Erstbegehungen

 

Heiligkreuzkofel, Dolomiten „Stigmata“, 10- Rotpunkt

csm_stigmata__5__f6ba154ad0 csm_stigmata__4__278fcfd107 gietl csm_stigmata__3__b2f386e853 gietl csm_stigmata_ueb_e4c907f0e9 gietl csm_stigmata_topo_c079895493 gietl csm_stigmata_b50592296d gietl

Simon Gietl und Andrea Oberbacher gelingt die Rotpunktbegehung der extremen Alpinroute am 17. Juli 2018. „Wenn du stürzt? Halten die Haken? Wenn du dich verletzt …? Wirst du es jemals wieder bis hier an diesen Rastpunkt schaffen, deine Ängste zügeln können und die entscheidende Crux mit den im Nacken sitzenden Runout erfolgreich durchsteigen? Ich beginne leicht zu zittern. Ein Zuruf von Andrea lenkt mich kurz ab. GO GO GO!!! Nun komme ich an die Stelle, wo es unter Umständen noch möglich wäre, einen kleinen Friend zu legen und den Runout entscheidend zu entschärfen. Dies würde aber so viel Zeit und Kraft kosten, dass die folgenden Kletterzüge für mich nicht mehr möglich wären. Voller Entschlossenheit setze ich die entscheidenden Schulterzüge gute sechs Meter oberhalb der letzten Sicherung an – ein unausweichliches dynamisches Finale zum Schluss.
Voller Adrenalin schnappe hinauf, bleibe tatsächlich am Felsen hängen und hangle mich an der rettenden Leiste entlang. Ich habe es geschafft! Laute Jubelschreie durchbrechen die Stille an diesem abgelegenen Wandteil des Heiligkreuzkofels. Auch wenn Andrea gute 40 Meter unter mir hängt, kann ich seine Schreie gut vernehmen. Mit Andrea hatte ich genau den richtigen Partner für dieses spezielle Projekt gefunden. Dank seiner Mithilfe gelang es mir, mich auf meine Stärken zu besinnen und die Angst Schach Matt zu stellen.“

csm_stigmata_topo_c079895493 gietl
Schwierigkeit: Eine Seillänge 10- der Rest zwischen 5 und 8+
Erstbegeher: Simon Gietl und Andrea Oberbacher, 18./19., 23./24. August 2016 (17.7.2017 Rotpunkt
Zustieg: von Pedraces zum Hospiz Heiligkreuz, weiter auf dem Normalweg Nr. 7; dann über das große Band nach links queren und dirkt zur NW-Wand aufsteigen
Charakter: Schöne, anspruchsvolle Kletterei auf guten bis sehr guten Fels
Material: 1 Satz BD-Cams bis Gr. 1, 1 Satz Alien-Cams, alle geschlagenen Haken wurden belassen.
Abstieg: über den Normalweg
Quelle: www.simongietl.it

________________________________________________________________________

Hochschwab, Schartenspitze-SW-Wand „Tortour“, 8c:
Erstbegehung von Mich Kemeter                                                                                                    Dem Top Highliner und Extremkletterer aus dem Mürztal glückte wieder ein ehrgeiziges Projekt: „Es war meine erste Bohrerfahrung: physisch hart und psychisch am Limit. Ich benötigte neun Anläufe mit „Alpinfuzzi“ Stefan Lieb , um die Linie bis zum Gipfel einzu-richten. Das bisher nur technisch erkletterte Dach erschien mir schier unkletterbar. Viele
Versuche scheiterten schon nach wenigen Zügen. Doch genau diese Herausforderung  reizte mich . Jeder Zug begleitete mich gedanklich über Jahre. Ich wollte unbedingt einen Kletterlevel erreichen, der es mir ermöglichte, dieses Vorhaben in einer Eintages-Begehung abzuschließen.
Mitte dieses Jahres waren es sechs Tage in zehn aufeinanderfolgenden Tagen, bis die langersehnte Freude beim finalen Zug aufkam und ich meinem „Glückssicherer“ Paul Kiefer am Gipfel mit einem Lächeln in die Augen blickte. Sein Ehrgeiz wie die Motiva-tion, mich vollkommen zu unterstützen – auch bei Schneefall, Regen oder Dunkelheit – machte dieses Projekt unvergesslich und einzigartig. Den Fokus für so viele Jahre zu halten, um das technische Plattengereibe, mit messerscharfen Boulder-Passagen in senkrechtem wasserzerfressenen Fels, bis hin zu einem abweisenden Dach mit seichten Tropflöchern zu realisieren, war eine lohnende Erfahrung.“
Bewertungsvorschlag: 8c
8 Seillängen, 280m, 6a+, 7a+/b, 7a+, 8b+, 8c, 7c, 6a+, 7b+
Erstbegehung: 2011 bis Sommer 2012 mit Stefan Lieb: von unten ohne vorheriges Erkunden
Erste Rotpunkt-Begehung: 15. Juni 2017 Mich Kemeter mit Paul Kiefer
Equipment: 12 Expressen, Cams BD 0,5 & 0,75
Einige Superlative aus Michs „Tourenliste“: 250 m Waterline-Weltrekord bei 7°C Wassertemperatur, BASE Jumpen in Europa, Solo Highlining, samt Big-Wall-Klettern im Yose-mite, „Performance takes Focus“ – Erste „Free-Solo-Onsight“, Begehung am Lost Arrow Spire in Kalifornien, die weltweit als Erste Highline gilt; „Solo Base Klettern“ in Verdon und am Monte Brento; höchster „Spaziergang“ Österreichs auf einer Slackline auf 3770 m am Großglockner. Infos: michael-kemeter.com

vukovic-slackline-DW-Vermischtes-Graz-jpg vukovic-slackline-1-DW-Vermischtes-Graz-jpg Topo1 kemeter-2017-10-01-04-1 kemeter-2017-10-01-01-1 201708_fk_kemeter_tortour_112_0 201708_FK_Kemeter_Tortour_0291 250m

________________________________________________________________________

DEDV_TOPO_02-509x720Große Zinne Nordwand: Das Erbe der Väter, 7b+
Erstbegehung 
Simon Gietl & Vittorio Messini in 8 Tagen zw. Herbst 2015 und Frühjahr 2016 1. Rotpunktbege-hung: Simon Gietl, Andrea Oberba-cher, Aug. 2016
„Unser Ziel war es, über dem Comici-Vorbau eine direkte Route zu versu-chen. Hie und da mussten wir auf brüchige Bereiche achtgeben, doch im- mer wieder überraschte uns die steile Wand mit Leisten, Löchern, Querspalten u. kompaktem Fels.
Absicherung: mäßig bis gut mit Schlaghaken;
Material (Wiederholer): zwei Sätze Friends und Keile, evtl. Hammer und einige Haken.

Topo auf  http://www.simongietl.it/das-erbe-der-vaeter/

______________________________________________________________

„Odyssee“, 8a+ (10-), die schwierigste Route durch die Eiger Nordwand  

Erstbegehung: Versuche/Vorbereitung: 2009 bis 2013 durch Robert Jasper und Roger Schäli, gesamte Route im Juli-August 2015 durch Robert Jasper (D) , Roger Schäli (CH) und Simon Gietl (I) im „Team-Rotpunkt-Style“ frei geklettert. die unterschiedlichen
Wetterbedingungen mit Regen und Schnee, vereistem Fels und Steinschlag verschärften sogar im Jahrhundertsommer 2015 die Kletterschwierigkeiten im
zehnten Grad bei heikler Absicherung.
Wandhöhe: 1400 Meter
Schwierigkeit: 8a+, Expo bis E5!
Ernsthaftigkeit: Sehr ernsthafte hochalpine Bigwall-Route, der Fels ist über weite Strecken erstaunlich kompakt.
Absicherung: sportlich mit rostfreien M10 Petzl-Bohrhaken und z.T. im „Trad-Style“ mit Schlaghaken. Es wurden zur weiteren Absicherung 2 Sätze Camlots benutzt. Für den Notfall empfielt sich die Mitnahme eines Hammers, 2-3 Messerhaken und 2 Pecker.
Routenverlauf: Einstieg vom Eigergletscher, 2320m, zum Wandfuß und über die Heckmair-Route von 1938 zum Stollenloch. Weiter über die überhängende Rote Fluh und den Tschechenpfeiler bis zum Ausstieg auf ca. 3700 Metern (siehe Topo!). http://www.simongietl.it/odyssee/

_____________________________________________________

„Voodoo Zauber“, 9-, Heiligkreuzkofel

Die neue Route führt im rechten noch wenig erschlossenen Teil entlang der Wand zwischen der “Zentralverschneidung” von H.Frisch & P.Corradini aus 1970 und der “Auf die Felsen, ihr Affen” von C.Hainz & K.Astner.                                                                                Erstbegeher: Simon Gietl und Andrea Oberbacher, Herbst 2014 ohne Bohrhaken! Im Sommer 2015 gelang es Simon Gietl, die Tour Rotpunkt zu klettern.
Schwierigkeit: Eine Seillänge 9- der Rest zwischen 5 und 8-
Zustieg: von Pedraces zum Hospiz Heiligkreuz, weiter auf dem Normalweg Nr. 7; zu Beginn des letzten flachen Wegstückes unterhalb der Scharte nach links zum Wandfuß queren.
Charakter: Schöne Kletterei auf guten Fels, empfelenswert!
Material: 1 Sätze BD Cams bis Gr. 1, alle geschlagenen Haken wurden belassen.         Topo auf: http://www.simongietl.it/voodoozauber/

_________________________________________________

Spaßbremse, 8-/7+, La Dorada, 2453 m, Dolomiten

Die Spassbremse ist eine wunderschöne, selber abzusichernde Kletterei am traumhaften Fels (sehr lohnend)! Die Route wurde (on sight) geklettert.               Erstbegeher: Simon Gietl und Andrea Oberbacher, 24.-25. April 2015
Schwierigkeit: Eine Seillänge 7+/8- der Rest zwischen 5 und 7+
Anfahrt: durch das Gadertal nach Kolfuschg, dann den Schildern “Edelweisshütte” folgen und am Beginn der Forststraße parken
Zustieg: bis zur Edelweißhütte und dann weiter nach links der Forststraße entlang. Oberhalb der Latschen unter die Wand queren (45min)
Einstieg: Den schönen Riss der ersten Seillänge kann man schon von weiten sehen
Abstieg: Leicht aufsteigen und dann über die Hänge nach rechts absteigen und zurück zum Wanderweg Nr.4
Charakter: Wunderschöne Kletterei am traumhaften Fels (sehr lohnend)!
Material: 2 Sätze BD Cams bis Gr. 1 + einen 2 Cams, alle geschlagenen Haken wurden belassen, es wurden keine Bohrhaken verwendet.                                                                       Topo und alle Infos dazu auf http://www.bergsteigen.com/klettern/trentino-suedtirol/dolomiten/spassbremse

_________________________________________________

Neolit, 9-, La Dorada, 2453 m, Dolomiten

Im Juli 2014 eröffneten Simon Gietl und Vittorio Messini diese Tour. Wegen ihrer  Chinaexpedition kamen die beiden dann aber leider nicht mehr dazu, ihre neue Route zu klettern. Im Frühjahr 2015 gelang ihnen dann die Rotpunkt-Begehung dieser  anspruchsvollen Kletterlinie. Die Erstbegeher wünschen den Wiederholern viel Spaß mit dem wunderbaren und sonnigen Fels der „Neolit“!                                                                Die ersten zwei Seillängen führen über eine bereits bestehende Tour, dann zweigten die Erstbegeher nach links ab, um zu einer steilen Rissreihe zu gelangen, die nach oben führt und sich sehr gut mit Friends absichern lässt. Etwas leichter aber immer in 1A-Felsqualität führt auch die nächste Länge über ein weiteres Risssystem auf ein ausgesetztes Band. Dann folgt die steilste Länge; Löcher, kleine Sanduhren und Leisten machen den Weg nach oben frei … Eine weitere sehr schöne Rissverschneidung führt zur Ausstiegslänge.                                                                                                                      Erstbegeher: Simon Gietel und Vittorio Messini 19-20.7.2014                                                     1. RP: Simon Gietl und Andrea Oberbacher am 16.4.2015                                           Sicherungen: Alle geschlagenen Haken wurden belassen, es wurden keine Bohrhaken verwendet.                                                                                                                                    Ausrüstung: 2 Sätze BD Cams bis Gr. 2, Keile, alle geschlagenen Haken wurden belassen.                                                                                                                                                    Talort: Kolfuschg, 1645 m                                                                                                                Stützpunkt: Edelweißhütte, 1832 m                                                                                               Anreise/Zufahrt: Auf der A22 bis zur Ausfahrt Klausen und auf der SS 242 ins Grödnertal bis Wolkenstein, hinauf auf das Grödner Joch und weiter nach Kolfuschg. Im Ort nach Norden ins Edelweißtal und am Beginn der Schotterstraße parken.                             Zustieg zur Wand: Bis zur Edelweisshütte und dann weiter nach links der Forststraße entlang. Oberhalb der Latschen unter die Wand queren. Die ersten beiden Seillängen verlaufen gemeinsam mit der „Pescione ed Airona“, dann bei einer gefädelten Sanduhr links weg bis zum gut sichtbaren Stand.                                                                                         Höhe Einstieg: 1900 m                                                                                                                    Abstieg: Leicht aufsteigen und dann über die Hänge nach rechts absteigen und zurück zum Wanderweg Nr.4 und diesem rechts zur Edelweißhütte folgen.                                  Topo und alle Infos dazu auf http://www.bergsteigen.com/klettern/trentino-suedtirol/dolomiten/neolit