Wandern/Bergsteigen

Alpen, Österreich, Italien/Südtirol/Trentino, Slowenien, Deutschland, Tschechien, Schweiz, Frankreich/Korsika, Spanien/Mallorca, Sonstiges

Janina und Markus Meier
Leichte Hochtouren in den Alpen
144 Seiten, Bruckmann 2013, ISBN 978-3-7654-5001-3, € 20,60.
Was verbindet Dachstein, Habicht, Cevedale, Piz Buin und Piz Kesch? Es sind hohe, be- deutende Gipfel, die alpines Können und Erfahrung für ihre Besteigung fordern, deren
Schwierigkeit sich aber trotzdem in moderaten Grenzen hält. Natürlich darf keine der
Hochtouren unterschätzt werden, jede einzelne stellt aber sowohl für den Neuling, als
auch für den älteren versierten Alpinisten ein begehrenswertes Ziel dar. Bei der getrof- fenen Auswahl stellt sich allerdings schon manchmal die Frage, ob hier nicht übers Ziel hinausgeschossen wurde, denn ob man Mönch, Blümlisalphorn und Doldenhorn noch guten Gewissens als „Leichte Hochtour“ bezeichnen kann, wage ich zu bezweifeln. Stei- le und spaltenreiche Gletscher erfordern so viel Erfahrung und bergen so viele Gefah- ren, dass man solche Bezeichnungen nicht anwenden sollte. Bei den meisten hochalpi- nen Bergsteigern wird dieser Führer aber sicher schöne Erinnerungen wecken und hof- fentlich auch die Sehnsucht, sich das eine oder andere Ziel noch zu erfüllen.                 RW
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Österreich/NÖ

Christion Handl, Adi Michel
Unser biedermeierliches Piestingtal
272 Seiten, Bildband, Kral-Verlag 2016; ISBN: 978-3-99024-276-6; € 29,90.
Für Wanderer haben die Berge rund um das Piestingtal klingende Namen: Hohe Wand, Dürre Wand, Hohe Mandling, Waxeneck, Kieneck. Klassische Voralpenwanderungen mit dem Duft von Schwarzföhrenharz, schönen Aussichtspunkten, gemütlichen Gast-häusern und Hütten. Touristisch wird das Tal schon lange als „Biedermeiertal“ be-zeichnet, haben doch Jakob und Friedrich Gauermann, Leopold Kupelwieser, Franz
Schubert und Ferdinand Raimund hier ihre Spuren hinterlassen – auch wenn nicht für alle genannten die genaue Zeitspanne zwischen dem Wiener Kongress (1815) und dem Revolutionsjahr 1848 zutrifft. Der vorliegende Band ist eine großzügig mit Fotos aus-gestaltete Heimatkunde, enthält er doch alle Informationen und Hinweise zu Brauch-tum, Gemeinden, Kirchen, Schlössern, Burgen und Villen, zu Museen und ehemaligen und noch heute aktiven Betrieben und natürlich auch zu den vielen Natursehens-würdigkeiten, wie z.B. der Kalksinter-Ader in Waldegg. Für Freunde des Piestingtales, die mehr kennenlernen wollen als nur die Wanderwege, sehr zu empfehlen.           RW

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Österreich/OÖ

G. Simon, M. und M. Tauber
Nordwaldkammweg – Weitwandern im Grenzland
Hrg. ÖAV Freistadt, 239 Seiten, 99 Farbbilder, 17 Detailkarten, 21 Höhenprofle, 2 Landkarten im Umschlag, 11,5 x 18 cm franz. Brochure, Verlag Anton Pustet Salzburg 2017; ISBN 978-3-7025-0860-9; € 22,00.
Nebelschwaden, leichter Schneefall, der dunkelgrüne Wald um uns herum lässt beim Durchlesen vorliegenden Buches Erinnerungen an einige Wanderungen im Nordwald aufsteigen: Eine Landschaft – wie sie mystischer kaum sein kann – beeindruckt durch ihre Granitfelsen, weitläufgen Wälder, dazwischenliegenden Seen sowie historischen Sehenswürdigkeiten. Schon 1960 waren die Arbeiten für den klassischen Weg, der über 160 km vom Dreisesselberg in Bayern über das  Mühlviertel bis Pyrhabruck bei Gmünd im Waldviertel führt, abgeschlossen. 2012 wurden dann das tschechische Pendant – der Nordwaldkammweg 2 und die Variante 3 fertig. Der NWK-Weg ist der älteste der zehn großen Weitwanderwege in Österreich und ein Abschnitt des E 6, des Europa-Fernwanderweges (1973 beschlossen). Sechs Führerwerke gingen vorliegendem „Neuband“, der die veränderten vor allem technischen Voraussetzungen vermitteln bzw. Hinweise und Auskünfte zur „genussreichen und somit problemlosen Begehung“ geben soll, voraus. Ein allgemeiner Teil, der sich den Verkehrsverbindungen, Unterkünf-ten und Zuständigkeitsadressen widmet – ergänzt durch ein akribisches Ortsverzeichnis mit genauen kulturellen Hinweisen, eröffnet das Buch. Im zweiten Teil wird die regiona-le Vielfalt als geographische, geologische und historische Besonderheit vorgestellt, wo-raus sich „einige gute Gründe“ für den sich immerhin auf über 17 Tagesetappen er-streckenden Weg Ableiten (auch Mountainbiker werden vermehrt gesehen, obwohl die „offzielle Genehmigung“ noch fehlt. Das „Land Adalbert Stifters“ hat viel zu bieten (keltische Kultplätze, Aussichtspunkte, die technische Sonderleistung „Schwemm-kanal“ und mittelalterliche Festungsorte mit ihren gemütlichen Gast-/Rasthäusern). Den Hauptteil bilden natürlich die einzelnen Etappenbeschreibungen der drei Wege mit genauer Km-Anzahl, Zeittabelle, Höhenproflen und Unterkunftsvorschlägen. Abschlie-ßend sei der Autorengemeinschaft sowie dem Verlag gedankt, dass sie einer der roman-tischesten Gegenden Österreichs durch diesen Band zur erhofften literarischen Renais-sance verhelfen.                                                              Roland Maruna, Ref. Bergsport ÖAV-Wien
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Franz und Phillip Sieghartsleitener
Wander-Erlebnis Eisenwurzen
Die 50 schönsten Touren zwischen Priel und Ötscher auf 171 Seiten, Kral-Verlag; ISBN 9783990244159; € 16,90.
Nicht nur historisch ist die Region zwischen Mariazell und dem Stodertal besonders interessant, unzählige Wander- und Gipfelziele animieren zu mehreren Besuchen. Großer Priel und Spitzmauer als Schaustücke im Westen und der Ötscher im Osten sind markante Eckpunkte einer an Naturschönheiten reichen Bergwelt. Besonders reizvoll auch die weniger bekannten Berge, wie z.B. der Schieferstein oder die Lindaumauer,
anspruchsvoll vor allem die Routen auf die Gesäuseberge.
                                              RW
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Stephen Sokoloff/Walter Lanz
33 Wanderungen im Herzen Oberösterreichs
219 Seiten, 69 Farbbilder, 33 Detailkarten, 2 Umschlagkarten, 11,5 x 18 cm, franz. Brochure, Verlag Anton Pustet Salzburg; ISBN 978-3-7025-0842-5; € 22,00.
Gerade rechtzeitig nach der Schneeschmelze bringen zwei oberösterreichische Autoren im darauf spezialisierten Pustet Verlag einen Wandervorschlagsband für das geogra-phische Dreieck Linz-Wels-Steyr heraus. Dieser eher bergferne städtische Ballungsraum wird in sechs Teilgebiete zerlegt, in denen 33 Vorschläge mit jeweils einer Detailkarte gut bebildert (bei manchen fehlt allerdings der Bildtext) angeboten werden. In der Ein-leitung wird die Auswahl begründet und auf allfällige Schwierigkeiten hingewiesen. Alle Startpunkte sind auch öffentlich erreichbar. Die Anforderungen beschränken sich auf
maximal 366 Hm und 15 km Länge. Die zeitmäßig längsten Touren sind im Raum Steyr die Touren 29/31/32 mit einer Gesamtdauer von ca. 4 Stunden. Interessant auch die leicht verständliche Schwierigkeitsbewertung in drei Stufen (leicht: 13 Touren; mittel: 12; anspruchsvoll: 8). Jeder Wandervorschlag besteht aus technischer Einleitung (Sym-bole machen auf kulturelle Besonderheiten, Ausblicke, Winterbegehbarkeit und Bar-rierefreiheit aufmerksam), Kartenausschnitt und Wegbeschreibung. Nach genauer Durchsicht – 17 Touren sind mir bekannt – würde ich eine Geländedifferenzierung empfehlen: Kammüberschreitungen (T2/4/16/22/33 …), Taltouren (T5/17…), Stadt- spaziergänge (T3/7/10-14/25/26) und Rundtouren (T17/18/20/21 …). Abschließend sei noch auf die, meiner Ansicht nach, besonders interessanten T 4/5/18/19/22/33 hinge-wiesen, weil sie Landschaftsromantik und Historie wirklich ideal verbinden. Oder – wer kennt schon den Standort, wo Kokoschka 1955 sein berühmtes „Linzbild“ malte oder die Mumie des „gselchten Pfarrers“ in St. Thomas am Blasenstein, die mich einst als 10-Jährigen faszinierte oder die „Maximiliantürme“ bei Leonding oder …? Ein Buch, das man bei einer Oberösterreichfahrt jedenfalls im Auto bzw. im Rucksack haben sollte!
                                                                                               Roland Maruna, Ref. Bergsport ÖAV-Wien
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Österreich/Stmk.

Herbert Raffalt
Steirische Almen
88 genussvolle Alm- und Hüttenwanderungen, Bildband mit 192 Seiten, Styria-Verlag 2017; ISBN 978-3-222-13558-3; € 29,90.
Immer raschere Umwälzungen, Neuerungen und Unsicherheiten auf allen Gebieten wecken in uns das Verlangen nach Kontinuität, nach Bodenständigkeit, einfachen und überschaubaren Vorgängen. Da bildet die Welt der Almwirtschaft, seit Jahrhunderten im Grund fast unverändert geblieben, genau den gewünschten Gegenpol. Dieser opu-lente Bildband-Führer geleitet die Wanderfreudigen von den Almen unter der monu-mentalen Dachstein-Kulisse über die Schneealpe bis zu ihren Verwandten auf den sanf-ten Höhenrücken der Südsteiermark. Herbert Raffalt hat innerhalb von zwei Jahren in meisterlichen Bildern dieses Gleichgewicht zwischen Natur- und Kulturlandschaft ein-gefangen, die ihren authentischen Reiz wunderbarerweise auch ohne die „Geschmacks-verstärker“ der Tourismusindustrie zu entfalten vermag. Apropos Geschmack: neben den allgemeinen touristischen Informationen und Vorschlägen für weitere Wandermög-lichkeiten liefert der Band auch illustrierte kulinarische Tipps, und macht somit in zwei-facher Weise Appetit auf die steirischen Almen!                                                                        a.m.

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Hans Hödl
Hochschwab und Hohe Veitsch
Wander-Erlebnis, 176 Seiten, viele Farbbilder und Kartenskizzen, Kral-Verlag 2016; ISBN: 978 3 99024 419 4; € 16,90.
Eines der Lieblingsgebiete der Grazer und Wiener Bergsteiger und Wanderer wird hier bereits in der 4. Auflage detailliert vorgestellt. Die 30 Wanderungen und Bergtouren führen vom klassischen Schwaben auch zu den Randbergen Hochanger und Hohe Veitsch. Mein Vorschlag: alle abgehen – der Erlebniswert ist extrem hoch.                       RW

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Günter und Luise Auferbauer                                                                                                              Hochschwab – Die schönsten Berg- und Wanderwege
160 Seiten, zahlr. Farbbilder, 50 ausgewählte Touren mit GPS-Tracks, 50 Höhenprofle, 50 Wanderk. 1:50.000 und 1:100.000, zwei Übersichtskarten 1:250.000 und 1:500.000, Rother Verlag 2017, 7., neu bearbeitete Auflage, ISBN-13: 9783763341894;
€ 15,40.
Wenn ein Werk einmal sechs Auflagen erlebt hat, gibt es über eine siebente kaum gra- vierend Neues zu schreiben. An den Bergen hat sich nichts geändert, in bewährter Wei- se decken die 50 beschriebenen Wanderungen das gesamte Gebiet mit all seiner Vielfalt ab. Innerhalb der Touren-Aufteilung wurden einige kleine Verschiebungen vorgenom- men, die Beschreibungen wurden aktualisiert (Verkehrsverbindungen, Zugänge etc.), und vor allem wurde der Führer größtenteils neu bebildert, was viel geduldiges Warten auf gutes Fotolicht erahnen lässt. Neu sind die Höhenprofle, die zugleich ein anschau-liches Weg-Zeit-Diagramm darstellen, und die ansprechend  grafsche Gestaltung, wel- che nunmehr bei Fotos und Karten das gesamte Druckformat ausnützt. Selbst „Schwa- ben“-Liebhaber, welche das Gebiet über die vielbesuchten Wander-Hauptstraßen Fölz, Dullwitz und Trawies hinaus kennen, werden bei näheren Blicken auf die Karten noch Neues entdecken können… Seine Bedeutung als Trinkwasserschutzgebiet hat dem Hochschwab-Massiv, vor allem seiner Nordseite, eine weitgehende Ursprünglichkeit be- wahrt, und dies ist auch für die Zukunft zu hoffen.                                                                    a.m.
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Österreich/Sbg.

Thomas Neuhold
85 neue Tagesrundtouren, Bergauf – bergab auf anderen Wegen
Vom Alpenvorland bis zu den Hohen Tauern – Vom Kaisergebirge bis zum Dachstein
192 Seiten, durchgehend farbig bebildert, Kartenskizzen zu jeder Tour, Format 11,5x 18 cm, franz. Broschur, Verlag Anton Pustet Juli 2016, ISBN 978-3-7025-0817-3, € 22,00.
Der Rückweg nach der Gipfelrast hat immer zwei Seiten: Die größte Anstrengung ist zwar bewältigt aber leider auch der Höhepunkt des Tages. Es geht wieder bergab, hinunter ins Tal. „Spannender wird der Abstieg, wenn er auf anderen Wegen verläuft“, meint der Salzburger Journalist und Alpinist Thomas Neuhold. Der Autor mehrerer Tourenführer legt mit diesen neu ausgewählten Tagesrundtouren seinen zweiten Band vor – mit Schwierigkeiten vom Turnschuhgelände bis zur leichten Hochtour, samt Ein- kehrtipps, ansprechenden Fotos und Tourenvarianten. Die notwendige Logistik wird auf ein Minimum reduziert, denn für diese Runden ist keine Übernachtung, kein zweiter Pkw und auch kein öffentliches Verkehrsmittel notwendig.                                                    GR

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Österreich/Kärnten

Klammer/Lang/Baumhackl
Nockberge
160 Seiten, viele Farbbilder und Kartenskizzen, Rother Wanderführer 2017; ISBN: 978-3-7633-4512-0; € 15,40.
51 Wandervorschläge, nicht nur in der klassischen Nockgruppe, sondern zwischen der Osnabrücker Hütte und Hüttenberg, zwischen der Gerlitzen und der Flattnitz stellt dieser kleine, rote Rother vor. Vielfältig wie die Landschaft dieser Region, ist auch der Anspruch an den Wanderer. Überwiegend gemütlich geht es bei den „Nockerln“ zu, etwas anspruchsvoller ist da aber schon der Anstieg auf die Dreitausender Schneewinkelspitze und Hafner. Wer die Nockalmstraße nicht gerade während der Hochsaison befährt, fndet vor allem im zentralen Teil ruhige, beschauliche Wanderziele für Genießer.

Hans M. Tuschar
Rosentaler Wanderschritte 1 und 2
In zwei Teilen (120/208 Seiten), mit Wegdiagrammen und vielen Abbildungen, Format 11,5 x 21 cm, Verlag Johannes Heyn/Klagenfurt, 2013/2014, ISBN 978-7084-0487-5 (Bd.1), ISBN 978-7084-0517-9 (Bd.2).
Durch höchst unterschiedliche und abwechslungsreiche Landschaftsformen führen die
rund 250 Wanderkilometer dieser beiden Bände, wobei sich die 6 bzw. 9 beschriebenen Teilstrecken nach Belieben aufteilen und kombinieren lassen. Der in Ferlach aufge- wachsene Autor dieses ungewöhnlichen und interessanten Führers weiß in seiner Heimat detailgenau Bescheid um die Geschichte der zahlreichen Landschaftspunkte, Bildstöcke, Marterln, Kirchen, Kapellen und Einödhöfe, und beschäftigt sich ebenso seit langem mit der Namensgebung (und vor allem -deutung!) durch germanische, slawi- sche und davor keltische Siedler in diesem Grenzgebiet. Tuschar begleitet aufgeschlos- sene und einfühlsame Besucher mit einer praktizierten „HeimatKunde“ bei der Entdek- kung einer weitgehend ursprünglich gebliebenen Wanderregion, Welten entfernt von einem durch eifrige Tourismusmanager als angeblich unverzichtbar propagierten Alpen-Disneyland. – Für Wanderer, die sich auch abseits des alpinen Mainstream wohl fühlen.                                                                                                                                                            a.m.

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Helmut Lang, Alexandra Kimmer, Gerhard Baumhackl
Alm- und Hüttenwanderungen Kärnten
Rother Wanderbuch, 51 Touren zwischen Großglockner und Koralm, 240 Seiten,
ISBN: 978-3-7633-3138-3, € 17,40.
1900 Almen, 60 Vereinshütten und viele, viele private Hütten gibt es in Kärnten. 51 davon hat das Autorentrio ausgewählt und präsentiert es nach dem bewährten Muster der Rother Wanderbücher. Alle notwendigen Detailangaben, Fotos die den Wunsch auf- kommen lassen, selbst vor Ort zu sein und exakte Wegbeschreibungen mit zahlreichen Varianten. Die Wege zum Koschutahaus, zur Wolayerseehütte und zum Arthur von Schmid-Haus kennen ja viele „Umtriebige“, aber ehrlich: wer von den Nicht-Kärntnern war jemals auf der Poludniger -, Jauken- oder Hiaslalm? Und auf der „Alm hinterm Brunn“ wohl schon gar nicht! Wer hat schon vom neuen (2010) Dobratsch-Gipfelhaus die Aussicht genossen oder im idyllischen Almdörfl der Eggeralm sein Speckbrot ge- gessen? Da gibt’s nur eins: mit Hilfe dieses Führers das Alm- und Hüttenrevier von der steirischen Grenz‘ bis zu den italienischen und slowenischen Nachbarn selbst erkunden.                                                                                                                                           RW

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Martin Marktl, Astrid Christ
Wochenendtouren Österreich Süd
Rother Wanderbuch, 184 Seiten, ISBN: 978-7633-3147-5, € 17,40.
„Wo fahren wir am Wochenende hin?“ Sicher eine sehr häufig gestellte Frage unter Bergwanderern. Häufig verknüpft mit Überlegungen, wie man am Ende einer mehr- tägigen Überschreitung wieder zurück zum Auto oder zu einem öffentlichen Verkehrs- mittel kommt. Die Autoren dieses Rother-Wanderbuches haben sich alle Mühe gegeben, bei der Lösung dieser Frage die Leser zu unterstützen. Beginnend mit dem ersten Routenvorschlag „Durch die Schobergruppe“ bis zu den südsteirischen Weinbergen reicht die Auswahl wirklich hervorragender 2-3 Tagestouren. Die Anforderungen an Kondition und Ausdauer sind allerdings sehr hoch, denn es ist sicher nicht jedermanns Sache, in drei Tagen durch die Nockberge zu wandern und dabei 57,5 km Strecke und 3.000 Hm zu absolvieren. Viele Vorschläge lassen sich aber auch für die eigenen Verhältnisse adaptieren. Detaillierte Angaben zur Erreichbarkeit von Ausgangs- und Endpunkten, Höhenunterschied, Wegzeiten und Anforderungen, Einkehr, Nächtigung und Sehenswürdigkeiten, Karten, GPS-Angaben und Höhenprofile lassen keinen Wunsch offen. Wer Lust auf erlebnisreiche und anstrengende Wanderwochenenden zwischen der slowenischen Grenze und dem Toten Gebirge, zwischen Tauern und Waldheimat hat, ist mit diesem Führer bestens bedient.                                                        RW

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Österreich, Slowenien, Italien

Petra Albenberger
Mein Alpe-Adria-Trail
223 Seiten, 14 x 22 cm, 1 Beilagskarte 1,5 cm = 10 km, € 22.-,120 Fotos, Verlag Anton Pustet Salzburg 2015, ISBN 978-3-7025-0779-4.
Vor dem Erhalt vorliegenden Buches dachte ich an ein „Wanderführerbuch“, das eben den erst 2012 aus der Taufe gehobenen Weitwanderweg in seinen Einzelheiten künfti- gen „Beschreitern“ näherbringen sollte. Eine irrige Annahme, schon nach der zweiten Seite wurde mein Interesse intensiv … Da breitet eine sehr sportliche Mitvierzigerin aus Salzburg, Wals ihren nach vielen Jahren in der Altenpflege ziemlich ramponierten Ge- mütszustand vor dem Leser aus – und auf der Suche nach dem „Dagegen Tun“ stößt sie auf einen Artikel über einen „Alpe-Adria-Weg“. Nach kurzer Recherchezeit steht ihr Ent- schluss fest – das wär‘s, einfach mal weg, abschalten – time out statt burn out! Ein hal- bes Jahr spezielle physische Vorbereitung, dazwischen ihre Hochzeit, und dann geht‘s Ende Juli 2013 los. Doch Petra Altenberger will nicht nur den originalen AAT begehen, der beim Gletschertor der Pasterze beginnt, sie startet in Wals vor der Haustür – womit sich die Strecke um sechs Tage bzw. ca. 170 km verlängert. Der sechste Tag ist dem Glocknergipfel gewidmet – wenn schon, denn schon … und dann geht‘s weiter. Einer ersten Nacht im Zelt sollten noch viele folgen. Auch mit „Wegverhauern“ – trotz Navi – kämpfen die beiden „Hochzeiter“ hin und wieder.
Gewitter im Hochsommer gehören auch dazu. Nach 16 gemeinsamen „Wandertagen“ (420 km und fast 17.000 Höhenmetern bergauf) geht die Autorin ab Döbriach allein weiter. Jede Menge Abwechslung, zeltstörende Kühe, Filmaufnahmen, Besuche aber auch Rasttage lockern die irgendwie zur Gewohnheit gewordene Gehbewegung auf. Am 27. Tag betritt sie italienischen Boden, drei Tage danach ist sie in Slowenien.  Schlechtwetter, Materialverlust, Müdigkeit, Alleinsein – gute Voraussetzungen für ein seelisches und körperliches Tief – doch sie schafft es und damit sind Fortsetzung und Abschluss garantiert. Dorffeste, streunende Hunde, neugierige Polizisten und immer wieder hilfsbereite Menschen machen den letzten Teil des Weges – trotz mehrheitlich schlechten Wetters – fast zu einem „Erlebnisgenuss“. Man MUSS diesen sehr persönlich verfassten Bericht ganz einfach lesen, vielleicht hilft er auch anderen — etwas aus dem seelischen Gleichgewicht Geratenen — wieder in den Lebensalltag zu finden !
                           Roland Maruna (habe bereits beschlossen den Slowenischen Teil zu GEHEN!)

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Italien/Südtirol

Werner Freudenberger
Am Tagliamento
Entdeckungen zwischen Alpen und Adria,192 Seiten, viele Farbbilder, Styria-Verlag 2017; ISBN: 978-3-222-13549-1; € 22,90.
„Der König der Alpenflüsse“ wird der Tagliamento oft genannt, zu Recht, denn er ist einer der letzten großen Wildflüsse im Gebirge. 172 km legt er auf seiner Reise vom Passo della Mauria bis zur Mündung in die Adria zurück. Jeder, der über Tarvis nach Italien reist, muss an ihm vorbei. Im Oberlauf säumen ihn eindrucksvolle Gipfel und wenig bekannte Orte, wie z.B. Forni di Sopra und Forni di Sotto, in denen noch Friu-lanisch, oder wie in Sauris und Sappada ein altertümliches Deutsch gesprochen wird. Später durchfließt er Karnien, nimmt im Kanaltal die Fella auf und tritt bei Gemona del Friuli in die Norditalienische Tiefebene, wo er zwischen Bibione und Lignano Sabbia-doro in  die Adria mündet. Unzählige sehenswerte Orte, Schlösser, Villen und Kirchen säumen den Flusslauf, der an vielen Strecken bewandert, oder per Fahrrad erkundet werden kann. Ein ständiger Wechsel zwischen ungezähmter Natur und prachtvoller Kulturlandschaft. 15 verschiedene Abschnitte stellt der Autor in diesem handlichen, informativen und lesenswerten Führer vor, ein echt heißer Tipp für Exkursionen in eine Region, die die Autofahrer nur von der Durchreise kennen.                                                      RW
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Mark Zahel
Panoramawege in den Dolomiten
144 Seiten, Bruckmann 2014, ISBN 978-3-7654 -6815-5, € 20,60.
Dolomiten und Panorama – wohl bei jedem Bergsteiger erscheinen da vor dem geis- tigen Auge tief eingebrannte Bilder von Felszacken, Almböden und unzähligen Gipfeln in der Ferne. Selber schuld, wer nur in Nordwänden hing und nie am Bindelweg, über den Schlern, oder am Kolfuschger Höhenweg wanderte! Aber noch ist es nicht zu spät (… die Wege werden steiler, die Knie schwächer und der Atem kürzer …), um auch die- ses Erlebnis voll auszukosten. Vom Kreuzbergpass bis zur Seiseralm, von der südlichen Pala bis zum Antelao reichen die 40 ein- und mehrtägigen Wanderungen, die uns Mark Zahel hier vorstellt. Manche verlangen sehr gute Kondition und gelegentlich die Hände am Fels, der Großteil lässt sich aber beschaulich und genussvoll erwandern.               RW

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Mark Zahel
Alpine Bergtouren Dolomiten
192 Seiten, Bruckmann 2013, ISBN 978-3-7654-6130-9, € 27,80.
Tief durchatmen heißt es beim Durchblättern dieses Auswahlführers, denn wer beim Anblick von Tofana di Rozes, Cristallo, Cima di Vezzana oder Rosengartenspitze nicht Herzklopfen bekommt, mit dem stimmt irgendetwas nicht (sofort Arzt oder Alpenklub aufsuchen). Glücklich, wer auf den großen Gipfeln der Dolomiten gestanden ist oder noch stehen wird: auf Antelao, Civetta, Marmolada, Langkofel, Agner, Großer Zinne, Pelmo und wie sie alle heißen. Für die Nicht-Extremen ist dabei oft nicht so sehr die begangene Route der Höhepunkt, sondern der Gipfel an sich. Es sind die wirklich großen, beherrschenden Berge der Dolomiten, die bei ihrer Besteigung Glücksgefühle aufkommen lassen, die man nie vergisst. Es sind Berge, die sich ein Leben lang in die Erinnerung, in Herz und Gehirn einprägen. Dass sie durchwegs gewaltige Ansprüche an die Kondition, an Trittsicherheit und Bergerfahrung stellen, versteht sich von selbst. Mark Zahels detaillierte Beschreibungen und animierende Fotos können aber bestens dazu beitragen, die Wunschziele für das nächste Jahr zu fokussieren und die Trainings- einheiten zu erhöhen.                                                                                                                            RW

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Eugen E. Hüsler
Männertouren Dolomiten – Die 30 schönsten Touren für „echte Kerle“
160 Seiten, ca. 170 Abbildungen, Format 16,5 x 23,5 cm, Broschur mit Fadenheftung,
Verlag J. Berg ISBN-13: 978-3-86246-344-2, € 17.99.
Was ist Eugen E. Hüsler, dem renommierten Klettersteigautor, da wohl eingefallen?? Ernst kann er diesen Titel-Anspruch doch wohl nicht meinen? Erinnert im Umkehr-schluss sehr stark an die Zeiten, wo der Hafner noch ein „Damengipfel“ war und „Tschingel“, der Hund von W.A.B. Coolidge das einzige weibliche Mitglied des Alpine Clubs. Ich möchte ihm einmal – freundschaftlich – unterstellen, daß es sich um eine gecoverte Version seiner Routenbeschreibungen handelt. Ist als Autor sein gutes Recht, erfolgreiche Veröffentlichungen mit neuem Outfit zu versehen und wieder auf den Markt zu bringen. Das machten auch schon viele andere Bergbuchautoren, Kompo-nisten und Maler vor ihm. Es wäre aber doch nicht Eugen Hüsler, würde er dabei nicht sehr genau auf eine kluge Auswahl und so manche Neuerung – z.B. „Namenloser Klettersteig“ in den Sextenern – achten. Sieht man von den Mann-o-Mann-Texten ab (was zugegebenermaßen nicht leicht ist), so finden sich hier wirklich die schönsten Dolomitenziele vereint. Und: natürlich macht er sich selbst über die „Männer-Touren“ lustig, aber seine geschlechtsneutralen Wander- und Klettersteigführer sind mir trotz- dem viel lieber!                                                                                                                                    RW

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Italien/Trentino

Benno F. Zimmermann
Vizentiner Alpen
58 Touren auf 272 Seiten, viele Farbbilder und Kartenskizzen, Rother Wanderführer 2017; ISBN 978-3-7633-4514-4; € 14,90.
Vizentiner Alpen? Hinter Bozen links – also nicht rechts, wo alle zum Gardasee abbie-gen. Die Region südlich der Dolomiten ist touristisch erstaunlich ruhig, dabei hat die Gegend viel zu bieten: Ein landschaftlicher Höhepunkt ist der 70 Kilometer lange Ge-birgsbogen des Lagorai: Rote und grüne Felsen, Gipfel bis fast an die 3000-Meter-Marke, viele Seen und liebliche Almen sorgen hier für Wanderglück. Hochgebirgig geht es auch in den angrenzenden Gebieten von Asiago, dem Pasubio-Massiv und den Piccole Dolo-miti weiter. Sanfter wird es dann am Monte Grappa und an den Randgebieten der Alpen
wie den einsamen Monti Lessini – hier bieten sich grandiose Panoramablicke in die Po- ebene und ins Etschtal. Wer also (wie viele Kletterer) glaubt, dass die Alpen bei den Dolomiten aufhören: hinfahren, ansehen, erleben. Wetten, da werden die Augen noch einmal groß!                                                                                                                                                   RW

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Rainer D. Kröll
Vergessene Pfade – Gardasee und Trentino
160 Seiten, ca. 140 Abbildungen, Format 16,5 x 23,5 cm, Bruckmann Verlag, ISBN-13: 978-3-7654-6817-9, € 19.99.
Zwischen Bozen und dem südlichen Ende des Gardasees liegt ein wunderschönes Berg- land, durchzogen von tiefeingeschnittenen Tälern, mit eingebetteten Seen und viel Kultur rundherum. Der Monte Roén, die Region um den Passo San Pelegrino und der Höhenzug des Monte Baldo mögen ja noch einen gewissen Bekanntheitsgrad haben, für die anderen 30 vorgestellten Routen gilt aber wahrscheinlich: „Noch nie gehört“. Hier hat sich ein Autor wirklich einmal die Mühe gemacht, vergessene, einsame Wege und Pfade ausfindig zu machen. Mehr als 34.000 Höhenmeter hat er dafür abgespult – und wer einmal selbst Wanderungen recherchiert hat, weiß wie viele leere Kilometer und Fehlversuche darunter sind. Das Resultat ist jedenfalls ein toller Ratgeber, ein Gustomacher abseits der Kulinarik, ein Verführer in Traumlandschaften, Blicke zu den Dolomitenzacken, den Eisgipfeln des Ortlers und der Presanella mit eingeschlossen. Vielleicht auch eine Alternative oder Ergänzung für Arco-Kletterer, die sich vom Schlangestehen in der Vertikalen einmal bei „Natur pur“ erholen wollen?!             RW
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Deutschland/Bayern

Wilfried und Lisa Bahnmüller, Heike von Oettingen
Bergtouren ohne Abgrund
144 Seiten, Bruckmann 2013, ISBN 978-3-7654-6128-6, € 20,60.
„Bergtouren ohne Abgrund“ – irgendwie ein Widerspruch, oder? Nach 30 Jahren als Wanderführer weiß ich aber, wie gefragt solche Angebote sind. Wobei die Bezeichnung „Abgrund“ schon eine sehr individuelle Ansichtssache ist, deren Skala bei einer Wald- wiese beginnt und beim Tiefblick über die Wand des El Cap endet. Schwindelgefühl und
Höhenangst verhindern oft genug auch für geübte und konditionsstarke Wanderer den Zugang zu den Bergen. Die Gipfelwanderungen, die die beiden Autorinnen vorstellen, liegen allesamt in den bayerischen Hausbergen zwischen Kempten und Berchtesgaden und eignen sich hervorragend für Familientouren, wo von vornherein schon klar ist, dass jeder unter Abgrund … (siehe oben). Am Beginn des Buches gibt es zahlreiche Tipps, um Stress und Angstzustände gar nicht erst aufkommen zu lassen. Im prakti- schen Teil findet sich eine Auswahl aus 30 Touren im Allgäu, Karwendel, Wilden Kaiser usw. die an Wünschen nichts offen lässt.                                                                                        RW
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Deutschland/Tschechien

Daphna Zieschang, Anita Morandell-Meißner
Vergessene Pfade im Elbsandsteingebirge
144 Seiten, Bruckmann 2015, ISBN 978-3-7654-6806-3, € 20,60.
Schade, dass man die Entstehung des Elbsandsteingebirges nicht einfach so im Zeit- raffer ablaufen lassen kann – denn was die Natur hier innerhalb und außerhalb des Meeres an Ablagerungen, Überschiebungen, vulkanischer Tätigkeit und Erosion ent- stehen ließ, ist wirklich großartig: ein Nebeneinander von bizarren Felstürmen, Tafel- bergen, Schluchten und plattlebenen Hochflächen, ein Kletter- und Wanderparadies. Natürlich durchziehen bereits viele Wanderwege den sächsischen und böhmischen Teil des Gebirges, die allerdings zu den Saisonzeiten oft so frequentiert sind, dass man vor so mancher schmaler Schlucht erst den Gegenverkehr abwarten muss. Genau hier setzen die beiden Autorinnen (eine einheimische Biologin und Nationalparkführerin, bzw. eine DiplomGeografin aus Südtirol) an und stellen wenig frequentierte Wege vor, mit Bedacht darauf, „empfindliche Bereiche auszuklammern“. Ein idealer Führer für den wiederholten Besuch, wenn man die berühmten Highlights schon abgeklappert hat und schöne und interessante Alternativen abseits ausgetretener Pfade sucht.              RW

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Reiner Cornelius
Das Grüne Band – Wandern im wilden Deutschland
1270 km von Tschechien bis zur Ostsee, 192 Seiten, ca. 160 farbige Abbildungen, Format 16.5 x 23.5 cm, Bruckmann Verlag, ISBN-13: 978-3-7654-6041-8, € 22.99.
Stressfei wandern oder radeln (es gibt auch einen Radführer dazu von Bruckmann), wo
einst Geschichte geschrieben wurde – die Landschaft entlang der ehemaligen inner- deutschen Grenze gestaltet sich 25 Jahre nach dem Mauerfall als Weitwander-Naturerlebnis mit Grenzerinnerungen. In 60 größtenteils sehr grenznahen Etappen führt Reiner Cornelius auf Patrouillenwegen und alten Grenzerpfaden über den Natur gewordenen Grenzstreifen, das 1270 km lange Grüne Band Deutschlands, und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten am Rand. Im Schatten des „Eisernen Vorhangs“ konnte sich eine einzigartige Naturoase entwickeln – das heute größte Biotop- verbundsystem Europas mit vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten. Das Natur-schutzprojekt „Grünes Band Europa“ schützt dieses Juwel und erstreckt sich 8500 km entlang der ehemaligen Ostgrenze. Österreich hat zwar beinahe 1300 km Anteil an diesem internationalen Projekt mit Naturschätzen, wie wilden Wäldern, blühenden Wiesen, Hochmooren und felsigen Höhen mit Ausblicken weit übers Land, aber leider keinen ausgeschilderten, wirklich zusammenhängenden, grenznahen Wander- oder Radwegen – trotz EU-Förderung!                                                                                                          gr

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Schweiz/Italien

Bernd Jung, Martin Kriz, Peter Fröhlich
Gratwandern Schweiz – 60 Touren zwischen Genfersee und Bodensee
280 Seiten, Rother Selection, ISBN 978-3-7633-3163-5; € 27,70.
Da mit „Gratwandern Schweiz“ nicht wirklich der Biancograt oder der Hörnligrat ge- meint sein können, wird so mancher bergsteigende Zeitgenosse diesen Führer vielleicht gar nicht in die Hand nehmen wollen. Wie soll das einen ernsthaften Alpinisten zur Tou- renwahl animieren? Selbst schuld, kann man da nur sagen, denn die Fülle an aussichts-reichen Kämmen und Graten, die in diesem Führer präsentiert wird, ermöglicht ein- drucksvolle Bergerlebnisse. Wie ein Band ziehen sich die vorgestellten Touren von SO nach NW durch die mittlere Schweiz – nördlich der Berner Alpen, entlang der zentralen Seengebiete bis ins Grenzgebiet zu Liechtenstein. Die ausgezeichneten Fotos geben eine gute Vorstellung davon, dass nicht jede Gratwanderung ein Spaziergang mit den Händen in der Hosentasche ist. Natürlich dominieren die Graskämme, oft aber mit Felsen durchsetzt und nicht selten ganz schön heikel. Traumblicke sind garantiert, gutes Wetter vorausgesetzt, was bei derlei Tourenwahl soundso selbstverständlich sein sollte. Wieder einmal hat uns Rother ein super recherchiertes, verlässliches und animierendes Werk auf den Büchertisch gelegt – zu hoffen, dass nicht nur unsere Schweizer Bergkollegen daran Freude fnden, denn die Schweizer Berge halten auch abseits von Hörnli und Eiger wunderbare Überraschungen bereit.                               RW
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Eugen E. Hüsler
Genusswandern Tessin
144 Seiten, Bruckmann 2010, ISBN 978-3-7654-5519-3, € 20,60.
Gerne wird das Tessin als das „Land hinterm Gotthard“ bezeichnet, ein Gebiet, das ich
in den letzten Jahren mehrmals aufsuchen konnte. Eine wunderbare Symbiose von mediterranem Flair, Traumseen, ebensolchen Gipfeln und Tälern und großartigen kulturellen Sehenswürdigkeiten. Ein Land der Dichter und Denker, der Musiker und Maler, der Kastanien und Pilze, der Steinhäuser und Uferpromenaden, ein Land in dem es niemals langweilig werden kann. Nicht, dass es dort keine Verkehrsstaus, Industrie- gebiete und Tourismus gäbe, aber jeder Schritt abseits führt in Natur- und Erholungs- räume der Sonderklasse. Eugen Hüsler hat eine ausgezeichnete Auswahl von 41 Routen unterschiedlicher Anforderungen zusammengestellt, jede ein Erlebnis, jede garantiert „Tessin-Feeling“ vom Feinsten.                                                                                                             RW

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Frankreich/Korsika

Günter Heimhilcher
Die große Durchquerung Korsikas
Der alpine Weitwanderweg GR 20 und seine schönsten Gipfel
79 Seiten, 107 x 145 mm, Weishaupt-Verlag, ISBN: 978-3-7059-0041-7, € 14,50
In sehr handlichem Format werden die 18 Tagesetappen des GR 20 abgehandelt – von Calenzana im Nordosten bis Conca im Südwesten. Die ca. 180 km Strecke und mindes- tens 10.000 Höhenmeter durch weitgehend „wildes“ Gelände (Nationalpark) sind nicht nur landschaftlich großartig, sondern auch eine Herausforderung an Kondition, Aus- dauer und Ausrüstung. – In diesem kleinen Kompendium sind (fast) alle wichtigen De- tails hervorragend zusammengefasst: Anforderungen, Ausrüstung, Wetter und Klima, Saison-Besonderheiten, An- und Abreise … Nur bei den Hütten sollte man sich zusätz- liche Infos einholen (denn so manche gibt es vielleicht nicht mehr) – und zusätzlich braucht man auf jeden Fall noch die IGN-Landkarten (1:50.000), sonst kann man sich in der „letzten Urlandschaft Europas“ hoffnungslos verirren. Die Etappen, Gipfelmöglich-keiten und Wegprofile sind sehr gut dargestellt – sehr empfehlenswert.                        Ö.K.

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Bruckmann-Wanderführer Seealpen (Erscheinungsjahr 2002)

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Spanien/Mallorca

Bernhard Irlinger
Wandertouren für Langschläfer auf Mallorca
112 Seiten, ca. 100 Abbildungen, Format 16,5 x 23,5 cm, Bruckmann Verlag, ISBN-13: 978-3-7654-8389-9, € 14.99
39 erlebnisreiche Halbtagestouren auf der schönen Baleareninsel stellt Bernhard Irlinger in diesem Buch vor. Der Großteil davon erschien schon in zahlreichen Mallorca-Wanderführern, was der Schönheit der Wanderungen aber keinen Abbruch tut. Der Rezensent, der selbst 11 x Wanderwochen auf Mallorca führte, wurde nach anfänglicher Skepsis ein echter Fan Mallorcas. Die Insel hat zwar nicht annähernd die Wildheit des unvergleichlichen Korsikas und viel mehr „Bruchstellen“ – sprich: Ballermann, man- cherorts Massentourismus etc., bietet aber wirklich erstklassige und aussichtsreiche Routen jeglicher Länge. Aber Vorsicht: nicht alle hier vorgestellten Halbtagestouren verdienen diese Bezeich- nung, den Rückweg eingerechnet, sind es mitunter durchaus respektable Wanderstrecken, die hier zusammenkommen.                                                 RW
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Bruckmann-Wanderführer La Gomera-El Hierro und Gran Canaria (beide Erscheinungsjahr 2002)

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