seiner Manaslu-Skiexpedition meldeten sich anfangs zehn Leute an, letztendlich blieben aber nur er und Sepp Millinger aus Waidring übrig. In den ersten Wochen schneite es viel. Sie beob-achteten Lawinenabgänge, versanken hüfttief im Schnee, mussten ihre Zelte frei-schaufeln und mühsam spuren. Die Schneemassen machten ihnen immer wieder einen Strich durch ihren Zeitplan. Der Aufstieg zum Lager 4 wäre ohne Skier gar nicht möglich gewesen.
Folie84An jenem ungewöhnlich warmen 19. Mai 1981 klappte es dann doch. Peter Wörgötter und Sepp Millinger mussten nur mehr dem ausgesetzten Grat zum höchsten Punkt folgen. Sie stellten ihre Ski etwa 30 Höhenmeter unterhalb des Gipfels ab und standen gegen Mittag als erste Österreicher auf dem achthöchsten Berg der Welt. Ohne künstlichen Sauerstoff war ihnen der Anstieg über die NO-Route gelungen. Bei strahlendem Sonnenschein wollten sie nun mit ihren Skiern fast 4000 Hm bis ins Basislager abfahren. Das hatte noch niemand vor ihnen gewagt.
Peter fuhr voran, machte auf über 8000 Metern die ersten Schwünge entlang der Aufstiegsroute! In seiner Euphorie dachte er jedoch nicht daran, dass er sich ohne künstlichen Sauerstoff in dieser Höhe bewegte – Pause! Er schnappte minutenlang nach Luft. Auf die Stöcke lehnen, immer wieder tief durchatmen. Und weiter. Folie85Dann verlor Sepp einen Ski. Weil er keine Fangriemen benutzte, verschwand dieser im endlo-sen Weiß. Peter dachte: „Den wird er nie mehr fin-den“. Während Sepp nach dem Ski suchte, Walter Haimbach war auch noch hinter ihm (ohne Skier), fuhr Peter über den windgepressten, eisdurchsetz-ten Schnee, um im Lager 5 auf 7400 Metern Tee zu kochen und auf seine Kameraden zu warten. Schon eine halbe Stunde später traf auch Sepp ein – erstaunlicherweise mit beiden Skiern. Inzwischen war später Nachmittag. Als nächstes müssten sie nun über die steile Flanke abseilen, die unter dem Plateau abfällt. Sie entschieden, die Nacht im Lager zu verbringen.
Nach einer stürmischen Nacht setzten sie ihren Abstieg fort. Die Flanke, über die sie 200 Meter abseilten, war blank geweht. Unterhalb schnallten sie die Ski an und fuhren über steile Lawinenhänge und den Eisbruch bis zu Lager 2 ab. Nun hatten sie den gefährlichsten Abschnitt hinter sich. Der nepalesische Koch erwartete sie schon mit einer heißen Suppe.
Folie89Es gibt eine Videoaufnahme, die zeigt, wie die beiden weiter hin-unter fuhren und dabei jubelten, denn sie wussten, dass ihnen der Triumph nun nicht mehr zu nehmen war. Durch den Firn glitten sie bis kurz vor das Basislager auf 3800 Metern, wo sie am frühen Abend von der Mannschaft emp-fangen und gefeiert wurden. Die 1. Skiabfahrt von einem 8000er, dem Manaslu, war geglückt. Weltrekord auf Ski – Alpine Weltbestleistung 1981. „Die meisten haben uns das nicht zugetraut“, erzählt Wörgötter bescheiden. „Wie sich nachher herausgestellt hat, war das eine Pioniertat.“ Obwohl Peter und Sepp damit sogar im Guinnessbuch der Weltrekorde verewigt wurden, interessierte sie die Vermarktung der Skiabfahrt vom Manaslu nicht: „Ich hab ja gleich wieder arbeiten müssen.“ 

Folie86Skiabfahrten von 8000ern
1981: Manaslu, P. Wörgötter & S. Millinger,
1982: Gasherbrum I, Sylvain Saudan, F;
1984: G II, P. Bournat & W. Pasquier, F;
1988: Cho Oyu, F. Spazzadeschi & L. Zani, I;
1990: Cho Oyu, Laura Bakos als erste Frau von einem 8000er, USA;
1991: Nanga Parbat, H. Kammerlander, I & D. Wellig, Schweiz;
7. 10. 2000: Mt. Everest, der Slowene Davo Karničar fuhr über die komplette Südroute ab. Bereits 1970 wollte der Japaner Yu ichiro Miura mit Skiern vom Südsattel hinunter. Dabei erreichte er bis zu 160 Kilometer pro Stunde. Obwohl er sogar einen Bremsfallschirm einsetzte, stürzte er über einen Felsen ab und blieb knapp vor einer Gletscherspalte schwer verletzt liegen. Im Film „The Man Who Skied Down Everest“ ist dieser spektakuläre Sturz zu sehen (1976 Oscar für den besten Dokumentarfilm). Letztendlich erholte sich Yu ichiro Miura gut von seinem Sturz und stand 2013 mit über 80 Jahren als bisher ältester Mensch auf dem Mt. Everest.
22.7.2018: Die erste Skiabfahrt vom Gipfel des K2 bis hinunter zum Basislager gelang dem 30-jährigen Polen Andrzej Bargiel im zweiten „Anlauf“. Ein Jahr davor musste er wegen der hohen Temperaturen aufgeben. 1986 hatte dies schon der Ober-österreicher Heli Steinmassl erfolglos versucht, 2001 Hans Kammerlander, 2009 Michele Fait und David Watson, 2010 Fredrik Eriksson und 2011 Luis Stitzinger. Bargiel war bereits von Manaslu, Shishapangma und Broad Peak mit Ski abgefahren. Um 11:30 Uhr Ortszeit erreichte er den K2-Gipfel ohne zusätzlichen Sauerstoff. Für die Abfahrt kombinierte er vier verschiedene Routen: bis zu Camp 4 hinunter den Normalweg (Abruzzensporn). Dort pausierte er wegen der schlechten Sichtverhältnisse für eine Stunde. Danach fuhr er auf der Česen-Route weiter ab, an riesigen Seracs vorbei, querte über die extrem schwierige Messner-Traverse, um auf der Kukuczka-Piotrowski-Route die Abfahrt bis zum Basislager zu vollenden, wo er noch einige Schneefelder voller Spalten meistern musste, bis er um 19:30 Uhr dort eintraf. Sein Bruder Bartek steuerte und filmte mit einer High-Tech-Drohne, die Bargiel schon während des Aufstieges bis knapp unter den Gipfel begleitete. Die Bilder vom Terrain wurden im Basislager ausgewertet. Auf diese Weise konnte die „sicherste“ Route für die Rekordabfahrt gefunden werden. Videos dazu:

https://www.youtube.com/watch?v=7ZRqeRRik8c

https://www.youtube.com/watch?v=TiGkU_eXJa8;

https://www.redbull.com/at-de/films/k2-the-impossible-descent

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Bruno Klausbruckner: Erste Österreichische Antarktis-Expedition 1982/83, 
Heard Island – die entlegenste Insel der WeltHeard Island 09
Der noch tätige vergletscherte Riesenvulkan Big Ben, der sich 2745 Meter hoch unmittelbar aus dem Meer erhebt, war das Ziel dieser Expedition auf Heard Island. Die der australischen Antarktis vorgelagerte Insel wird Australien zugezählt, ist unbewohnt und gilt als entlegenste Insel der Welt. Von Australien und Südafrika ist sie jeweils mehr als 4000 Kilometer entfernt. Heard Island ist eine „junge“ Insel und entstand vor etwa zwanzig Millionen Jahren. Sie wurde 1833 vom englischen Seefahrer Peter Kemp erstmals gesichtet und 1853 von dem amerikanischen Kapitän Heard wiederentdeckt. 1855 betrat sie Kapitän Darwin Rogers als erster Mensch. In den folgenden Jahrzehnten rotteten Walfänger den Bestand an Robben und Pinguinen dort fast aus; 1880 wurde die Insel wieder verlassen. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte sich der Tierbestand so weit erholt, dass er zwei weitere Jahrzehnte lang ertragreich bejagt werden konnte. Danach schonte man die Tiere wieder. Heute ist die Tierwelt abermals vollständig und im biologischen Gleichgewicht. Es gibt auch keine eingeschleppten Tiere oder Pflanzen und keinen Bestand an Bäumen oder Sträuchern. Die Vegetation besteht nur aus wenigen Moosen, Flechten und grasartigen Pflanzen, deren Größe nicht über einige Zentimeter hinausreicht. Alle Tiere leben ausschließlich aus dem, die Insel umgebenden Meer und suchen die Insel nur zum Brüten und zur Aufzucht des Nachwuchses auf.
1947 wurde die erste Antarktis-Forschungsstation Australiens auf Heard Island errichtet, sie blieb bis 1955 bestehen. Seither ist die Insel wieder unbewohnt. Nur Forschergruppen suchten sie wiederholt auf, auch um den Hauptgipfel des Big Ben, Mawson Peak (2745 m), zu besteigen, blieben jedoch immer erfolglos. Erst 1965 konnte eine australische Expedition nach dreiwöchigem Ringen den Gipfel erreichen – auf dem wahrscheinlich einfachsten Anstieg von Südosten her.

1200px-Heard_Island_and_McDonald_Islands_on_the_globe_(Antarctica_centered).svgAm 28. 12. 1982 verlässt unsere vier Mann-Gruppe Wien. Die Anreise erfolgt via Bangkok und Sydney nach Tasmanien. Das Tagebuch: Nach Vorbereitungsarbeiten im Hafen v. Hobart verlässt das Expeditions-Schiff „Cheynes II“, ein 1947 gebauter, zuletzt drei Jahre lang als schwimmendes Museum verwendeter Walfänger, am 4. 1. 1983 Hobart. Außer uns sind noch der austral. Bergsteiger Peter Hardie, eine austral. Gruppe von fünf Amateur-Funkern, fünf Wissen-schaftlern, zwei Kamera-Leuten sowie eine acht-köpfige Mannschaft (hauptsächlich Australier) an Bord.
Gleichzeitig startet ein weiteres Schiff mit australischen Bergsteigern nach Heard Island, das zwei Wochen früher anlanden kann als wir. Diese Mannschaft erreicht nach weiteren dreiwöchigen Mühen den Big Ben-Gipfel über eine mäßig schwierige Rippe von Nordwesten her.

Heard Island 02
5. Feb. 1983: Nach einer Fahrt von zweiunddreißig Tagen durch die stürmischsten Gewässer der Welt erreicht die Cheynes II Heard Island im Morgengrauen (nach einer Zwischenlandung in Albany im Südwesten Australiens sowie einer weiteren auf den französischen Kerguelen – Öl und Wasser müssen ergänzt werden). Die Wetterbedingungen sind gut. Vormittags wird das australische Team in Atlas Cove abgesetzt, an der Stelle der ehemaligen Forschungsstation. Am Nachmittag kommen erst Leopold Krenn und Bruno Klausbruckner, dann Peter Hardie, Walter Flor und Werner Hölzl dran – mit zwei Bootsfahrten (das zweite Boot ist mit Defekt ausgefallen) zur Mechanics Bay, die etwa sechs Kilometer von Atlas Cove entfernt ist. Die Wolken hängen tief und lassen keine sichere Beurteilung der Aufstiegsmöglichkeiten zu. Das Anlanden erfolgt mehr dem Gefühl nach, das sich später als richtig erweisen sollte. Schon während der zweiten Landung verschlechtert sich das Wetter rasant. Das Einrichten des Lagers erfolgt neben tausenden Pinguinen und hunderten Robben auf einem idyllischen Platz – allerdings bei orkanartigem Wind und heftigen Regenschauern. Diese Wetterlage ist für Heard Island charakteristisch und erschwert den Lageraufbau und die Vorbereitungen für den nächsten Tag.

Heard Island 08

6. Feb.: Der Morgen bringt klares Wetter, jedoch extreme Windstärken mit über hundert Stundenkilometern. Wir stehen zwar zeitig auf, aber es dauert schließlich bis zehn Uhr, um mit den schweren Lasten wegzukommen – die Rucksäcke haben um die 45 Kilogramm. Im sandigenGebiet des Saddle Point ist der Sturm nur unangenehm und ermüdend, doch am Gletscher wird er gefährlich. Nachdem uns Böen mehrmals in der Nähe offener Spalten von den Beinen gerissen haben, verlassen wir den Gletscher gegen Osten, um unter einer überhängenden Eisformation Schutz zu finden. Das Lager wird äußerst aufwendig errichtet, um halbwegs sturmsicher zu sein. Nachts müssen wir dann trotzdem den Mittelstab umlegen, um das Zelt vor der Zerstörung zu bewahren. WalterFlor hat uns geholfen, Lasten bis zum Gletscher zu tragen, kehrt dann aber zur Mechanics Bay und in der Folge nach Atlas Cove zurück, um als Amateurfunker den Kontakt zur übrigen Welt aufrecht zu erhalten.
7. Feb.: Es herrscht klare Sicht, ist aber immer noch sehr windig. Wir verlassen das Lager mit reduzierten Lasten an der Ostseite des unbenannten Gletschers (wir nennen ihn später „Sova-Gletscher“, nach dem Präsidenten der Österreichischen Himalaya-Gesellschaft). Bei 600 Meter Höhe kommen wir zu einem Gratgendarm, in dessen Flanke wir eine Schneehöhle graben können, denn zum Aufstellen eines Zeltes ist es immer noch zu stürmisch. Peter Hardie bleibt hier, um die Höhle auszubauen. Leopold Krenn, Werner Hölzl und Bruno Klausbruckner steigen nochmals zum ersten Lager ab und holen die übrigen Lasten. Die Nacht in der Höhle wird eng und nass – das Wasser rinnt unaufhaltsam von der Decke.
8. Feb.: Das Wetter hat sich gebessert. Es ist nicht mehr so windig. Wir starten einen spontanen Gipfelversuch. Mit reduzierter Ausrüstung und Verpflegung erreichen wir auf 1470 Meter Höhe den Sperrgürtel des Berges. Heute stürmt es kaum mehr, nur manchmal ziehen Wolken über die Gipfelregion. Eine geschlossene Wolkendecke liegt über dem Meer – bis auf eine Höhe von 400 Metern. Unser Weiterweg Richtung Gipfel ist jedoch gut erkennbar. Die Überquerung der weiten Gletscherflächen gelingt besser, als wir erwartet haben. Wir gehen mit Schiern, denn ohne sie wäre das Vorankommen fast unmöglich und in den Spaltengebieten überaus gefährlich. Den Schlitten haben wir am Meer zurückgelassen, das Gelände ist zu schwierig, um ihn auch noch nachzuziehen. Unter einer überhängenden Eisformation errichten wir unser Zelt. Hier sind wir vor Lawinen sicher – eine Vorsichtsmaßnahme, die sich noch als sehr wichtig erweisen würde. Wir kochen bis Mitternacht und bereiten uns auf den entscheidenden nächsten Tag vor. Es ist sehr warm, eigentlich zu warm, aber im Übrigen scheint das Wetter zu halten. Abends haben wir Funkkontakt mit Atlas Cove.

Heard Island 119. Feb.: Um drei Uhr sind wir wach, kochen bis sechs, dann brechen wir auf. Es ist sehr warm und ungewöhnlich windstill. Ein einfacher Hang mit einem sehr steilen Aufschwung führt uns auf die gewählte Rippe („Österr.-Rippe“). Die ersten hundert Meter können wir gleich-zeitig gehen, dann wird das Gelände steil, die Route schwer zu finden. Steilste Aufschwünge und heikle Querungen lösen einander ab, die Eisverhältnisse sind schwierig: das morsche, poröse, durch die Wärme aufgeweichte Eis erfor-dert höchste Vorsicht. In den Querungen liegt durch und durch fauler Schnee auf einer steilen Eisunterlage. Es ist fast un-möglich, Sicherungen anzubringen. Auf 1600 Meter gelangen wir wieder auf die Gratschneide, dort wo sie sich talwärts gabelt.
Der direkte Weiterweg über den Grat ist wegen riesiger Eisbollwerke unmöglich. Wir müssen in die östliche Steilflanke hinab und noch weiter queren. Das Gelände bleibt schwierig. Um vierzehn Uhr kommen wir schließlich auf ein kleines Plateau auf dem Grat. Der Höhenmesser zeigt 1840 Meter an. Der Weiterweg zum Gipfel liegt nun klar vor uns und scheint mit keinerlei technischen Problemen mehr behaftet zu sein. Doch eine lange, 45 bis 50 Grad steile Querung, die den Weiterweg vermitteln würde, ist bei diesen
Verhältnissen nicht durchführbar: die Randspalten brechen schon bei der leisesten Berührung – das ist „Grießbrei“ auf Steileis, mit Grießbrei-Brücken. Uns bleibt nichts anderes übrig, als ein Biwak einzurichten und auf eine frostige Nacht zu hoffen, welche die ungemein gefährliche Situation wieder entschärfen könnte.

Heard Island 12Der Gipfel in greifbarer Nähe und gute Wetterbedingungen machen uns das Abwarten besonders schwer. Doch wir haben keine ande-re Wahl. Die gesamte verfügbare Literatur erzählt immer nur von großer Kälte an diesem Berg. Auch die bizarren Eisformationen lassen auf üblicherweise kalte Konditionen schließen. Nun zerfallen sie aller-dings nach und nach. Das Wetter ändert sich nachts – leider anders als erhofft: Schwerste Sturmböen bringen Regengüsse, und es wird keineswegs kalt sondern warm, viel zu warm! Wir müssen vor dem Sturm in eine Randkluft des Grates flüchten. Am Morgen sind wir vollkommen durchnässt.
10. Feb.: Die Schnee- und Eisver-hältnisse haben sich noch weiter verschlechtert, an einen Weiterweg ist nicht mehr zu denken. So kämpfen wir uns ins Lager III zurück. Das ist ein Abenteuer für sich. Hier wollen wir abwarten, um den Gipfel erneut zu versuchen, falls es doch noch kalt wird. Die Nacht bringt wieder starken Wind und es taut weiter. Ununter-brochen donnern gewaltige Lawinen herunter. Der Berg verändert sein Aussehen.
11. Feb.: Das Tauwetter hält an. Über das Funkgerät erreicht uns die Nachricht, dass wegen des geringen Treibstoffvorrats der 15. Feber als Abreisetag festgesetzt wird, um wieder heimkehren zu können. Trotz des Nachtankens in Albany hatte das Schiff nicht genügend Öl an Bord. Da das Schiff mangels eines geeigneten Ankerplatzes infolge der andauernden Stürme ständig unter Dampf bleiben muss, verschlimmert sich diese Situation. Der Ölvorrat wird laufend reduziert und führt so zur drastischen Verkürzung unserer Aufenthaltsdauer auf neun Tage. Nun bleiben uns nur mehr zwei Tage für einen weiteren Gipfelversuch – dazu müsste sich aber das Wetter radikal ändern.

Heard Island 1612. Feb.: Es ist noch wärmer. Schnee-rutsche drücken das Zelt immer wieder ein. Weitere schwere Stürme machen es  un-möglich, Lager III zu halten. Um drei Uhr nachmittags müssen wir den Rückzug an-treten, nachdem wir aus dem rieselnden Nassschnee und dem auf uns nieder-prasselnden Wasserfall unsere Ausrüstung geborgen haben. Während des heiklen Abstiegs kommt auch noch Nebel auf. Bei null Sicht können wir die Bruchzonen nicht durchqueren und müssen uns schließlich in eine der großen Gletscherspalten abseilen, um vor den Böen einigermaßen geschützt zu sein – in nassen Kleidern vom Sturm bereits leicht unterkühlt. In einem sehr dürftigen, aus der Spaltenwand gepickelten Lager verbringen wir eine höchst unangenehme Nacht, bedroht von den Wechten am Spaltenrand, immer wieder verschüttet von kleinen Schneerutschen. Wir schneiden aus den Liegematten Stücke, die wir direkt an den Körper legen, um in der völlig durchnässten Ausrüstung nicht zu erfrieren.
13. Feb.: Ein langer Tag folgt in der Gletscherspalte. In Dreißig-Minuten-Abständen müssen wir abwechselnd aus dem Biwak, um einen Platz um die kleine Stufe freischaufeln, die uns Halt bietet. Auch, um über die Seile nach oben zu klettern und nach dem Wetter zu sehen, da uns der Blick aus der Spalte nur einen schmalen Streifen des Himmels zeigt. Sturm und Nebel halten an. Auf den endlosen Tag folgt eine weitere, noch längere Nacht. Seit Tagen haben wir keinen trockenen Faden mehr am Leib.
14. Feb.: Das erste Tageslicht bringt endlich bessere Sichtverhältnisse und wir können den Abstieg zur Küste bewältigen, wo uns ein vom Sturm zerstörtes Basislager erwartet.

15144015_XXL5. bis 16. Feb.: Sturm und gigantische Wellen verhindern das Anlanden des Beiboots. Wir müssen abwarten und haben nun Gelegenheit, dieses einmalige, raue Paradies mit seinen tausenden Pinguinen, Robben und Seevögeln ein wenig aus der Nähe zu studieren. So hat der Sturm auch eine gute Seite. Er beschert uns diese Tage der Einsamkeit in wilder Natur.
17. Feb.: Trotz stürmischer See werden wir abgeholt und gehen mittags an Bord der „Cheynes II“. Keiner der Wissenschaftler kann sich erinnern, jemals von einer solchen Warmwetterphase auf Heard Island gelesen oder gehört zu haben.
Ausklang. Dann sind wir siebenundzwanzig Tage lang auf dem sturmgepeitschten Meer unterwegs – nur vier Tage davon mit Dampfantrieb, sechzehn Tage mit provisorischen Segeln und letztlich sieben Tage im Schlepp eines Fischkutters. Wie schon bei der Hinreise dienen wir als Schiffsmann-schaft, im Küchendienst, am Steuerruder und als Wache. Durch den Ausfall der Dampf-maschine erleben wir diese Rückfahrt ohne Heizung, ohne elektrische Energie für Licht am Abend oder die Wasserpumpen, ohne Wasch- und Trockenmöglichkeit für nasse Kleidung. Zuletzt muss auch noch die Nahrung rationiert werden. Die Raucher leiden besonders, da es keine Zigaretten mehr gibt. Ausgekochte Teebeutel und was immer sie sonst noch finden können, wird als Ersatz geraucht.
Am 16. März 1983 treffen wir schließlich am Schleppseil im Hafen von Albany in Südwest-Australien ein.
Ergebnis. Das österreichische Team, verstärkt durch den Australier Peter Hardie, scheiterte infolge zahlreicher Probleme an seinem Schiff und der dadurch zu kurz gewordenen verfügbaren Zeit. Ein mehrtägiger Wettersturz, der die Mannschaft nach der Überwindung aller technischen Schwierigkeiten im leichten, jedoch überaus lawinengefährlichen Gelände der Gipfelregion traf, vereitelte den Gipfelerfolg. Zeitnot verhinderte einen zweiten Versuch. Es konnte jedoch der Nachweis erbracht werden, dass auch auf der abweisenden Nordwest-Seite des Big Ben ein Durchstieg möglich ist, was bisher für unmöglich gehalten wurde. Die vorhandene Karte wurde verbessert, als Neubenennungen wurden „Sova-Gletscher“ und „Österreicher-Rippe“, über die sich der Anstieg vollzog, vorgeschlagen. Die Kontakte zu den offiziellen australischen Stellen gestalteten sich sehr positiv, wir wurden überall herzlich aufgenommen. Der Material-test der österreichischen Produkte verlief durchwegs erfolgreich. Für künftige Expeditio-nen konnten neue wertvolle Erfahrungen gesammelt werden.
Expeditionsdauer: 28.12.1982 bis 19.3.1983
Teilnehmer: Dr. Walter Flor, Werner Hölzl, Ing. Bruno Klausbruckner (Leiter), Leopold Kren, Peter Hardie (Australien);
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Der Big Ben ist ein Schichtvulkan auf der subantarktischen Insel Heard, die zum australischen Außengebiet „Heard und McDonald-Inseln“ gehört. Der höchste Punkt (Mawson Peak, 2745 Meter) wurde nach dem australischen Polarforscher Douglas Mawson benannt. Mit einer Fläche von etwa 360 km² bedeckt der Berg fast das gesamte Zentralgebiet der Insel. Der Big Ben ist einer der beiden aktiven Vulkane Australiens und gleichzeitig der höchste Berg auf australischem Hoheitsgebiet. Der Vulkan ist komplett von Schnee und Eis bedeckt, der Krater etwa 70 Meter tief. Vulkanausbrüche fanden in den Jahren 1881, 1910, 1950-1952, 1953, 1954, 1985-1987, 1992, 1993, 2000-2001, 2003-2004 und 2006-2008 statt. Die jüngste Ausbruchsphase begann 2012 und dauert bis in die Gegenwart an.
Das Klima ist aufgrund der Lage des Gebiets südlich der „antarktischen Konvergenz“, in der kaltes antarktisches Wasser auf weniger kaltes subantarktisches Oberflächenwasser des Indischen Ozeans trifft, ganzjährig kalt und windig. Die durchschnittlichen monatlichen Höchsttemperaturen liegen zwischen 0,0 °C und 4,2 °C; die durch-schnittliche Windgeschwindigkeit beträgt um die 30 km/h. An 150 Tagen im Jahr gibt es Stürme und an 41 Tagen im Jahr Orkane. 70% der Heard-Insel sind von Eis und Schnee bedeckt. Die Entwicklung der Gletscher zeigt die Folgen der Erderwärmung: 1947 reichte der BrownGletscher noch bis ans Meer, 2016 endete er schon sechshundert Meter landeinwärts.
Die benachbarten McDonald-Inseln sind im Vergleich zu Heard Island klein: 2,45 Quadratkilometer Fläche und eine maximale Höhe von nur 230 Metern. Die vulkanische Aktivität auf der Hauptinsel in den 1990er Jahren führte dazu, dass hier einige Landschaftspunkte ausgelöscht und neue geschaffen wurden. Diese zum Teil auch unterseeischen Aktivitäten führten auf den kleinen Inseln zum vollständigen Verschwinden der Vegetation. Heard Island zählt seit 1997 zum UNESCO-Welterbe, steht unter strengem Naturschutz und kann nur im Zuge wissenschaftlicher Unternehmun-gen besucht werden. Neuerdings hat die Insel eine eigene Internetdomain. Quelle: Wikipedia