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Wir gratulieren Thomas Bubendorfer zu seinen Erstbegehungen

Erstbegehung im Reintal (Ahrntal, Südtirol)

„No country for old men“ M8/ WI6: Thomas Bubendorfer kletterte mit Max Sparber eine neue extreme Mixed-Route: „Als Max und ich auf Einladung von Simon Gietl die 2. Begehung seines „Räuber Hotzenplotz“ machten, meinte ich, im linken Wandteil eine von Felspassagen unterbrochene Linie über sehr dünne Eisglasuren auszumachen. Beim Sichern hat man ja Zeit zum Schauen. Eine Woche später waren Max und ich zurück und schafften noch am Nachmittag die ersten drei Seillängen. Dann hatten wir schlechtes Wetter, der Pulverschnee verdeckte kleine Risse und winzige Leisten, alles brauchte seine Zeit, und so waren wir mehr als drei Tage am Werken. So erleichtert Max war, dass ich vorstieg, wenn es um die heiklen Passagen auf sehr dünnem Eis ging, so froh war ich, dass er mit seiner Yosemite Bigwall-Erfahrung in aller Ruhe die Probleme der knackigen Felspassagen in der 4. und 5. Seillänge löste. Die Route verdanken wir Simon, denn ohne seine Einladung wären wir nie in diese Wand gekommen. Simon war auch der Erste, der uns gratulierte.“
Max Sparber: „No country for old men“, sagt Thomas lachend, als ich erschöpft am Stand der vierten Seillänge ankomme! Noch  immer frage ich mich, wie er diese Glasur so entspannt vorsteigen konnte! Die 10 cm Schraube, welche bei der Hälfte abgebunden war, hätte wohl kaum einen Sturz gehalten!“ csm_Thomas_3rd_pitch__No_country_for_old_men__Jan_14__2019_02_20abc1cff3

Thomas Bubendorfer: „Max Sparber und ich haben mit „No country for old men“  im Ahrntal meine bisher anspruchsvollste Mixed Route erstbestiegen. Der Routenname ist eine Referenz zu einem der Bücher meines zeitgenössischen Lieblingsschriftstellers Cormack McCarthy.“

Info & Topo auf https://www.bergsteigen.com/touren/eisklettern/no-country-for-old-men/

Glockner-Erstbegehung

Am 14. April 2018, ein Jahr nach seinem schweren Eiskletterunfall gelang dem 55-jährigen Pongauer Extrem-Bergsteiger bei Kals eine neue Route im Schwierigkeitsgrad M8 über die Südwand auf der Osttiroler Seite des Großglockners (9 kombinierte Seillängen zum Stüdlgrat, zurzeit die schwierigste Route am Großglockner).
Thomas Bubendorfer: „Für mich ist es natürlich noch eindrucksvoller als für meine Freunde Hans Zlöbl und Max Sparber, denn ich war beim Sterben, keiner der Ärzte hat  dran geglaubt, und jetzt habe ich das machen dürfen oder können.“ Dass er jemals wieder gesund würde, war für die Mediziner  alles andere als sicher, denn zahlreiche gebrochene Rippen, innere Verletzungen und ein Schädeltrauma boten wenig Raum für Optimismus „Die Ärzte in Padua meinten, dass es  zwei bis drei Jahre dauern würde, bis die Lunge sich wieder erholt hätte, wenn überhaupt. Ich sorgte mich wegen des  Fußes, in dem sieben Schrauben steckten, schaute nur jeden Tag, was ich noch tun könnte und was nicht.“

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„Das dritte Leben“ nennt Bubendorfer die neue Route auf den Großglockner: „Mit dem ersten bin ich auf die Welt gekommen. Das zweite war 1988, als ich in der Liechensteinklamm bei Werbeaufnahmen 20 Meter abgestürzt bin. Und nach meinem Unfall im  März 2017 lag ich mehr als fünf Minuten mit dem Gesicht nach unten im Wasser und danach sechs Tagen im Koma. Das zu überleben und nach einem Jahr keine Folgen mehr zu spüren, das ist das dritte Leben.“
Topo & Infos auf https://www.bergsteigen.com/touren/eisklettern/das-3-leben/
https://www.mountainrevolution.at/news/grossglockner-suedwand-das-3.-leben-erstbegehung